Sonntag, 18. August 2019

Börse Dow drückt Dax ins Minus, Nasdaq auf Rekordhoch

Dax-Kurve in Frankfurt

Der Dax hat neun Tage in Folge zugelegt - nun setzen Gewinnmitnahmen ein. Dax-Schwergewicht Bayer bestätigt seine Prognose, die Aktie legt zu. Die Papiere von Wirecard geben erneut nach. Der Dow Jones rutscht ab, während der Tech-Index Nasdaq ein Rekordhoch erreicht.

Der Dax Börsen-Chart zeigen ist am Donnerstag nach einer neuntägigen Gewinnserie wieder ins Minus gedreht. Nach der Kursrally der vergangenen Tage nahmen Anleger Gewinne mit, zumal auch in den USA der Dow Jones Börsen-Chart zeigen in die Verlustzone drehte. Bis zum Nachmittag baute der Dax seine Verluste aus und fiel deutlich unter die Marke von 12 300 Punkten zurück. Seit seinem letzten Verlusttag war der Dax um fast 4 Prozent von Jahreshoch zu Jahreshoch geklettert. Größter Verlierer im Dax war am Nachmittag die Aktie von Wirecard Börsen-Chart zeigen mit einem Verlust von knapp 4 Prozent. Am Vortag hatte das Papier des Zahlungsdienstleisters noch stark zugelegt.

In den USA rutschte der Dow Jones Börsen-Chart zeigen im frühen Handel ebenfalls in die Verlustzone. Angesichts eines Kursrutsches bei den Aktien des Mischkonzerns 3M nahmen Anleger Gewinne mit. Der Konzern gilt als Konjunktur-Indikator.

Microsoft knackt Billionen-Dollar-Grenze

Der Software-Riese Microsoft Börsen-Chart zeigen hingegen machte zu Jahresbeginn dank boomender Cloud-Dienste deutlich mehr Gewinn und Umsatz. In den Bereichen mit hohen Margen (Windows OEM, Serverprodukte) habe das Unternehmen die Erwartungen übererfüllt, schrieb Analyst Brad Zelnick von der Schweizer Bank Credit Suisse. Damit ging es für die Microsoft-Anteilsscheine um rund 5 Prozent nach oben. Damit war Microsoft an der Börse erstmals 1 Billionen Dollar schwer. Zuvor war dies bereits dem Computer-Konzern Apple Börsen-Chart zeigen und dem Online-Händler Amazon Börsen-Chart zeigen gelungen.

Nasdaq auf Rekordhoch - Kurssprung bei Facebook

Der Tech-Index Nasdaq Börsen-Chart zeigen markierte unterdessen am Donnerstag mit 8139 Punkten das höchste Niveau aller Zeiten. Um mehr als 8 Prozent nach oben ging es dabei für die Aktien von Facebook Börsen-Chart zeigen . Das Online-Netzwerk hatte seinen Umsatz im ersten Quartal stärker gesteigert als gedacht.

Im Fokus stehen am deutschen Aktienmarkt zahlreiche Unternehmensberichte. Im Dax legten Bayer Börsen-Chart zeigen fast 3 Prozent zu. Bayer bestätigte den Jahresausblick, ein Börsianer sprach mit Blick auf die Probleme des Konzerns von beruhigenden Zahlen.

Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank gescheitert

Die Aktien der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen profitierten zunächst von der Nachricht, dass die Fusionsgespräche mit der Commerzbank gescheitert sind. Am Nachmittag rutschte die Aktie der Deutschen Bank jedoch erneut ins Minus. Auch die Aktie der Commerzbank Börsen-Chart zeigen schwankte stark: Die Papiere der teilverstaatlichten Bank, die im Falle eines Zusammenschlusses von der Deutschen Bankübernommen werden würde, gaben gut zwei Prozent nach und bauten damit die Verluste der Vortage aus.


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Bayer steigert Umsatz und Gewinn

Spitzenreiter im Dax waren allerdings Bayer mit einem Kursplus von 3,3 Prozent. Dank der Übernahme des Saatgut-Anbieters Monsanto stieg der Betriebsgewinn des Pharma- und Agrarchemie-Konzerns um 44 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Der Markt sei offenbar erleichtert, dass die Klagen wegen des Unkrautvernichters Glyphosat das operative Ergebnis nicht belaste, schrieb Analyst Volker Braun vom Bankhaus Lampe.

