Mittwoch, 22. Mai 2019

Dax und Dow Jones auf Talfahrt Chinas Zoll-Replik lässt die Börsen beben

Besorgte Gesichter an der New Yorker Börse: Die Aktienkurse befinden sich auf Talfahrt.

Die Aktienkurse sind am Montag durch den sich hochschaukelnden Zollstreit erneut schwer unter Druck geraten. Der vorsichtige Optimismus ist nach der Ankündigung, dass China Strafzölle gegen US-Waren erhöhen will, verflogen.

Der Dax ist am Montag durch den sich hochschaukelnden Zollstreit erneut schwer unter Druck geraten. Der deutsche Leitindex weitete sein Minus zwischenzeitlich auf 2,6 Prozent aus, notierte zum Handelsschluss aber nur noch mit 1,5 Prozent im roten Bereich bei 11.876 Punkten. Er fiel damit nicht nur weit unter die Marke von 12.000 Punkte zurück, sondern auch auf seinen niedrigsten Stand seit einem Monat.

Zudem rutschten am Nachmittag auch an der Wall Street zum Handelsstart die Kurse ab. Der Blue-Chip-Index Dow Jones verlor etwa 2 Prozent, der breitere S&P 500 fiel um 1,7 Prozent. Auch die Kurse an der Tech-Börse Nasdaq notierten mit mehr als 2 Prozent im Minus.

Als Anlass für die Kursverluste gilt die Ankündigung Chinas, US-Waren im Wert von 60 Milliarden Dollar mit höheren Zöllen zu belegen. Vom 1. Juni an sollen knapp 2500 US-Produkte mit 25 Prozent Importzoll belegt werden, hieß es aus Peking. Auf weitere Waren sollen ebenfalls Strafzölle erhoben werden, allerdings mit niedrigeren Zollsätzen. Die "Anpassung" sei eine "Antwort auf den US-Unilateralismus und Handelsprotektionismus", so Chinas Behörden weiter.

Der vorsichtige Optimismus, den die USA und China am Freitag nach der jüngsten Gesprächsrunde zunächst an die Wall Street trugen, ist damit schon wieder verflogen. Der MDax sank vor diesem Hintergrund am Montag um 2,6 Prozent auf 24.980 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zeigte sich mit 3316 Punkten 2,4 Prozent schwächer.

An der Frankfurter Börse zogen die Anleger vor allem bei konjunkturempfindlichen Branchen die Notbremse. So mangelte es wegen der Unsicherheit um den Zollstreit am Interesse, Aktien aus der Autobranche zu kaufen. Vor allem die Titel des Autobauers Daimler und des Zulieferers Continental kamen mit bis zu 4,4 Prozent unter Druck.


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Eon gab um ein halbes Prozent nach. Der Energiekonzern hatte Resultate zum ersten Quartal vorgelegt, die aber nicht als bedeutender Kurstreiber angesehen wurden.

Abgeschlagenes Schlusslicht im Dax waren die Aktien von Thyssenkrupp mit einer Gegenreaktion auf ihr jüngstes Kursfeuerwerk. Nach dem fast 30-prozentigen Kurssprung vom Freitag ruderten die Papiere des Industriekonzerns zu Wochenbeginn am Dax-Ende um 7,5 Prozent zurück.


Der Euro stieg bis auf 1,1258 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1230 US-Dollar festgesetzt, womit der Dollar umgekehrt 0,8905 Euro kostete.

mit Nachrichtenagenturen

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