Dienstag, 18. Juni 2019

Gewinne an der Börse, Dax nahe 12.000 Punkten Dax und Dow klar im Plus - Zinshoffnung überwiegt Handelsstreit

Kursrutsch: Dax-Kurve an der Deutschen Börse in Frankfurt am Main

Erholung nach dem Kursrutsch: Nach der jüngsten Talfahrt legen Dax und Dow Jones wieder deutlich zu. Die Hoffnung auf niedrigere Zinsen in den USA lockt wieder Käufer hervor.

Wieder aufwärts: Die Hoffnung auf niedrigere Zinsen in den USA lockt trotz der sich wieder eintrübenden Konjunktur wieder Käufer in den Aktienmarkt. Vor allem der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen vollzog nach mehreren schwachen Tagen einen Turnaround: Nach einer schwächeren Eröffnung am Dienstag drehte der Dax Börsen-Chart zeigen um knapp 200 Punkte ins Plus und näherte sich im späten Handel wieder der Marke von 12.000 Zählern. Zum Handelsschluss auf Xetra (17.30 Uhr) notierte der Dax 1,5 Prozent höher bei 11.978 Zählern.

Auch in den USA griffen Anleger wieder zu. Spekulationen auf eine baldige mögliche Zinssenkung der US-Notenbank Fed gaben der Wall Street Auftrieb. Die Leitindizes Dow Jones Börsen-Chart zeigen , Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen und S&P 500 stiegen am Dienstag im US-Vormittagshandel um jeweils 1,5 Prozent. Auslöser des deutlichen Kursanstiegs waren Aussagen des Fed-Bankers James Bullard, der gesagt hatte, dass eine Zinssenkung bald notwendig sein könnte. Der Tech-Index Nasdaq Börsen-Chart zeigen, der am Vortag noch ein Dreimonatstief markiert hatte, legte bis zum frühen Abend um 2,1 Prozent zu und kletterte wieder deutlich über die Marke von 7000 Punkten.

Senat stimmt über Strafzölle gegen Mexiko ab

Darüber hinaus gebe es Hoffnungen, dass der US-Senat die von Präsident Donald Trump angedrohten Strafzölle auf mexikanische Waren verhindern werde, sagte Scott Brown, Chef-Volkswirt des Vermögensberaters Raymond James. Der mexikanische Außenminister Marcelo Ebrard äußerte die Hoffnung, bei den Streit-Themen Einwanderung und Zölle zu einer Einigung zu kommen.

Zu den Favoriten an der Wall Street gehörte der Lkw-Bauer Navistar mit einem Kursplus von 6,1 Prozent. Umsatz- und Betriebsgewinn der Volkswagen-Beteiligung lägen über den Markterwartungen, schrieb Analyst Stephen Volkmann von der Investmentbank Jefferies. Navistar hob außerdem seine Ziele für das Gesamtjahr an.

Getrübt wird die Marktstimmung allerdings weiterhin von Berichten über eine US-Kartelluntersuchung der Marktmacht von Google Börsen-Chart zeigen, Amazon Börsen-Chart zeigen und Facebook Börsen-Chart zeigen . Die Tech-Riesen zeigen seit einigen Tagen Schwäche.


Dax Realtime: Sehen Sie hier Dax und Dow in Echtzeit


Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Aktien von Covestro Börsen-Chart zeigen, Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen und Continental Börsen-Chart zeigen und Daimler Börsen-Chart zeigen, die jeweils zwischen 4 und 5 Prozent zulegten. Alle 30 Dax-Werte notierten am Dienstag Nachmittag im Plus. Auch die Aktien von Wirecard und Bayer setzten ihre bereits am Vortag begonnene Erholung fort. Wirecard kletterte unterdessen über die Marke von 145 Euro und hat seit Anfang April rund 50 Prozent an Wert gewonnen.

An der SDax-Spitze legten die Anteilsscheine des Autozulieferers Leoni Börsen-Chart zeigen gar um 5,3 Prozent zu. Die Aktien von DWS Börsen-Chart zeigen verteuerten sich um 3,2 Prozent. Zuvor hatte die US-Investmentbank Goldman Sachs eine Kaufempfehlung für die Titel der Deutsche-Bank-Fondstochter ausgesprochen.

Euro weiter über 1,12 US-Dollar

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat am Dienstag seine deutlichen Gewinne vom Wochenauftakt halten können. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1250 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Am Montag war der Euro auf den höchsten Stand seit Mitte Mai gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1185 Dollar festgesetzt.

An den Finanzmärkten setzt sich zunehmend die Erwartung durch, dass die US-Notenbank Fed ihren Leitzins bald verringern könnte. Als Gründe werden zahlreiche konjunkturelle Risiken genannt, allen voran der Handelskonflikt zwischen den USA und China. An diesem Dienstag wird sich der amerikanische Notenbankchef Jerome Powell auf einer Konferenz in Chicago zu Wort melden. Fachleute erhoffen sich Hinweise auf den geldpolitischen Kurs.

Ölpreis notiert nahe tiefstem Stand seit vier Monaten

Die Ölpreise haben am Dienstag weiter in der Nähe ihrer viermonatigen Tiefstände notiert. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen 61,07 US-Dollar. Das waren 21 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um neun Cent auf 53,16 Dollar.

Am Montag waren die Rohölpreise auf den tiefsten Stand seit Februar gefallen. Seit ihrem Jahreshoch von Mitte April sind die Erdölpreise um fast 20 Prozent eingebrochen. Wesentlicher Grund sind Konjunkturängste wegen des Handelsstreits zwischen den USA und China. Der Konflikt scheint festgefahren, eine baldige Lösung ist nicht in Sicht. Dies nährt Ängste vor einer sich weiter abschwächenden Weltwirtschaft mit einer rückläufigen Ölnachfrage.

mit Nachrichtenagenturen

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung