Sonntag, 25. August 2019

Börse Dax fällt unter 11.700 Punkte - Schwergewicht Bayer belastet

Kurstafel an der Deutschen Börse in Frankfurt am Main

Nach den Gewinnen vom Vortag geht es am Mittwoch wieder abwärts. Vor allem das Dax-Schwergewicht Bayer belastet die Kurse. Der Konzern hat in den USA eine schwere Schlappe im Glyphosat-Prozess erlitten. Die Aktie stürzt um rund 12 Prozent ab.

Ein Kurseinbruch der schwer gewichteten Bayer-Aktien haben den Dax Börsen-Chart zeigen am Mittwoch mit nach unten gezogen. Gegen Mittag weitete der deutsche Leitindex seine Verluste aus dem frühen Handel aus und notierte 1,18 Prozent schwächer bei 11.648,96 Punkten.

Noch am Vortag hatte er mit 11.823 Punkten einen weiteren Höchststand seit vergangenen Oktober erreicht hatte. Neben negativen Nachrichten von Unternehmen sorgte zur Wochenmitte auch ein Medienbericht über mangelnde Fortschritte bei den US-chinesischen Handelsgesprächen für zusätzliche Ernüchterung am Markt.

Bayer Börsen-Chart zeigen musste in einem Teilprozess um angebliche Krebsrisiken des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup in den USA eine herbe Schlappe hinnehmen. Die Aktien sackten um mehr als 12 Prozent ab. Der Prozess geht nun mit der selben Jury in eine zweite Phase, in der Haftungsfragen geklärt werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass Bayer den Prozess verliere, sei nun gestiegen, schrieb Analyst Markus Mayer von der Baader Bank. Zugenommen habe auch die Wahrscheinlichkeit, dass Bayer für aktivistische Investoren ein Übernahmeziel werde.

"Das Urteil ist ein schwerer Schlag für Bayer", sagte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Die Sorgen vor einer Niederlage auch in der zweiten Phase des Prozesses verbunden mit hohen Schadenersatzzahlungen dürften angesichts der hohen Gewichtung der Bayer-Anteile im Dax auch den Gesamtmarkt in den kommenden Tagen belasten, glaubt er.

Umso mehr dürften die Anleger darauf hoffen, dass die US-Notenbank Fed bei ihrem am Abend mitteleuropäischer Zeit anstehenden Zinsentscheid "taubenhafte" Töne anschlagen wird. Damit ist gemeint, dass die Zeichen weiterhin eher auf geldpolitischer Lockerung denn auf Straffung stehen. Dem Aktienmarkt kommt dies für gewöhnlich zugute.

Mit einem Zinsschritt der Fed rechnet niemand. Die Märkte schauen aber auf die Projektionen der Zentralbanker. Zuletzt wurden diese im Dezember vorgelegt. Die Notenbank hatte damals bis Ende 2020 noch drei weitere Zinsanhebungen signalisiert. Die Experten der Dekabank erwarten, dass diese Prognose auf ein bis zwei Zinsschritte gesenkt wird.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax Börsen-Chart zeigen büßte zuletzt 0,52 Prozent auf 25.263,58 Punkte ein. Der EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen sank um 0,56 Prozent.


Dax Realtime: Sehen Sie hier Dax, Dow und andere Indizes in Echtzeit


Im Dax gerieten neben Bayer auch die BMW-Aktien Börsen-Chart zeigen nach einem trüben Ausblick unter Druck. Der Autobauer geht auch im laufenden Jahr von einem schwachen Kerngeschäft aus und will Milliarden sparen. Die Aktien verloren mehr als 4 Prozent.

Ein Beleg dafür, dass es im Welthandel nicht mehr rund läuft, lieferte nun auch der US-Paketdienstleister Fedex. Der Konzern rechnet mit einem globalen Konjunkturabschwung und strich seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr nach einem enttäuschenden Winterquartal weiter zusammen. Im Dax litten darunter die Anteile der Deutschen Post Börsen-Chart zeigen mit einem Abschlag von 0,4 Prozent. Eine Hochstufung durch die Investmentbank HSBC auf "Buy" verhinderte womöglich höhere Kursverluste.

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re Börsen-Chart zeigen will nach der Rückkehr zu einem Milliardengewinn im laufenden Jahr noch etwas höher hinaus. Der Überschuss soll 2019 laut Konzern etwa 2,5 Milliarden Euro erreichen. Die Papiere verloren am Mittwoch zuletzt 1,7 Prozent. Analysten sagten, die Munich-Re-Prognosen lägen unter den Markterwartungen.

Einiges los ist zur Wochenmitte auch in den Reihen hinter dem Dax. Eine Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs ließ die zuletzt deutlich erholten Aktien des Flughafenbetreibers Fraport Börsen-Chart zeigen im MDax um mehr als 7 Prozent absacken. Zudem quittierten die Anleger des Autozulieferers Norma Group dessen Zurückhaltung für 2019 mit einem Abschlag von mehr als 5 Prozent. Ähnlich verhielt es sich bei Fuchs Petrolub Börsen-Chart zeigen mit minus 6,4 Prozent. Der Schmierstoffhersteller stellt sich für das laufende Jahr auf ein schwächeres Umsatzwachstum ein.

Dass Zooplus die Umsatzziele für 2020 verschieben muss, sorgte ebenfalls für Unmut. Im SDax Börsen-Chart zeigen waren die Papiere des Internethändlers für Tierbedarf mit einem Minus von mehr als 9 Prozent der größte Verlierer.

Euro vor US-Zinsentscheidung kaum verändert

Der Euro Börsen-Chart zeigen ist am Mittwoch vor der Veröffentlichung geldpolitischer Beschlüsse in den USA leicht gesunken. Am Vormittag fiel die Gemeinschaftswährung auf ein Tagestief bei 1,1336 US-Dollar. Sie wurde aber nur etwas tiefer als am Vorabend gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,1358 Dollar festgesetzt.

Am Morgen war bekannt geworden, dass die deutschen Erzeugerpreise im Februar überraschend schwach gestiegen waren. Die Erzeugerpreise beeinflussen die Preisentwicklung auf Verbraucherebene mittelbar und mit Zeitverzug. An der Verbraucherpreisentwicklung richtet die EZB ihre Geldpolitik aus.

Vor der Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank am frühen Abend wird am Markt mit einem impulsarmen Handel gerechnet. Die US-Währungshüter dürften den Leitzins unverändert in einer Spanne von 2,25 bis 2,50 Prozent belassen und weiterhin ein "geduldiges" Vorgehen mit Blick auf künftige Zinserhöhungen in Aussicht stellen.

Mit großer Spannung werden am Devisenmarkt die neuen Projektionen der US-Notenbank zur künftigen Entwicklung der Leitzinsen erwartet. Zuletzt wurden diese im Dezember vorgelegt. Damals hatte die Währungshüter bis Ende 2020 noch drei Anhebungen signalisiert. Experten der Dekabank erwarten, dass diese Prognose auf ein bis zwei Zinsschritte gesenkt wird. Bis zur Veröffentlichung der geldpolitischen Beschlüsse stehen außerdem kaum wichtige Konjunkturdaten auf dem Programm, an denen sich die Anleger orientieren könnten.

mit Nachrichtenagenturen

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung