Freitag, 20. September 2019

Börse Dax steigt, Wirecard Aktie springt

Wirecard Aktie im Plus: Die Kurserholung setzt sich fort. Auch der Dax setzt zur Erholung an
Sven Hoppe / DPA
Wirecard Aktie im Plus: Die Kurserholung setzt sich fort. Auch der Dax setzt zur Erholung an

Nach dem Kursrutsch des Vortags trauen sich Anleger aus der Deckung. Der Dax verzeichnet Kursgewinne. Gefragt sind vor allem Aktien von Wirecard und von Siemens. Der Euro gibt etwas nach, die Ölpreise steigen leicht.

Der deutsche Aktienmarkt hat nach seiner Talfahrt zu Wochenbeginn am Dienstag zu einer Erholung angesetzt. Leichte Entspannungssignale im Handelsstreit zwischen den USA und China lockten wieder einige Käufer hervor. Der Dax Börsen-Chart zeigen stieg zuletzt um 0,8 Prozent auf 12.143 Punkte. Am Montag hatte der deutsche Leitindex noch 1,6 Prozent tiefer bei 12.041 Punkten geschlossen.

Zu den größten Gewinnern im Dax gehörten die Aktien von ThyssenKrupp und von Wirecard Börsen-Chart zeigen mit Kursgewinnen zwischen 4 und 5 Prozent. Der Aufsichtsrat von Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen hat dem Umbau des Konzerns inklusive des geplanten Stellenabbaus zugestimmt.

Wirecard Aktie steigt - 50 Prozent Plus seit Ende März

Die Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigen setzten sich mit einem Plus von rund 5 Prozent an die Dax-Spitze. Der Zahlungsdienstleister aus Aschheim setzte seine Kurserholung fort, nachdem er bereits am Vortag von einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank profitiert hatte. Am Dienstag kletterte die Aktie von Wirecard Börsen-Chart zeigen über die Marke von 150 Euro - vor acht Wochen hatte sie noch bei rund 100 Euro notiert und seitdem knapp 50 Prozent an Wert gewonnen. Wirecard hält die Manipulationsvorwürfe der "Financial Times", die zeitweise zu einem Kursabsturz der Aktie geführt hatten, für erledigt. Mit dem Kursanstieg von rund 3 Prozent kletterte die Aktie auch über die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie: Das stärkt die Hoffnung der Anleger, dass die Erholung der Aktie weitergeht. Im Herbst 2018 hatte Wirecard ein Rekordhoch von 199 Euro markiert, bevor die Vorwürfe der FT für einen Kurssturz der Aktie sorgten.

Wall Street: Dow Jones setzt zur Erholung an

Am US-Aktienmarkt macht sich am Dienstag vorerst wieder etwas Erleichterung in puncto Handelsstreit breit. So hatten die USA ihre Sanktionen gegen den chinesischen Telekomausrüster Huawei vorübergehend gelockert. Der Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen legte im frühen Handel um 0,7 Prozent auf 25 860 Punkte zu.

Die USA lockerten die strengen Maßnahmen gegen den chinesischen Huawei-Konzern nach nur wenigen Tagen teilweise, sodass sich zumindest Handynutzer vorerst keine Sorgen um die Funktionalität ihrer Telefone machen müssen. Ab sofort gilt für 90 Tage eine Regelung, die einige Geschäfte mit Huawei erlaubt. Dabei geht es neben der Versorgung bestehender Smartphone-Nutzer auch um den technischen Betrieb von Mobilfunk-Netzwerken.

Vorbörslich war im Zuge dessen vor allem bei den am Vortag schwer belasteten Technologiewerten Erholung angesagt. Im Chipbereich legten Qualcomm und Xilinx bis zu 3,2 Prozent zu. Die Papiere des Google -Mutterkonzerns Alphabet , dessen Smartphone-Betriebssystem Android auf Huawei-Geräten läuft, rückten um 0,8 Prozent vor. Immer wieder bewegt von den Handelsstreit-Sorgen ist auch Apple , die vorbörslich mit 1,2 Prozent im Plus lagen.

T-Mobile US und Sprint weiter im Blick

Ansonsten macht die geplante Fusion von T-Mobile US mit Sprint weiter Schlagzeilen. Anleger bleiben hier recht zuversichtlich, auch wenn die Beteiligten zwischen die Fronten der US-Genehmigungsbehörden zu geraten drohen. Vorbörslich entwickelten sich die Papiere der Telekom-Tochter stabil, während Sprint um 3,3 Prozent stiegen. Anders als bei der Regulierungsbehörde FCC heißt es in Kreisen, das für Kartellfragen zuständige Justizministerium (DOJ) halte die Zugeständnisse der Unternehmen für nicht ausreichend.

Merck & Co greift einen Tag vor dem geplanten Börsengang von Peloton Therapeutics nach dem Biotech-Unternehmen. Geboten werden 1 Milliarde US-Dollar in Bar plus eventuelle erfolgsabhängige Zuschläge. Peloton hatte die Ausgabespanne für den Börsengang auf bis zu 17 US-Dollar festgelegt. Am Markt hieß es, durch die Nachschläge könne das Merck-Gebot maximal 50 Dollar je Aktie wert sein. Merck-Aktien gaben vorbörslich um 0,3 Prozent nach.

Tesla Aktie bleibt unter Druck - Morgan Stanley sinniert über 10 Dollar je Aktie

Die bereits auf einem Tief seit 2016 notierenden Tesla -Aktien sackten um 3 Prozent ab, nachdem die Investmentbank Morgan Stanley ein schlechtes Extremszenario für die Aktien aufstellte. Analyst Adam Jonas errechnete im schlimmsten Fall, dass sie nur noch 10 US-Dollar wert sein könnten. In seinem Kernszenario blieb er jedoch bei seinem Kursziel von 230 Dollar und der neutralen Einschätzung mit "Equal-weight".

Siemens profitiert von Empfehlung

Die Aktien von Siemens Börsen-Chart zeigen haben am Dienstag unterdessen auf eine Kaufempfehlung der Credit Suisse reagiert. Zuletzt gewannen die Papiere des Industriekonzerns 1,5 Prozent auf 107,08 Euro. Die Portfolio-Verschlankung und das Bekenntnis zur Verbesserung der Barmittel-Entwicklung überlagerten die kurzfristigen zyklischen Risiken, schrieben die Analysten der Schweizer Bank und stuften die Papiere von "Neutral" auf "Outperform" hoch. Das Kursziel hoben sie zudem von 115 auf 143 Euro an.

ThyssenKrupp und Commerzbank: Aufsichtsräte tagen

Bei der Commerzbank Börsen-Chart zeigenund Thyssenkrupp kommen im Tagesverlauf die Aufsichtsräte zusammen, um über die künftige Strategie des jeweiligen Konzerns zu beratschlagen. Außerdem haben die Mobilfunkanbieter 1&1 Drillisch Börsen-Chart zeigenund Telefonica Deutschland Börsen-Chart zeigenzur Hauptversammlung eingeladen.

Anleger griffen auch bei Evotec Börsen-Chart zeigen zu. Die Titel des Biotechunternehmens waren mit plus 2,4 Prozent größter Gewinner im Nebenwerteindex MDax Börsen-Chart zeigen . Der Konzern übernimmt für bis zu 90 Millionen Dollar den Konkurrenten Biotherapeutics in den USA.


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Streit um Huawei geht weiter

Tags zuvor hatte der fortgesetzte Handelsstreit wegen angekündigter US-Sanktionen gegen den chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei vor allem die Chipbranche deutlich unter Druck gebracht. Auch wegen des Iran-Konflikts und angesichts der weiter steigenden Ölpreise hatten die Anleger daher mehrheitlich Vorsicht walten lassen.

Inzwischen gab es in der Causa Huawei aber eine Lockerung. Ab sofort gelte für 90 Tage eine Regelung, die einige Geschäfte mit Huawei erlaube, hatte das US-Handelsministerium in der Nacht zum Dienstag informiert. Dabei geht es vor allem um die Versorgung bestehender Smartphone-Nutzer sowie den Betrieb von Mobilfunk-Netzwerken mit Huawei-Technik. Die Börsen Chinas zeigten sich am Morgen deutlich erholt - auch in der Hoffnung, dass chinesische Zulieferer bei Importausfällen in die Bresche springen.

Euro gibt nach

Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1155 US-Dollar und damit etwas weniger als am späten Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1167 Dollar festgesetzt.

Am Dienstag stehen nur wenige Konjunkturdaten an, die am Devisenmarkt für Bewegung sorgen könnten. Allerdings veröffentlicht die OECD ihren neuen Konjunkturausblick. Daneben werden sich einige hochrangige Zentralbanker aus Europa und den USA zu Wort melden.

Ölpreise steigen wieder

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen kostete am Morgen 72,22 US-Dollar. Das waren 25 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 26 Cent auf 63,36 Dollar. Am Montag hatten die Ölpreise zunächst zugelegt, die Zuwächse aber nicht ganz halten können.

Gestützt werden die Ölpreise derzeit durch die Aussicht auf eine anhaltend knappe Produktion. Das Erdölkartell Opec und mit ihm verbündete Förderländer könnten bald eine entsprechende Entscheidung treffen. Hinzu kommen ungeplante Produktionsausfälle in zahlreichen Förderländern und die politischen Spannungen zwischen den USA und Iran. Für tendenzielle Belastung sorgt dagegen der US-chinesische Handelsstreit, weil er auf den Konjunkturerwartungen und damit der Ölnachfrage lastet.

mit Nachrichtenagenturen

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