Donnerstag, 23. Januar 2020

Börse Dax dreht ins Plus, Deutsche Bank und Wirecard legen zu

Dax: Die Kursrally hat zuletzt an Schwung verloren

Der Dax dreht im späten Handel in die Gewinnzone. Die Aktien von Deutsche Bank und Wirecard setzen ihre Erholung fort. An der Wall Street agieren Anleger vorsichtig.

Am deutschen Aktienmarkt überwiegt auch am Donnerstag die Vorsicht. Ohne positive Nachrichten zum Fortgang der Handelsgespräche der USA und China halten sich Anleger weitgehend zurück. Immerhin konnte der Dax Börsen-Chart zeigen am Nachmittag bei dünnen Umsätzen in die Gewinnzone drehen und notierte zuletzt 0,2 Prozent im Plus bei 11.513 Punkten. Zu den Gewinnern im Dax zählten die Aktien von Covestro Börsen-Chart zeigen, Fresenius Börsen-Chart zeigen, Wirecard Börsen-Chart zeigen und Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen mit Gewinnen zwischen 2 und 4 Prozent.

Der MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen Unternehmen legte am Donnerstag um 0,19 Prozent auf 24 296,63 Zähler zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 lag leicht im Minus. "Der von der Hoffnung auf eine Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China ausgehende Rückenwind für die Märkte ebbt kontinuierlich ab", sagte Analyst Christian Schmidt von der Helaba. Sollte sich keine Einigung der beiden streitenden Parteien abzeichnen, dürften Investoren enttäuscht reagieren.

Gipfel zwischen Trump und Kim Jong Un ergebnislos abgebrochen

Derweil ist der zweite Gipfel von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un gescheitert. Die Gespräche in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi wurden am Donnerstag ohne die geplante gemeinsame Erklärung vorzeitig abgebrochen. "Das abrupte Ende des Treffens lässt die Anleger etwas ratlos zurück", sagte Analyst David Madden von CMC Markets.

Wall Street: Dow Jones und Nasdaq kaum verändert

An der Wall Street haben sich die Anleger auch am Donnerstag zurückgehalten. Der gescheiterte Nordkorea-Gipfel trübte die Stimmung, da Hoffnungen auf eine Friedenslösung und einen Einstieg in die atomare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel vorerst wieder zunichte gemacht wurden. So gab der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen Industrial um 0,20 Prozent auf 25 933,29 Punkte nach. Auf Monatssicht deutet sich damit aber immer noch ein Plus von rund 4 Prozent an. Der marktbreite S&P 500 verlor am Donnerstag 0,28 Prozent auf 2784,64 Punkte. Der technologielastige Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen fiel um 0,37 Prozent auf 7090 Zähler.

Zudem enttäuschten die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten, da die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stärker als erwartet gestiegen war. Allerdings zog das Bruttoinlandsprodukt des vierten Quartals 2018 auf das Jahr hochgerechnet deutlicher an als von Experten prognostiziert.

Unter den Einzelwerten sackten die Aktien von Celgene um mehr als 9 Prozent ab und zählten damit zu den Schlusslichtern im Nasdaq 100. Zu Jahresbeginn hatte der Pharmariese Bristol-Myers Squibb (BMS) noch angekündigt, den Biopharma-Spezialisten Celgene kaufen zu wollen. Nun aber der Paukenschlag: Der größte Aktionär von BMS sagt nein.

Hewlett Packard bricht ein

Die Aktien von HP hingegen brachen um mehr als 16 Prozent ein, nachdem der PC- und Druckerhersteller im ersten Geschäftsquartal mit seinen Erlöskennziffern enttäuscht und zudem den Ausblick gesenkt hatte. Nach den schwachen Umsatzzahlen habe er nun weniger Vertrauen in das Geschäft mit Druckerzubehör, schrieb Analyst Wamsi Mohan von der Bank of America Merrill Lynch.

MDax: Zalando-Aktie steigt zweistellig

Bei den Einzelwerten legten die Papiere von Zalando kräftig zu. Der Online-Modehändler schnitt im wegen des Weihnachtsgeschäfts wichtigen Schlussquartal 2018 überraschend gut ab. Die Berliner verzeichneten das stärkste Wachstum aktiver Kunden in einem Quartal seit fünf Jahren. Der Aktienkurs, der von August bis Dezember in den freien Fall übergegangen war, schoss um 16 Prozent nach oben.

Ohnehin spielte die Musik am Donnerstag in der zweiten Reihe. So verteuerten sich die Aktien von Dürr um 4,4 Prozent. Der Ausrüster der Autoindustrie übertraf mit dem Gewinn im Schlussquartal die Erwartungen deutlich.

Dürr und Kion gefragt

Der Kurs des Staplerherstellers Kion legte um vier Prozent zu, angetrieben von einer überraschend deutlich erhöhten Dividende für 2018. Die Deutsche Pfandbriefbank traf mit der Gewinnprognose für 2019 in etwa die Markterwartungen. Anleger reagierten erleichtert, der Kurs steig um 5,7 Prozent.

Freenet Börsen-Chart zeigen rutschten nach Quartalszahlen um zwei Prozent ab. Analyst Ulrich Rathe vom US-Broker Jefferies sprach von einem "komplizierten Quartal", in dem das Segment Mobilfunk sehr schlecht abgeschnitten habe.


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Gescheiterter Gipfel belastet Asiens Börsen

Das gescheiterte Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat am Donnerstag die Stimmung an den asiatischen Börsen belastet. Die Hoffnung auf eine Friedenslösung und einen Einstieg in die atomare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel schwanden, nachdem das Weiße Haus mitteilte, dass kein Konsens gefunden wurde. Trump und Kim hätten verschiedene Wege diskutiert, um die atomare Abrüstung und die von den USA in Aussicht gestellte wirtschaftliche Entwicklung Nordkoreas zu erreichen, hieß es.

In Japan weitete der Nikkei Börsen-Chart zeigen daraufhin seine Verluste aus und schloss letztlich 0,79 Prozent schwächer bei 21 385,16 Zählern.

In China gab der CSI-300-Index, in dem die 300 wichtigsten Werten vom chinesischen Festland zu finden sind, um 0,25 Prozent auf 3669,37 Punkte nach. Der Hang-Seng-Index in Hongkong verlor zuletzt 0,58 Prozent auf 28 591,50 Punkte. Die kräftigsten Verluste verzeichnete jedoch der südkoreanische Kospi mit minus 1,76 Prozent auf 2195,44 Punkte.

mit Nachrichtenagenturen

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