Donnerstag, 18. April 2019

Börse Dax auf Sechsmonatshoch, Wirecard-Aktie im Plus

Dax im Plus: Dax-Kurve in Frankfurt am Main

Der Dax überwindet zum Wochenstart die Marke von 12.000 Punkten und steigt auf das höchste Niveau seit sechs Monaten. Unterstützung kommt von den asiatischen Märkten. Die Aktie von Wirecard legt deutlich zu und klettert über die Marke von 115 Euro. Die Aktie von Daimler gerät dagegen wegen neuer Manipulationsvorwürfe unter Druck.

Kursgewinne in der Karwoche: Der Dax Börsen-Chart zeigen ist vor Ostern wieder über die Marke von 12.000 Punkten geklettert. Zeitweise notierte der deutsche Leitindex mit 12.030 Zählern auf dem höchsten Niveau seit sechs Monaten. Der MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen Börsentitel rückte zum Wochenbeginn ebenfalls vor. Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Aktien der Lufthansa Börsen-Chart zeigen sowie von Wirecard Börsen-Chart zeigen mit Gewinnen zwischen 2 und 4 Prozent. Zeitweise kletterte die Aktie des Zahlungsdienstleisters Wirecard mit einem Plus von 4 Prozent wieder über die Marke von 115 Euro, nachdem sie wegen Vorwürfen der Bilanzmanipulation in den vergangenen Wochen zeitweise unter die 100 Euro Marke gestürzt war.

Positiv bei Börsianern kamen Aussagen von US-Finanzminister Steven Mnuchin an. Er signalisierte am Rande der IWF-Frühjahrestagung in Washington, dass die Verhandlungen mit China bald auf die Zielgerade gingen. Insidern zufolge sind die USA dazu bereit, ihre Forderungen nach dem Abbau von Industriesubventionen abzuschwächen.

Wall Street startet kaum verändert, Goldman Sachs im Minus

Vor dem Hintergrund der langsam Fahrt aufnehmenden US-Berichtssaison hat die Wall Street in New York am Montag kaum verändert eröffnet. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen gab zuletzt um 0,1 Prozent nach, während der Techindex Nasdaq 100 Börsen-Chart zeigen minimal zulegte.

Mit Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen und der Citigroup Börsen-Chart zeigen haben zwei weitere US-Finanzinstitute vorbörslich über ihre Geschäftsentwicklungen im ersten Quartal berichtet, die aus Anlegersicht recht unspektakulär ausfielen. Die Bank JPMorgan Chase Börsen-Chart zeigenhatte am Freitag für das erste Quartal eine Rekordgewinn verkündet.

Die Aktien von Goldman Sachs drehten im vorbörslichen Handel nach der Bekanntgabe der Quartalskennziffern ins Minus und notierten zuletzt 1,6 Prozent tiefer. Die US-Investmentbank erhöhte trotz eines Gewinnrückgangs zum Jahresstart erwartungsgemäß ihre Dividende. Unter dem Strich verdiente Goldman Sachs im ersten Quartal gut ein Fünftel weniger als ein Jahr zuvor.

Die Anteilsscheine der Citigroup Börsen-Chart zeigen rückten vorbörslich um 1 Prozent vor. Ein überraschend robuster Handel mit Anleihen hat der US-Großbank zum Jahresstart ein Gewinnplus beschert. Unter dem Strich verdiente die Bank im ersten Quartal zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor und schnitt damit besser ab als von Analysten erwartet. Während die Erträge im Aktienhandel um 24 Prozent einbrachen, zogen sie im Anleihehandel um ein Prozent an. Der Citigroup gelang es zudem, ihre Kosten stärker zu senken als von Experten gedacht.

Übernahme in der Entsorgungsbranche

Unterdessen bahnt sich in der US-Entsorgungsbranche eine milliardenschwere Übernahme an: Das Müllunternehmen Waste Management bietet rund 4,9 Milliarden US-Dollar für den Konkurrenten Advanced Disposal Services. Die Offerte von 33,15 Dollar je Advanced-Disposal-Aktie entspreche einem Aufschlag von 22 Prozent zum Schlusskurs vom Freitag, hieß es. Die Papiere von Waste Management gewannen vorbörslich 3 Prozent, jene von Advanced Disposal schnellten um knapp 19 Prozent auf 32,20 Dollar nach oben.

Die starken US-Börsen beflügelten auch die Märkte in Asien. Die Tokioter Börse ist zum Wochenbeginn mit einem Plus in den Handel gestartet. Der 225 Werte umfassende Nikkei Börsen-Chart zeigen lag im Verlauf 1,4 Prozent höher bei 22.178 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1,5 Prozent und lag bei 1629 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 2 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 2,4 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 0,5 Prozent.


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Vorwürfe gegen Daimler

Positive Erwartungen an die anstehenden Ergebnisse der US-Banken zogen hierzulande die Aktien der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen mit plus 1,8 Prozent und die der Commerzbank Börsen-Chart zeigen mit plus 2,3 Prozent nach oben.

Die Anleger von Daimler Börsen-Chart zeigen dürften besorgt sein, denn es gibt einen neuen Verdacht der Manipulation von Abgaswerten von Dieselautos. Bei etwa 60.000 SUV von Daimler sollen die Werte mit Hilfe eines Computerprogramms auf dem Prüfstand gesenkt worden sein, wie die "Bild am Sonntag" berichtete. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat demzufolge ein formelles Anhörungsverfahren gegen Daimler wegen Verdachts auf eine weitere "unzulässige Abschaltvorrichtung" eingeleitet. Die Daimler-Papiere gaben um ein knappes Prozent nach.

Rocket Internet im MDax gefragt

Spitzenwert im MDax waren die Papiere der Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet Börsen-Chart zeigen mit einem Kursgewinn von fast vier Prozent. Das euphorische Börsendebüt der Rocket-Beteiligung Jumia Technologies in den USA war der Anlass. Die Papiere des Online-Versandportals hatten im Vergleich zum Ausgabepreise zum Handelsschluss über 75 Prozent zugelegt.

Ansonsten bewegten Umstufungen: Die Anteile von Carl Zeiss Meditec Börsen-Chart zeigen gewannen fast vier Prozent. Auf vorläufige Quartalszahlen des Medizintechnikherstellers vom Freitag folgten positive Analystenkommentare. Unter anderem riet die Privatbank Hauck & Aufhäuser zum Kauf. Das Bankhaus Metzler und Independent Research strichen ihre Verkaufsempfehlungen.

Die britische Investmentbank HSBC senkte das Anlageurteil für Pfeiffer Vacuum Börsen-Chart zeigen auf "Reduzieren". Die Aussichten für die Investitionen der Halbleiterunternehmen und Displayhersteller im laufenden Jahr hätten sich weiter verschlechtert, begründete Analyst Philip Saliba seinen Schritt. Die Aktien büßten 1,5 Prozent ein.

Euro kaum verändert

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Montag nur wenig bewegt und damit die deutlichen Kursgewinne vom vergangenen Freitag gehalten. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1307 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,1321 (Donnerstag: 1,1264) Dollar festgesetzt.

Am Freitag hatte eine allgemein freundliche Stimmung an den Finanzmärkten nach guten Konjunkturdaten aus China den Dollar als traditionell sicheren Anlagehafen belastet und dem Euro im Gegenzug Auftrieb verliehen. Auch zu Beginn der neuen Handelswoche blieb die Stimmung an den asiatischen Börsen freundlich.

Im weiteren Handelsverlauf wird mit einem eher ruhigen Handel am Devisenmarkt gerechnet. Es stehen kaum wichtige Konjunkturdaten auf dem Programm, an denen sich die Anleger orientieren könnten.

Ölpreise geben etwas nach

Die Ölpreise sind am Montag leicht gesunken. Marktbeobachter sprachen von einer "Verschnaufpause" am Ölmarkt, nachdem die Preise in der ersten Monatshälfte kräftig gestiegen waren. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen kostete am Morgen 71,34 US-Dollar. Das waren 21 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 33 Cent auf 63,56 Dollar.

Die Ölpreise konnten damit nicht von einer allgemein freundlichen Stimmung an den Finanzmärkten nach guten Konjunkturdaten aus China profitieren. Jüngste Daten zur Entwicklung der Förderanlagen in den USA belasteten die Ölpreise. Am Freitagabend hatte die US-Ausrüsterfirma Baker Hughes gemeldet, dass die Zahl der aktiven Bohrlöcher in der vergangenen Woche leicht gestiegen war.

Die Zahl der Bohrlöcher erhöhte sich demnach um zwei auf 833. In den USA ist die Fördermenge in den vergangenen Monaten gestiegen und liegt derzeit auf einem Rekordniveau von durchschnittlich 12,2 Millionen Barrel pro Tag.

mit Nachrichtenagenturen

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