Donnerstag, 19. September 2019

Börse Kaum noch neue Jobs in den USA, Dämpfer für den Dax

An der New Yorker Börse zeigten sich Anleger am Dienstag "bullish": Der Dax klettert am Mittwoch wieder über die Marke von 12.000 Zählern

Der Dax fällt wieder unter die Marke von 12.000 Punkten. In der US-Privatwirtschaft sind deutlich weniger neue Jobs entstanden als erwartet. Die Aktie von Wirecard setzt gegen den Trend ihre Erholung fort.

Der deutsche Aktienmarkt hat seinen jüngsten Erholungskurs am Mittwoch zunächst fortgesetzt, ist nach enttäuschenden US-Jobdaten jedoch wieder ins Minus zurückgefallen. Der Dax Börsen-Chart zeigen kletterte im frühen Handel zeitweise über die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Punkten, gab zuletzt aber um 0,2 Prozent nach und fiel auf 11.950 Zähler zurück.

Zu den wenigen Gewinnern im Dax gehörte erneut die Aktie von Wirecard Börsen-Chart zeigen . Das Papier legte um rund 2 Prozent zu und nähert sich wieder der Marke von 150 Euro. Seit Anfang April hat die Aktie des Zahlungsdienstleisters aus Aschheim mehr als 50 Prozent an Wert gewonnen und kostet wieder so viel wie vor Beginn des Kursrutsches, den die Financial Times mit Vorwürfen über angeblich falsche Bilanzierungsmethoden ausgelöst hatte. Auch die Aktie von SAP war nach der optimistischen Prognose des US-Konkurrenten Salesforce Börsen-Chart zeigen gefragt.

Wall Street: Schwächster Job-Zuwachs seit 9 Jahren

Die US-Börsen sind am Mittwoch unterdessen verhalten in den Handel gestartet. Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Börsen-Chart zeigen legten jeweils rund 0,5 Prozent zu. In den USA ist der Beschäftigungsaufbau in der Privatwirtschaft im Mai deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Es seien 27.000 neue Stellen geschaffen worden, teilte der Arbeitsmarktdienstleister ADP am Mittwoch mit. Das ist der schwächste Wert seit März 2010. Analysten hatten im Schnitt mit einem Zuwachs von 185 000 Stellen gerechnet. Die US-Regierung veröffentlicht ihren monatlichen Arbeitsmarktbericht an diesem Freitag. Die ADP-Zahlen gelten an den Märkten als Richtschnur dafür, wenngleich viele Analysten die Prognosekraft der Daten anzweifeln

Mit dem zehnjährigen Bullenmarkt amerikanischer Aktien dürfte es nach Einschätzung des Bankhauses Pictet wohl vorbei sein. Investoren sollten stattdessen lieber auf Papiere aus der Eurozone setzen, riet Luca Paolini, Chefstratege der Schweizer Privatbank, am Mittwoch in Frankfurt. Denn diese dürften sich in den kommenden fünf Jahren pro Jahr um fünf Prozentpunkte besser schlagen als ihre US-Pendants. Pictet verwaltet eigenen Angaben zufolge Anlagen im Volumen von 528 Milliarden Schweizer Franken.

USA ein teurer Aktienmarkt - und vor der Rezession

"Die USA sind ein teurer Aktienmarkt", sagte Paolini. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des Dow Jones Industrial beispielsweise liege mit derzeit 17 weit über dem des Dax mit 12. Im kommenden Jahr drohe den USA eine Rezession. Das Vertrauen in den Unternehmen schwinde und ihre Gewinne seien bereits im Sinken begriffen. Sie seien hoch verschuldet, gleichzeitig stiegen aber die Finanzierungskosten.

Einige Anleger hoffen angesichts der steigenden Konjunkturrisiken weiter auf eine Zinssenkung durch die Fed noch in diesem Jahr. , man werde den Handelskonflikt zwischen den USA und China genau beobachten und "wie immer" entsprechend reagieren, um das Wachstum aufrechtzuerhalten.

SAP profitiert von Salesforce

Aus Unternehmenssicht könnten die Aktien von SAP Börsen-Chart zeigen einen Blick wert sein, nachdem der Aktienkurs von Salesforce Börsen-Chart zeigen am Vorabend im nachbörslichen US-Handel um fast 2 Prozent zugelegt hatte. Der US-Softwarehersteller blickt nach einem guten Start ins neue Geschäftsjahr zuversichtlicher nach vorn.

Bei den Nebenwerte zählte Evotec zu den größten Gewinnern. Evotec Börsen-Chart zeigen und der US-Biopharma-Spezialist Celgene erweitern ihre Partnerschaft. Dadurch erhält das deutsche Biotech-Unternehmen eine Zahlung von 9 Millionen US-Dollar. Im frühen Geschäft stiegen die Evotec-Papiere im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs vom Vortag um 3,4 Prozent.

Varta erhöht Lithium-Ionen-Zellproduktion

Varta-Titel Börsen-Chart zeigen kletterten um 3,2 Prozent nach oben. Der Batteriehersteller will seine Produktionskapazitäten für wiederaufladbare Lithium-Ionen-Zellen bis 2020 deutlich ausweiten. Dies erfordere allerdings Investitionen von rund 100 Millionen Euro, die möglicherweise auch aus einer Kapitalerhöhung finanziert würden, hieß es.

Die Anteilsscheine von Wacker Chemie Börsen-Chart zeigen verteuerten sich um 1 Prozent. Zuvor hatte das Analysehaus Kepler Cheuvreux die Aktien des Spezialchemie-Unternehmens von "Reduce" auf "Hold" hochgestuft und das Kursziel von 71 auf 73 Euro angehoben.


Dax Realtime: Sehen Sie hier Dax und Dow in Echtzeit


Euro stabil über 1,12 US-Dollar

Der Euro hat sich am Mittwoch stabil über der Marke von 1,12 US-Dollar gehalten. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1265 Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. An den Devisenmärkten war die Lage zunächst ruhig. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1244 Dollar festgesetzt.

Zur Wochenmitte stehen mit den Einkaufsmanagerindizes neue Wirtschaftsdaten auf dem Programm. Die Unternehmensumfrage gibt Auskunft über den wirtschaftlichen Zustand des Euroraums. Ähnliche Daten werden nachmittags auch in den USA veröffentlicht. Am Abend präsentiert die amerikanische Notenbank Fed ihren Konjunkturbericht.

Ölpreise geben nach

Die Ölpreise haben am Mittwoch im frühen Handel nachgegeben. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 61,57 US-Dollar. Das waren 40 Cent weniger als am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 47 Cent auf 53,01 Dollar.

Am Markt wurden die Preisabschläge mit neuen Vorratsdaten aus den USA erklärt. Laut American Petroleum Institute (API) sind die landesweiten Rohölbestände in der vergangenen Woche spürbar gestiegen. Die Zahlen nährten Befürchtungen eines überschüssigen Angebots in den USA. Hintergrund ist die stark steigende Rohölförderung der Vereinigten Staaten.

mit Nachrichtenagenturen

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung