Sonntag, 21. Juli 2019

Kursrutsch an der Börse Dax und Dow tauchen ab - die Angst ist zurück

Dax-Kurve der Deutschen Börse: Erneut abwärts

Die drohende Eskalation im Zollstreit zwischen USA und China sorgt für einen Kursrutsch an der Börse. Der Dax droht unter die Marke von 12.000 Punkten zu stürzen.

Der Dax Börsen-Chart zeigen ist am Dienstag nach einer freundlichen Eröffnung erneut ins Minus gerutscht. Zuletzt baute der deutsche Leitindex seine Verluste auf 1,4 Prozent aus und drohte im späten Handel unter die Marke von 12.000 Punkten zu rutschen. Vor allem von den US-Börsen kam Verkaufsdruck: Dow Jones und Nasdaq notierten am Abend jeweils knapp 2 Prozent schwächer.

Am Montag hatte der von US-Präsident Donald Trump neu angefachte Handelszwist mit China die jüngste Kurs-Rally jäh beendet. Die Ankündigung weiterer Sonderzölle löste weltweit Sorgen vor einer neuen Eskalation des Konflikts zwischen den beiden größten Volkswirtschaften aus.

Hierzulande nahm die Berichtssaison der Unternehmen mit allein vier Dax-Konzernen wieder Fahrt auf. Für ein positives Ausrufezeichen sorgte Vonovia Börsen-Chart zeigen : Steigende Mieten und die Zukäufe im Ausland bescherten Deutschlands größten Immobilienkonzern im Auftaktquartal deutlich mehr Gewinn. Die Aktien zogen unter den Favoriten im Dax Börsen-Chart zeigen zeitweise um rund 5 Prozent an, gaben dann aber einen Teil ihrer Gewinne in einem schwachen Markt wieder ab.

Vonovia und Wirecard gegen den Trend im Plus

Leichte Gewinne verbuchte gegen den Trend auch die Aktie von Wirecard Börsen-Chart zeigen. Der Zahlungsdienstleister aus Aschheim legt am Mittwoch Zahlen für das erste Quartal vor. Seit Ende Januar ist Wirecard in schwerem Fahrwasser - was aber weniger mit dem Tagesgeschäft zu tun hat als mit den Fragen, die sich rund um das Geschäftsgebaren der Firma stellen. Konnte Wirecard bisher immer alle Verdächtigungen abschütteln, musste der Konzern diesmal nach Vorwürfen in der "Financial Times" zumindest einräumen, dass es "Qualitätsmängel" in der Buchhaltung gegeben hat, und dass einige Buchungen rund um Softwarelizenzen wieder korrigiert werden mussten. Möglicherweise haben sich auch einige Mitarbeiter bei einer Tochter in Singapur strafbar gemacht. Betrug und systematische Luftbuchungen sieht das Unternehmen nach eigens in Auftrag gegebenen Untersuchungen aber als ausgeschlossen an.

BMW und Henkel unter Druck

Der Autobauer BMW Börsen-Chart zeigen war in seinem Kerngeschäft wegen der Milliardenrückstellung für eine drohende Kartellstrafe der Europäischen Union in die roten Zahlen gerutscht. Damit verloren die Anteilsscheine fast 2 Prozent.

Ferner fiel das bereinigte operative Ergebnis von Henkel Börsen-Chart zeigen im ersten Quartal etwas stärker als von Analysten gedacht. Der Konsumgüterkonzern hatte zuletzt höhere Investitionen angekündigt. Die Aktien sackten am Dax-Ende um knapp 4 Prozent ab.


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Wall Street gibt deutlich nach - einen Tag nach Trumps Drohung

Der wieder in den Fokus gerückte Zollstreit zwischen den USA und China bleibt am Dienstag das beherrschende Thema an der Wall Street. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen knüpfte mit einem Abschlag von 1,5 Prozent an seine Schwäche vom Vortag an, als er nach ersten Wogen letztlich aber nur moderat im Minus geschlossen hatte.

Auch wenn die Anleger auf die angedrohten Zollerhöhungen des US-Präsidenten Donald Trump am Vortag nicht so verschreckt reagiert hätten wie zunächst befürchtet und China die Verhandlungen weiterführen will, gelten die Sorgen am Markt als noch nicht ausgestanden. Die USA machen China für die neuerliche Eskalation verantwortlich: In den Verhandlungen bereits gemachte Zusagen seien wieder zurückgenommen worden, sagte der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer am Montag.

Auch für die übrigen New Yorker Indizes stand vor diesem Hintergrund am Dienstag im frühen Handel ein negatives Vorzeichen. Der breit aufgestellte S&P 500 gab um 1,35 Prozent auf 2892,75 Punkte nach und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen fiel um 1,57 Prozent auf 7671,51 Zähler.

Kapitalmarktanalyst Markus Glockenmeier von der National-Bank sprach an den Märkten von einer "Verschnaufpause" und vermutet, dass die vom Handelskonflikt ausgehende Unsicherheit eine Konsolidierung auf dem zuletzt erhöhten Kursniveau begünstigt. Seiner Einschätzung nach spricht es auch gegen eine Fortsetzung der bisherigen Rally in diesem Jahr, dass der Mai üblicherweise bei Börsianern nicht als Wonnemonat angesehen wird.

Auf der Unternehmensseite dominierten die großen Industrie- und Technologiewerte wie schon am Vortag die Verliererlisten. Für die Aktien von Boeing Börsen-Chart zeigen , United Technologies , Microsoft Börsen-Chart zeigen und Apple Börsen-Chart zeigen ging es im Zuge der Zollsorgen um zwischen 1,5 und 2,3 Prozent bergab.

Euro legt leicht zu, Türkische Lira unter Druck

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat am Dienstag im frühen Handel etwas zugelegt. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1210 US-Dollar und damit etwas mehr als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1199 Dollar festgesetzt.

Unter Druck stand am Morgen weiterhin die türkische Lira. Sie war zu Wochenbeginn zum US-Dollar auf den tiefsten Stand seit Oktober 2018 gefallen. Auslöser war die Entscheidung der türkischen Wahlbehörde, die Bürgermeisterwahl in der Metropole Istanbul wiederholen zu lassen. Der Kandidat der Regierungspartei AKP war dem Kandidaten der oppositionellen CHP knapp unterlegen gewesen. Die Entscheidung der Wahlwiederholung löste Sorgen um die politische Stabilität der Türkei aus.

Ölpreise wenig verändert

Die Ölpreise haben sich am Dienstag im frühen Handel zunächst wenig von der Stelle bewegt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen 71,20 US-Dollar. Das waren vier Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg dagegen leicht auf 62,37 Dollar.

Die Ölpreise sehen sich derzeit zwei gegenläufigen Entwicklungen ausgesetzt. Für Belastung sorgen Ängste vor einer weiteren Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China. Die Vereinigten Staaten hatten zuletzt eine Erhöhung von Strafzöllen auf chinesische Importe angekündigt, weil sie mit den Handelsgesprächen unzufrieden sind. Riskante Anlagen wie Rohöl wurden deshalb gemieden.

Preisauftrieb kommt dagegen aus der ölreichen persischen Golfregion. Am Montag hatten die USA angekündigt, einen Flugzeugträger und eine Bomberstaffel in den Mittleren Osten zu verlegen. Hintergrund ist der Streit über das Atomprogramm des Iran. Zudem droht das islamische Land seit längerem, die für den Öltransport eminent wichtige Seestraße von Hormus zu blockieren.

mit Nachrichtenagenturen

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