Die Papiere von Delivery Hero Börsen-Chart zeigen verteuerten sich sogar um bis zu 9,5 Prozent. Der Essenslieferant verdoppelte seinen Quartalsumsatz auf 2167 Millionen Euro.

US-Sanktionen treiben Ölpreis - Brent auf Sechs-Monats-Hoch

Am Rohölmarkt ging die Rally weiter. Der Preis für die Sorte Brent aus der Nordsee stieg um 1,4 Prozent auf ein Sechs-Monats-Hoch von 75,60 Dollar je Barrel (159 Liter). Grund hierfür waren Börsianern zufolge erneut die verschärften US-Sanktionen gegen Iran. Andere Export-Staaten wie Saudi-Arabien oder Russland hätten allerdings ausreichende Reserve-Kapazitäten, um Ausfälle iranischer Lieferungen aufzufangen, sagte Bjoernar Tonhaugen, Chef-Ölanalyst der Beratungsfirma Rystad.

Berichtsaison auf dem Höhepunkt

Die Aktien von Adidas gerieten nach einer Abstufung auf "Neutral" durch die Analysten der Credit Suisse unter Druck. Der Sportartikelkonzern stand damit nach Abschlägen von rund 1,2 Prozent am Dax-Ende.

Auch im MDax brummt die Berichtssaison. Eine erhöhte Umsatzprognose gab Delivery Hero einen kräftigen Schub. Die Papiere des Essenslieferanten setzten sich mit einem Plus von 2,2 Prozent in die Index-Spitzengruppe.

Der Gabelstaplerhersteller Kion ist mit Zuwächsen ins neue Geschäftsjahr gestartet. Die Zahlen fielen leicht besser aus, als von Analysten erwartet. Die Aktie geriet dennoch unter Druck und verlor zuletzt rund 1,5 Prozent.

Stark angetrieben von einer Analystenstudie setzte sich Südzucker mit einem Plus von mehr als 7 Prozent an die SDax-Spitze. Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hob Südzucker von "Reduce" direkt auf "Buy". Nach der Liberalisierung zeichne sich nun schneller als erwartet eine Balance zwischen Angebot und Nachfrage auf dem europäischen Zuckermarkt ab, schrieb Analyst Anton Brink

Asiens Börsen im Plus, Japans Notenbank stützt

Der Nikkei Börsen-Chart zeigen hat am Donnerstag wieder Kraft geschöpft und seine Vortagesverluste mehr als wettgemacht. Der japanische Leitindex stieg um 0,48 Prozent auf 22 307,58 Punkte.

Für positive Impulse sorgte die Geldpolitik: Die japanische Zentralbank fährt angesichts der hartnäckig niedrigen Inflation weiter einen extrem lockeren Kurs. Geschäftsbanken können sich damit weiter so gut wie kostenlos Geld bei der Notenbank besorgen, Kredite für Investitionen der Wirtschaft und für Verbraucher sollen billig bleiben.

In China aber erwies sich die leichte Erholung des CSI 300 am Mittwoch als Strohfeuer: Der Index mit den 300 wichtigsten Werten an den chinesischen Festlandbörsen knüpfte wieder an seine zu Wochenbeginn erlittenen Verluste an und fiel kurz vor Handelsschluss um rund 1 Prozent. In Hongkong schließlich bewegte sich der Hang Seng zuletzt nur wenig.

Euro kaum verändert

Der Euro in Dollar Börsen-Chart zeigen hat die Kursverluste der vergangenen Handelstage am Donnerstag vorerst nicht weiter fortgesetzt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1155 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,1209 (Dienstag: 1,1245) Dollar festgesetzt.

Leichte Kursgewinne gab es hingegen beim japanischen Yen. Am frühen Morgen hatte die japanische Zentralbank angesichts der hartnäckig niedrigen Inflation an ihrer extrem lockeren Geldpolitik festgehalten. Geschäftsbanken können sich damit weiter so gut wie kostenlos Geld bei der Notenbank besorgen. Außerdem senkten die Währungshüter ihre Wachstumsprognose für die japanische Wirtschaft und machten deutlich, dass die Leitzinsen noch mindestens bis etwa zum Frühjahr 2020 auf dem aktuell extrem niedrigen Niveau verharren werden.

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