Börse Dax im Minus, Bayer und Wirecard gefragt

Der Dax hält sich knapp über der Marke von 12.000 Punkten. Die Aktie von Wirecard setzt ihre Kursrally fort - und notiert erstmals seit den Vorwürfen der "FT" wieder über der Marke von 160 Euro. Auch die schwer gebeutelte Bayer-Aktie legt zu, während die Deutsche Bank Aktie auf Rekordtief stürzt.
Dax: Der deutsche Leitindex notiert über der Marke von 12.000 Punkten

Dax: Der deutsche Leitindex notiert über der Marke von 12.000 Punkten

Foto: Boris Roessler/ dpa

Volatiler Handel. Der Dax hat eine schwankungsreiche Sitzung am Dienstag mit einem Minus von 0,3 Prozent abgeschlossen. Zum Ende des Xetra-Handels fiel der Dax auf 12.027 Punkte zurück, nachdem er zeitweise deutlich über 12.100 Zählern notiert hatte. Doch die Verluste in den USA waren im späten Handel eine Belastung.

Zu den Gewinnern im Dax gehörte die Aktie von Wirecard . Die Aktie des Zahlungsdienstleisters aus Aschheim setzte ihre Kursrally fort und notierte erstmals seit den Vorwürfen der "Financial Times" (FT), die zu einem Kurssturz der Aktie unter die Marke von 100 Euro geführt hatten, wieder über der Marke von 160 Euro.

Deutsche Bank taumelt weiter abwärts

Dagegen fiel die Aktie der Deutschen Bank auf ein 45 Jahres Tief von 6,29 Euro. Mit einem Minus von mehr als 2 Prozent gehörte die Aktie erneut zu den schwächsten Werten im Dax. Unter Investoren der Deutschen Bank herrscht Ausverkaufstimmung.

Die Fusionspläne von Fiat Chrysler und Renault haben dem europäischen Automobilsektor auch am Dienstag Auftrieb gegeben. Der Stoxx 600 Automobilsektor stieg im frühen Handel um 0,33 Prozent, nachdem er zum Wochenbeginn um 1,5 Prozent zugelegt hatte. Am deutschen Markt legten Daimler  , BMW  , Volkswagen Vz.  und Continental  um 0,5 bis 1,5 Prozent zu. "Die Stimmung für die Autoindustrie litt zuletzt sehr unter dem Handelskrieg", sagte ein Händler. Nach wochenlangen Kursverlusten und jüngst einem Sektortief seit Mitte Februar setzten Fiat Chrysler Automobiles  und Renault  nun einen positiven Impuls. Vor allem Londoner Marktteilnehmer dürften am heutigen Dienstag zu den Käufern zählen, vermutete der Händler, nachdem die Börse dort am Vortag geschlossen war. In den USA notierte die FiatChrysler-Aktie vorbörslich rund 8 Prozent im Plus.

Aktie von FiatChrysler gefragt

Auch die Aktie von Thyssenkrupp  legte am Dienstag um mehr als 2 Prozent zu. Bei Thyssenkrupp steht nach dem Aus der Stahlfusion mit dem indischen Konkurrenten Tata der langjährige Chef der Stahlsparte, Andreas Goss, vor der Ablösung. Derzeit würden mit Goss "Gespräche zur Auflösung seines Vertrags geführt", teilte Thyssenkrupp am Montagabend mit.

Nach Feiertag: Wall Street knapp im Minus

Der Dow Jones  notierte im frühen US-Handel 0,3 Prozent im Minus, nachdem wegen des Feiertags am Montag nicht gehandelt worden war. Der internationale Handelskonflikt bleibt Thema. US-Präsident Donald Trump hatte während seines Staatsbesuchs in Japan betont, die USA seien für einen Handelsdeal mit China noch nicht bereit. Amerikanische Zölle auf chinesische Güter könnten sehr schnell sehr deutlich erhöht werden. Auch eine umfassende Handelsvereinbarung zwischen den USA und Japan wird nach Darstellung Trumps vor den dortigen Wahlen erst einmal nicht zustande kommen.

FiatChrysler Aktie gefragt

Am Aktienmarkt könnte sich die neue Fusions- und Konsolidierungsfantasie im Autosektor nun auch auf die Aktien der Hersteller aus den USA auswirken. Am Vortag hatte der italienisch-amerikanische Hersteller Fiat Chrysler seinem französischen Kontrahenten Renault eine Fusion vorgeschlagen und damit bei beiden Werten ein Kursfeuerwerk ausgelöst und den gesamten Sektor angetrieben. Kursgewinne bei Autoaktien hatte es am Dienstag auch in Asien gegeben. Im vorbörslichen US-Handel standen die in New York notierten Fiat-Chrysler-Anteile 8 Prozent höher.

Goldman-Studie stützt Pharmasektor

Eine Studie von Goldman Sachs wirft einen Blick auf Aktien aus dem Pharmasektor. Die US-Bank hatte die Bewertung für zahlreiche Pharmawerte gestartet, darunter Pfizer mit "Conviction Buy" und Johnson & Johnson mit "Buy". Pfizer legten vorbörslich um knapp 1 Prozent zu. Gilead Sciences gaben indes kräftig nach angesichts einer Abstufung durch Goldman von "Neutral" auf "Sell".

Der chinesische Online-Händler Alibaba steht Kreisen zufolge möglicherweise vor einem zweiten Börsengang, diesmal in Hongkong. Alibaba will bei Investoren 20 Milliarden Dollar einsammeln, hieß es. Die Aktien, die bislang nur in New York gelistet sind, standen vorbörslich 1 Prozent höher.

Hauptversammlungen von Fraport und Evonik

Auf Unternehmensseite rückt am Dienstag die Saison der Hauptversammlungen mit diversen Mitgliedern aus der Dax-Familie wieder ins Blickfeld, darunter die Aktionärstreffen von Firmen wie Bechtle , Fraport , Evonik oder der Software AG . Ansonsten blieb der Nachrichtenfluss am Morgen wie schon zu Wochenbeginn vergleichsweise ruhig.

Vorbörslich ein Beweger war ein Analystenkommentar des Bankhauses Lampe, das seine Kaufempfehlung für die vor einigen Tagen noch rekordhohen Aktien von CTS Eventim aufgab. Der Kursrutsch der vergangenen beiden Handelstage droht sich am Dienstag mit einem Abschlag von vier Prozent nochmals fortzusetzen. Gea Group kletterten dagegen vorbörslich um 2,6 Prozent: Barclays-Analyst Lars Brorson kürte die Aktie des Maschinenbauers zum neuen "Top-Pick" im Sektor der Hersteller von Kapitalgütern.

Bei Nordex  machen die Auftragsbücher den Anlegern in diesem Jahr weiter Hoffnung. Ein Auftrag aus den USA hievte die Papiere auf der Handelsplattform Tradegate mit 2,25 Prozent ins Plus. Ab Frühjahr 2020 wird der Spezialist für Windkraftanlagen einen Windpark mit 63 Turbinen mit einer Nennleistung von zusammen 198 Megawatt ausstatten.


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Asien setzt Erholung fort

In der Hoffnung auf ein Konjunkturpaket der chinesischen Regierung steigen Anleger in die asiatischen Aktienmärkte ein. Der japanische Nikkei  legte am Dienstag um 0,4 Prozent auf 21.270 Punkte zu, die chinesische Börse in Shanghai gewann 0,5 Prozent auf 2907 Zähler. "Angesichts durchwachsener Konjunkturdaten und des schwelenden Zollstreits mit den USA tendiert die Markterwartung in Richtung einer lockereren chinesischen Geldpolitik, um das Wachstum zu stützen", schrieben die Analysten der DBS Bank.

Parallel dazu stellte US-Präsident Donald Trump nach seinem Treffen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe ein Handelsabkommen zwischen den beiden Ländern in Aussicht. Zu den Favoriten am japanischen Aktienmarkt zählte Tokyo Electron mit einem Kursplus von 3,1 Prozent. Der Chipindustrie-Zulieferer will eigene Aktien im Volumen von umgerechnet 1,2 Milliarden Euro zurückkaufen.

mit Nachrichtenagenturen
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