Donnerstag, 19. September 2019

Börse Dax fällt, Wirecard steigt, Daimler knickt ein

Dax: Der deutsche Leitindex nähert sich wieder der Marke von 12.200 Punkten

Der Dax fällt zurück ins Minus. Die Aktie von Wirecard setzt dagegen ihre Kursrally fort. Die Aktie von Adidas erreicht eine neue Rekordmarke. Das Papier von Autobauer Daimler gibt am Tag der Hauptversammlung nach.

Starke Schwankungen im Dax: Nach der am Vortag gestarteten Erholung ist der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen am Mittwoch zeitweise über die Marke von 12.200 Punkten geklettert. Anschließend setzten jedoch Gewinnmitnahmen ein, da auch die US-Futures ins Minus drehten. Zuletzt gab der Dax 0,8 Prozent auf 12.070 Zähler nach. Zu den wenigen Gewinnern im Dax gehörten die Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigen und Adidas Börsen-Chart zeigen , während die Aktien von Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen und Daimler Börsen-Chart zeigen am Tag der Hauptversammlung des Autobauers mit einem Minus von 2 Prozent zu den größten Verlierern zählten.

Wirecard setzt Kursrally fort

Spitzenreiter im Dax waren zum Start erneut die Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigen mit einem Kursplus von 2,8 Prozent. Der Online-Zahlungsabwickler hatte zuvor die Zusammenarbeit mit einer indischen Staatsfirma bekanntgegeben. Der Zahlungsdienstleister aus Aschheim setzt damit seine Kursrally fort: Seit Ende März hat die Aktie von Wirecard Börsen-Chart zeigen mehr als 50 Prozent zugelegt. Inzwischen hat die Aktie auch die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie wieder überschritten und notiert wieder über der Marke von 150 Euro.

Adidas Aktie auf Rekordhoch

Ex-Adidas-Model Anna Kournikova: Adidas ist derzeit ähnlich erfolgreich wie seinerzeit der russische Tennis-Star
Getty Images
Ex-Adidas-Model Anna Kournikova: Adidas ist derzeit ähnlich erfolgreich wie seinerzeit der russische Tennis-Star

Die Aktien von Adidas Börsen-Chart zeigen haben am Mittwoch mit 261,80 Euro einen weiteren Höchststand erreicht und dabei rund 1,6 Prozent zugelegt. Adidas ist damit die einzige Aktie im Dax, die in den vergangenen 4 Jahren jeweils zulegen konnte. Analyst Piral Dadhania von der kanadischen Investmentbank RBC stockte in einer aktuellen Studie das Kursziel auf 275 Euro auf und blieb bei der Einstufung "Outperform". Wie die Konkurrenten Nike und Puma hat Adidas seine Marketingausgaben zuletzt verstärkt und sucht seine Werbeträger nicht nur in der Sportlerszene, sondern auch unter den Popstars.

Daimler Aktie am Tag der Hauptversammlung stark unter Druck

Die Aktie von Daimler Börsen-Chart zeigen gehörte mit einem Minus von 3 Prozent am Mittwoch zu den Verlierern im Dax. Daimler-Chef Dieter Zetsche wird auf der Hauptversammlung nicht nur mit Lob, sondern auch mit Kritik von Investoren aus dem Amt des Vorstandsvorsitzenden verabschiedet. Unter Zetsche sei es zwar gelungen, 2016 wieder weltweit führender Hersteller von Premiumautos zu werden, sagte Janne Werning, Analyst der Fondsgesellschaft Union Investment. Dafür hätten sich die Aktionäre aber nichts kaufen können. "Daimler hat es nie wirklich geschafft, aus Premiumpreisen auch Premiummargen zu generieren", kritisierte er. Die Wunschrendite von zehn Prozent im Pkw-Geschäft sei in ganz weite Ferne gerückt, monierte auch Ingo Speich von Deka Investment mit Blick auf das zuletzt nur noch erreichte Niveau von sechs Prozent. Seit Anfang Mai haben die Daimler-Titel damit rund zwölf Prozent ihres Wertes abgegeben.

Asiens Börsen verhalten

Die Lage bleibt jedoch angespannt. An Asiens Börsen hielten sich die Anleger mit Engagements zurück - zumal die USA erwägen, weitere chinesische Firmen auf ihre schwarze Liste zu setzen. Wessen Name darauf steht, wird hinsichtlich seiner Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern streng kontrolliert. "Je nach Nachrichtenlage kommt es zu Kursausschlägen in beide Richtungen, wenngleich der Abgabedruck zuletzt zugenommen hat", sagte Analyst Christian Schmidt von der Helaba. Andere Themen würden aktuell von den Anlegern eher ignoriert, wie etwa der Konflikt der USA mit dem Iran.

Ob die Vortagesentwicklungen in Sachen Brexit nachwirken werden, bleibt abzuwarten. Von der britischen Premierministerin Theresa May waren ein paar Details zur ihrem vierten und vermutlich letzten Versuch gekommen, ihren Deal zum Austritt Großbritanniens aus der EU noch durch das Parlament zu bekommen. Im Wesentlichen ging es dabei um Zugeständnisse in Richtung einer Zollunion, um insbesondere Kontrollen zwischen Nordirland und Irland zu vermeiden. Zudem will May das britische Parlament über ein zweites Referendum zum Brexit abstimmen lassen.

