Dienstag, 23. Juli 2019

Börse Dax dreht zum Schluss doch noch ins Plus

Händler an der Wall Street: Am Mittwoch starteten die Aktienkurse im Minus.

Die Wende kam am Nachmittag: Bis dahin hatte der Leitindex Dax den Tag mit Verlusten verbracht, doch dann sprang er in den positiven Bereich und sogar wieder über die Marke von 12.000 Punkten. Zum Handelsschluss notierte der Dax bei 12.099 Punkten rund 0,9 Prozent höher.

Auch die Experten vom Börsenstatistik-Magazin Index Radar machen Anzeichen einer Stabilisierung am Aktienmarkt aus. Im Bereich um 11.850 Punkten hätten Dax-Anleger in den vergangenen Wochen schon zweimal erhöhtes Kaufinteresse gezeigt. Am Vortag hatte sich der Index nach einlenkenden Worten von US-Präsident Donald Trump in Sachen Handelskrieg mit China um rund 1 Prozent erholt, ohne jedoch den Sprung über die 12.000 Zähler zu schaffen.

Der MDax Börsen-Chart zeigen legte am Mittwoch um 0,6 Prozent auf 25.557 Punkte zu. Der EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen gewann ebenfalls 0,6 Prozent. In Asien hatten die Börsen zugelegt, obwohl Wirtschaftsdaten aus China zum Einzelhandel, zur Industrieproduktion und zu den Investitionen enttäuscht hatten. Rufe nach Stabilisierungsmaßnahmen seitens der chinesischen Regierung werden nun lauter.

Ein Impuls für die Wende am deutschen Aktienmarkt kam wohl aus den USA. Dort starteten die Kurse schwächer, drehten aber schon nach kurzer Zeit ebenfalls ins Plus. Zuletzt notierten die Leitindizes Dow Jones Börsen-Chart zeigen, Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen und S&P 500 0,4 bis 0,9 Prozent höher als am Vortag.

Die Berichtssaison hierzulande setzte sich fort mit Zahlen von RWE Börsen-Chart zeigen aus dem Dax. Die Aktien setzten mit plus 2,6 Prozent ihren guten Lauf fort. Ein Händler sprach von einem sehr soliden ersten Quartal des Versorgers, das den guten Jahresstart unterstreiche. Die Papiere von Konkurrent Eon gaben indes nach, und zwar noch stärker als die abgezogene Dividende. Goldman Sachs hatte die Anteile von "Buy" auf "Neutral" abgestuft.

Negativ mit minus 11 Prozent fielen im SDax Börsen-Chart zeigen die Papiere von Leoni auf. Der angeschlagene Autozulieferer und Kabelhersteller war zum Jahresauftakt in die roten Zahlen gerutscht. Die UBS rät weiter zum Verkauf der Aktien. Ein grundlegender Umbau sei nötig, um das Unternehmen wieder in die Spur zu bringen, schrieb Analyst Patrick Hummel in seiner aktuellen Studie.

Jeweils nach Zahlenvorlage verloren die Papiere der Kupferhütte Aurubis Börsen-Chart zeigen und des Stahlherstellers Salzgitter Börsen-Chart zeigen kräftig. Auch United Internet Börsen-Chart zeigen und 1&1 Drillisch Börsen-Chart zeigen gerieten nach Zahlen stark unter Druck, während Cancom Börsen-Chart zeigen deutlich zulegten.

Aktien von Axel Springer Börsen-Chart zeigen profitierten mit Kursgewinnen von einer Hochstufung durch JPMorgan. Die Aktien von Osram Börsen-Chart zeigen litten unter der Ankündigung des Lichtkonzerns, das Aktienrückkaufprogramm nicht fortzusetzen.

Das Wirtschaftswachstum in Deutschland war im ersten Quartal so ausgefallen wie von Volkswirten erwartet. Am Nachmittag könnte sich das Interesse dann noch auf Konjunkturdaten aus den USA richten. Vor allem die Umsätze des Einzelhandels stehen im Fokus, basiert doch ein Großteil des Wachstums auf dem privaten Konsum.


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Italiens Warnungen belasten Euro nur kurz

Der Euro hat sich am Mittwoch nur wenig bewegt und knapp über der Marke von 1,12 US-Dollar gehalten. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1209 Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag noch etwas höher auf 1,1226 Dollar festgesetzt.

Damit konnte die gestrige Ankündigung des stellvertretenden Regierungschefs von Italien, Matteo Salvini, die Defizit-Regeln der Europäischen Union falls notwendig zu brechen, den Euro nur zeitweise belasten. Im weiteren Handelsverlauf dürften Daten zum Wirtschaftswachstum in Deutschland und in der Eurozone für neue Impulse im Devisenhandel sorgen.

Ölpreise geben nach

Die Ölpreise sind am Mittwoch gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 70,99 US-Dollar. Das waren 25 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 42 Cent auf 61,36 Dollar.

Marktbeobachter erklärten den Rückgang mit der jüngsten Entwicklung der Ölreserven in den USA. Am Vorabend war bekannt geworden, dass der Interessenverband American Petroleum Institute (API) in der vergangenen Woche einen Anstieg der Lagerbestände an Rohöl um 8,63 Millionen Barrel verzeichnet hat.

Die offiziellen Lagerdaten der US-Regierung werden am Nachmittag erwartet und könnten im Ölhandel für neue Impulse sorgen. Ein Anstieg der Reserven kann ein Hinweis für ein zu hohes Angebot oder eine geringe Nachfrage sein und belastet in der Regel die Ölpreise

mit Nachrichtenagenturen

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