Donnerstag, 23. Mai 2019

Börse Disney Aktie vor "Avengers"-Kinostart auf Rekordhoch

Scarlett Johansson: Auch sie ist als Black Widow bei Avengers dabei

Der Dax notiert auf dem höchsten Niveau seit sechs Monaten. Ob die Kursrally weitergeht, darüber entscheiden auch die Zahlen von Daimler, Bayer und der Deutschen Bank in dieser Woche. In den USA sind die Aktien von Twitter und Walt Disney gefragt.

Der Dax Börsen-Chart zeigen ist nach der jüngsten Gewinnserie zunächst nicht von der Stelle gekommen. Der deutsche Leitindex notierte am Dienstag Nachmittag kaum verändert bei 12 205 Punkten. Zu den größten Gewinnern gehörte die Aktie von Daimler Börsen-Chart zeigen mit einem Plus von 1,3 Prozent.

Allein in den vergangenen sieben Handelstagen hatte der Dax um mehr als 3 Prozent zugelegt und ein Jahreshoch erklommen. Aus Übersee kamen derweil kaum Impulse:

US-Börsen kaum verändert

Zahlreiche positive Unternehmensberichte haben die US-Börsen am Dienstag gestützt. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen notierte kurz nach Handelsbeginn kaum verändert bei 26.585 Punkten. Im Dow Jones Börsen-Chart zeigen mit seinen 30 Werten übertrafen sowohl Coca-Cola Börsen-Chart zeigen als auch United Technologies und Verizon Börsen-Chart zeigen mit ihren Quartalszahlen die Erwartungen am Markt. Der Softgetränke-Hersteller Coca-Cola überraschte im ersten Quartal dank gestiegener Nachfrage und höherer Preise mit seinen Gewinnen.

Disney Aktie auf Rekordhoch: Avengers - Endgame startet in den Kinos

In der Hoffnung auf Rekord-Einspielergebnisse des Superhelden-Films "Avengers: Endgame" steigen Anleger bei Walt Disney ein. Die Aktien des US-Medienkonzerns stiegen im vorbörslichen US-Geschäft am Dienstag um 1,2 Prozent auf ein Rekordhoch von 133,20 Dollar. Der Streifen feiert am Mittwoch seinen Kinostart. Experten zufolge könnte der Film am ersten Wochenende allein in Nordamerika mehr als 257,7 Millionen Dollar einspielen. Damit würde "Endgame" den bisherigen Rekord von "Avengers: Infinity War" knacken. Die "Avengers"-Reihe ist die weltweit ertragsreichste Kinofilm-Reihe.

United Technologies sprangen vor dem Handelsstart um etwas mehr als 3 Prozent hoch. Der vor allem in den Bereichen Raum- und Luftfahrt aktive Technologiekonzern hob nach der Vorlage besser als erwarteter Quartalszahlen sein Jahresziel für den Gewinn an. Zu verdanken ist dies vor allem der Stärke im Luftfahrtmarkt. Auch der Telekomkonzern Verizon hob nach besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen auf bereinigter Basis sein Jahresergebnisziel je Aktie an. Vorbörslich allerdings reagierten dessen Anteilsscheine kaum.

Procter & Gamble nach Zahlen unter Druck

Um knapp 2 Prozent abwärts ging es indes für die Papiere des Konsumgüterherstellers Procter & Gamble Börsen-Chart zeigen . Zwar wuchs dieser in seinem dritten Geschäftsquartal stärker als erwartet, allerdings bremste der starke US-Dollar etwas. Zudem kritisierten Analysten die operative Marge auf Vorjahresniveau. Dies lasse vermuten, dass Preiserhöhungen nicht vollends durchgesetzt werden konnten und sich Kostensenkungen weniger stark niederschlugen als erwartet worden sei, hieß es etwa seitens der DZ Bank dazu.

Die im S&P 100 notierten Anteilsscheine des Spielzeugherstellers Hasbro indes sprangen vor dem Börsenbeginn um etwas mehr als 16 Prozent hoch. Während am Markt für das erste Quartal dieses Jahres ein Verlust erwartet wurde, überraschte der Konzern mit einem Gewinn.

Hasbro und Twitter mit Kursgewinnen

Auch Twitter Börsen-Chart zeigen überzeugte. Der Kurznachrichtendienst meldete für das erste Quartal einen überraschend starken Umsatz und auch die Zahl der täglichen Nutzer war höher als erwartet. Während es für die Anteilsscheine im frühen Handel um 6,5 Prozent nach oben ging, profitierten die von Snap mit plus 3 Prozent. Das mit Snapchat in diesem Bereich ebenfalls aktive Unternehmen wird im weiteren Tagesverlauf noch über seine eigenen Quartalszahlen berichten

Wirecard Aktie knickt ein: Verbot von Leerverkäufen endet

Im Dax Börsen-Chart zeigen rücken die Aktien von Wirecard in den Fokus. Die Finanzaufsicht Bafin beendete ihre Vorsichtsmaßnahmen gegen zeitweilig befürchtete illegale Attacken von Börsenspekulanten auf den Zahlungsabwickler. Das zweimonatige Verbot, neue Netto-Leerverkaufspositionen in Wirecard-Aktien aufzubauen oder bestehende Netto-Leerverkaufspositionen zu erhöhen, lief am Donnerstagabend um Mitternacht aus. Prompt brach die Aktie erneut ein: Die Aktien gaben am Dienstagmorgen im Vergleich zum letzten Xetra-Schluss um rund 7P rozent nach und fielen zeitweise auf 111 Euro.