Hauptversammlung bei Daimler: Ola Källenius rückt an die Spitze

Nachdem die Berichtssaison weitgehend abgeschlossen ist, stehen mit Quartalszahlen nur noch vereinzelt Unternehmen im Blick, dagegen umso mehr mit Hauptversammlungen. Bei Daimler Börsen-Chart zeigen rückt Ola Källenius an die Spitze und löst Dieter Zetsche ab. Die Aktionäre werden sehr genau hinhören, welche Akzente Källenius zu setzen gedenkt, um den Autobauer in die neue Ära des Elektrozeitalters zu führen. Offenbar arbeitet Källenius bereits an einem milliardenschweren Sparprogramm.

Auch bei Uniper Börsen-Chart zeigen dürfte es spannend werden. Hier will der Großaktionär Fortum die Entlastung des Vorstands verschieben lassen.

Über sein erstes Jahresviertel 2019 berichtete der Berliner Wohnimmobilienkonzern Ado Properties, der zugleich auch seinen Jahresausblick bestätigte. Laut einem Händler fielen die vorgelegten Ergebniskennziffern etwas schwächer als erwartet aus. Auf der Handelsplattform Tradegate gab es indes vorbörslich noch keine Kursreaktion.


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Wie erwartet gab der Aufsichtsrat von Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen grünes Licht für den weitreichenden Umbau des Industriekonzerns, den zweiten radikalen Kurswechsel bei dem Traditionsunternehmen aus Essen. Bislang wollte Vorstandschef Guido Kerkhoff den finanziell angeschlagenen Konzern in zwei eigenständige Unternehmen für Werkstoffe und Industriegüter aufspalten. Diese Pläne sind damit vom Tisch. Nun soll Thyssenkrupp als Ganzes erhalten bleiben, seine Struktur aber deutlich verändert werden. Auf Tradegate hatte dies für die Aktien allerdings ebenfalls keine Auswirkungen.

In den Fokus dürften indes Aktien nach Analystenkommentaren rücken. So stufte das Bankhaus Lampe die Anteile von Dialog Semiconductor nach den Kursgewinnen der vergangenen Monate von "Kaufen" auf "Halten" ab, was auf Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs für Verluste der Aktie sorgte. Analyst Karsten Iltgen sieht auf dem aktuellen Niveau keine Luft mehr nach oben.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hob indes das Kursziel für Puma von 606 auf 665 Euro an und bekräftigte ihre Kaufempfehlung. Das erste Quartal sei stark gewesen und die Aussagen des Sportartikelherstellers zum zweiten Jahresviertel ermutigend, hieß es. Vorbörslich ging es daraufhin für die Puma-Papiere auf Tradegate aufwärts.

Auch die Aktien von Adidas Börsen-Chart zeigen, die tags zuvor ihre Rekordjagd fortgesetzt hatten und bis auf 258,45 Euro geklettert waren, könnten weiter steigen. Hier hob das Analysehaus RBC das Kursziel von 235 auf 275 Euro an und bekräftigte die Einstufung auf "Outperform". Die Marke und eine Werbeoffensive stünden bei dem Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach im Rampenlicht, schrieb Analyst Piral Dadhania. Eine tiefergehende Betrachtung habe ergeben, dass die Initiativen von Adidas auch darüber hinaus viele Chancen mit sich bringen dürften.

Ölpreise und Euro geben leicht nach

Der Euro hat am Mittwoch im frühen Handel etwas nachgegeben. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1155 US-Dollar und damit etwas weniger als im asiatischen Handel. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1161 Dollar festgesetzt.

Der US-Dollar legte gegenüber vielen Währungen etwas zu. Am Markt wurde als Grund ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg genannt, wonach die USA erwägen, nach dem Telekom-Riesen Huawei weitere chinesische Unternehmen auf ihre schwarze Liste zu setzen. Die Agentur berief sich auf mit der Sache vertraute Personen. Die Geschäfte amerikanischer Unternehmen mit den auf der Liste verzeichneten Unternehmen werden erheblich erschwert, weil sie scharfen Kontrollen unterliegen.

Die Ölpreise haben am Mittwoch weiter nachgegeben. Händler nannten die Aussicht auf eine schwächere Rohölnachfrage als Grund. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 71,72 US-Dollar. Das waren 46 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 55 Cent auf 62,58 Dollar.

Die Aussichten für die globale Nachfrage nach Erdöl und Ölprodukten wie Benzin trüben sich ein. Am Dienstag hatte mit der OECD die nächste internationale Organisation auf die großen wirtschaftlichen Gefahren von Handelskonflikten hingewiesen. Konjunkturelle Belastung geht vor allem vom Handelsstreit zwischen den USA und China aus, den beiden größten Volkswirtschaften der Welt.

Gestützt werden die Ölpreise dagegen durch die Aussicht auf eine weiterhin knappe Rohölproduktion. Das Erdölkartell Opec und mit ihm verbündete Förderländer könnten demnächst eine solche Entscheidung treffen. Hinzu kommen Produktionsausfälle in vielen Förderländern und die politischen Spannungen zwischen den USA und Iran.

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