Samstag, 20. Juli 2019

Börse Dax steigt auf über 12.000 Punkte - ThyssenKrupp haussiert

Dax-Kurve in Frankfurt am Main

Die Hoffnung auf eine Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China hat den Dax am Freitag auf über 12.000 Punkte steigen lassen - auch wenn die Chancen auf eine Einigung nur dünn sind. Für Aufsehen unter Investoren sorgte ThyssenKrupp. Das Unternehmen verzichtet auf die Aufspaltung, was die Aktie auf Höhenflug schickt.

Die Hoffnung auf eine Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China hat den Aktienmärkten zum Wochenschluss Auftrieb verliehen. Der Dax Börsen-Chart zeigen stieg am Freitagvormittag um 1 Prozent auf 12.094 Punkte, der EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen lag 0,9 Prozent höher bei 3379 Zählern. Der MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen Werte gewann am Freitag 1,27 Prozent auf 25 543,78 Punkte.

Die Anleger setzten trotz der jüngsten US-Zollerhöhung auf chinesische Importgüter darauf, dass beide Wirtschaftsmächte den Streit doch noch beilegen können. "Die Hoffnung auf eine Einigung in letzter Minute ist noch nicht gestorben, auch wenn technisch die höheren Strafzölle an diesem Morgen in Kraft getreten sind", sagte Jochen Stanzl, Chefanalyst beim Handelshaus CMC Markets.

Marktexperte Stephan Rieke von der Bank ODDO BHF bezeichnete es als ermutigend, dass US-Präsident Donald Trump darüber gesprochen habe, mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping zu telefonieren. "Wichtig ist, dass der Gesprächsfaden nicht abreißt - offenbar auch für die Marktteilnehmer, die mit der aktuellen Eskalation bemerkenswert gelassen umgehen."

"Allzu viel Gelassenheit sollten die Anleger aber in dieser Situation nicht an den Tag legen", warnte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Brokerhaus AxiTrader. "Scheitern die Verhandlungen heute, dürfte eine Neuaufnahme sehr schwierig werden." Auch weil Trump die Toleranz der chinesischen Regierung teste, wie lange sie bereit sei, unter massivem Druck zu verhandeln.

ThyssenKrupp haussiert nach Meldung über Aufspaltungs-Verzicht

Mit einem Kursplus von zeitweise mehr als elf Prozent setzten sich die ThyssenKrupp-Aktien nach einem Reuters-Bericht an die Dax-Spitze, wonach das Unternehmen auf die Aufspaltung verzichtet. Damit zieht ThyssenKrupp-Chef Guido Kerkhoff die Notbremse und legt seine beiden wichtigsten Projekte zu den Akten. Das Unternehmen erklärte, der Vorstand schlage vor, die lukrative Aufzugsparte stattdessen an die Börse zu bringen.

Im Dax sorgten auch die Geschäftszahlen der Deutschen Post Börsen-Chart zeigen für Aufsehen. Das Unternehmen hat zu Jahresbeginn mehr Umsatz und Gewinn erwirtschaftet als erwartet. Allerdings brach der Ertrag im Heimatgeschäft Post & Paket Deutschland wegen erhöhter Personalkosten und eines Sondereffekts aus dem Vorjahr deutlich ein.

Der Kurs der Post-Aktie drehte nach einem kurzen Sprung ins Plus in die Verlustzone, erholte sich dann aber wieder. Zuletzt lag die Aktie wieder mit 0,59 Prozent im Plus bei 29 Euro, blieb aber unter den schwächeren Werten im Dax . Trotz kräftiger Kursgewinne seit dem Jahreswechsel ist sie damit immer noch rund 15 Prozent weniger wert als vor einem Jahr.


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Im MDax Börsen-Chart zeigen gewannen die Gea Group-Papiere Börsen-Chart zeigenmehr als neun Prozent. Der seit drei Monaten amtierende Chef Stefan Klebert gab den Startschuss für den Umbau des unter Druck geratenen Anlagenbauers und will bis zu 250 Stellen streichen. Die Bechtle-Titel legten zeitweise knapp zehn Prozent zu. Bei dem schwäbischen IT-Händler brummt das Geschäft. Das verhalf dem europäischen Branchenindex zu einem Plus von 1,27 Prozent.

Bei Bechtle Börsen-Chart zeigenlobte Analyst Knut Woller von der Baader Bank ein starkes Wachstum des IT-Systemhauses trotz eines schwierigen konjunkturellen Umfelds. Die Papiere zogen um 7,5 Prozent an und erreichten ein Rekordhoch jenseits von 100 Euro. Sie hievten auch die Papiere des IT-Dienstleisters Cancom Börsen-Chart zeigenum 4,8 Prozent mit nach oben.

Die Aktien von Thomas Cook Börsen-Chart zeigen wurden von einem TV-Bericht über ein Interesse der Fluggesellschaft Virgin Atlantic am Langstreckengeschäft des britischen Reisekonzerns angetrieben. Die Papiere des hoch verschuldeten Unternehmens notierten bis zu 9,3 Prozent höher.

Schließlich werden angesichts der laufenden Hauptversammlungs-Saison einige Aktien mit Dividendenabschlag gehandelt. Dazu zählen die Papiere des Sportartikelherstellers Adidas Börsen-Chart zeigen und des Baustoffkonzerns HeidelbergCement Börsen-Chart zeigen.

Zuspitzung des Handelsstreits bewegt Ölpreise kaum

Die Ölpreise haben sich am Freitag trotz einer weiteren Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China nur wenig bewegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 70,48 US-Dollar. Das waren neun Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 13 Cent auf 61,83 Dollar.

Der Rohölmarkt befindet sich weiterhin im Spannungsfeld zwischen Nachfrage- und Angebotssorgen. Auf der Nachfrageseite belastet der US-chinesische Handelsstreit, der in der Nacht auf Freitag mit einer Erhöhung von Strafzöllen durch die USA weiter eskaliert ist. Der Konflikt zählt zu den größten Bedrohungen für die Weltwirtschaft und damit auch für die globale Ölnachfrage.

Euro weiter über 1,12 Dollar

Der Euro hat am Freitag weiter über der Marke von 1,12 US-Dollar notiert. Die Erhöhung von Strafzöllen auf chinesische Importe durch die USA bewegte die Währungskurse wenig. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1225 Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1193 Dollar festgesetzt.

Zum Wochenausklang stehen in Europa vor allem Produktionsdaten aus der Industrie im Blick. Veröffentlicht werden Zahlen aus Frankreich und Italien. In den USA dürften neue Inflationsdaten Interesse hervorrufen. Die Zahlen sind von Bedeutung für die Geldpolitik der amerikanischen Notenbank Fed, die ihren Zinserhöhungskurs vorerst abgebrochen hat. Vor dem Wochenende äußern sich zudem zahlreiche Notenbanker.

mit Nachrichtenagenturen

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