Weiter im Blick steht eine mögliche Fusion zwischen Deutscher Bank und Commerzbank . Jüngst wurden die Anteilsscheine der Commerzbank Börsen-Chart zeigen von einem Bericht des manager magazins über ein Interesse des niederländischen Finanzkonzerns ING an dem Institut angetrieben. Nun hieß es, dass im Aufsichtsrat der Deutschen Bank der Widerstand gegen einen Kauf der Commerzbank wachse.

Die im MDax Börsen-Chart zeigen gelisteten Aktien von Deutsche Wohnen stiegen auf der Handelsplattform Tradegate um rund 2,5 Prozent gegenüber die Xetra-Schluss vom Donnerstag. Das Investmenthaus Kepler Cheuvreux rät zum Kauf der Papiere.

SAP, Bayer, Wirecard und Daimler mit Zahlen

Durch eine Flut von Quartalszahlen haben sich Börsianer in der verkürzten Handelswoche nach Ostern zu kämpfen. Die Qualität der Ergebnisse, vor allem aber die Prognosen der Unternehmen für den Rest des Jahres dürften darüber entscheiden, ob es nach der beeindruckenden Rally seit Jahresbeginn weiter aufwärts geht.

Mit SAP Börsen-Chart zeigen , Bayer Börsen-Chart zeigen , Daimler Börsen-Chart zeigen , Wirecard Börsen-Chart zeigen und der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen lassen sich ab Mittwoch gleich mehrere Dax -Schwergewichte in die Bücher schauen. Bei der Deutschen Bank dürften Anleger allerdings "mehr auf den Ausgang der Fusionsgespräche mit der Commerzbank schauen als auf die Quartalszahlen", prognostizierte Analyst Philipp Häßler von Pareto Securities. Auf "50 zu 50" beziffert der Experte die Wahrscheinlichkeit, dass der Deal am Ende zustande kommt.

Zum Wochenschluss dürfte es zudem auf der Hauptversammlung des Agrarchemie- und Pharmakonzerns Bayer hektisch zugehen. Das Management um Konzernchef Werner Baumann wird Aktionärskritik stellen müssen nach dem Kursverfall seit der Übernahme von Monsanto. Angesichts der Rechtsstreitigkeiten rund um Glyphosat in den USA und damit verbundenen Milliardenrisiken, zweifeln viele am Sinn des Milliardenkaufs.

Quartalssaison in den USA - Erwartungen sind deutlich gesunken

Noch fulminanter als an den europäischen Börsen wird in der kommenden Woche die Welle der Quartalsberichte in den USA. Dort war der Dow Jones Industrial zuletzt bei 26.500 Punkten ins Stocken geraten und hatte ein neues Rekordhoch gescheut. Investmentstratege Mislav Matejka von JPMorgan rechnet gleichwohl perspektivisch mit neuen historischen Höchstkursen - und begründet dies mit den zu pessimistischen Erwartungen an die Quartalsergebnisse.

Noch im Oktober habe der Markt einen Anstieg der Quartalsgewinne aller 500 Unternehmen des S&P 500 auf Jahressicht um neun Prozent erwartet. Nunmehr aber rechneten Analysten mit einem Rückgang der Gewinne um zwei Prozent, führte Analyst Matejka aus. Das aber sei zu tief gestapelt. "

Überraschend starke Wirtschaftsdaten aus China waren zuletzt der Treiber der Dax-Rally. In der kommenden Woche sind aus dem Reich der Mitte aber kaum noch marktbewegende Konjunktursignale zu erwarten. Stattdessen könnte sich das Interesse am Mittwoch auf den deutschen Ifo-Index für April richten. "Der Tiefpunkt in der Industrie scheint erreicht, zumal sich die Handelsgespräche zwischen den USA und China positiv entwickeln", sagte Volkswirt Stefan Mütze von der Helaba. Das Geschäftsklima dürfte sich folglich etwas aufgehellt haben.


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In den USA hat das Wachstum im neuen Jahr dagegen voraussichtlich etwas an Schwung verloren. Das dürften die Wachstumszahlen im ersten Quartal belegen, die zum Ende kommender Woche veröffentlicht werden. Als Gründe für eine schwächere Konjunktur nennt Ökonom Stefan Kipar von der BayernLB den bis Ende Januar dauernden Stillstand der Regierung und den Handelskrieg mit China.

Rückenwind für Aktien dürfte in den kommenden Wochen von ganz anderer Seite wehen: "Die Dividendensaison bringt einen neuen Ausschüttungsrekord", sagt Uwe Burkert von der Landesbank Baden-Württemberg. Knapp 40 Milliarden Euro dürften allein die Dax-Konzerne an die Aktionäre verteilen, fast sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Dividenden besserten die Performance erheblich auf: In den vergangenen gut 30 Jahren machten Dividenden knapp ein Drittel der gesamten Dax-Performance aus, so der Volkswirt.

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