Montag, 22. April 2019

Börse VW und Deutsche Bank belasten Dax, Wirecard Aktie steigt

Am Montag erneut im Fokus: Aktien des Zahlungsabwicklers Wirecard
ddp/Alexander Pohl/NurPhoto/Sipa USA
Am Montag erneut im Fokus: Aktien des Zahlungsabwicklers Wirecard

Der Dax fällt erneut ins Minus. Nach dem Kursdesaster in der Vorwoche starten die Aktien von Wirecard einen Erholungsversuch. Die Deutsche Bank Aktie gibt weiter nach - ebenso wie das Papier von VW.

An der Börse herrscht zu Wochenbeginn Zurückhaltung. Der Dax Börsen-Chart zeigen wagte sich am Montag im frühen Handel zwar kurzzeitig über die Marke von 11.200 Punkten, anschließend bröckelten die Gewinne jedoch wieder ab. Zuletzt notierte der deutsche Leitindex 0,4 Prozent schwächer bei 11.145 Punkten. Die Aktie von Wirecard Börsen-Chart zeigen, die in der Vorwoche um 35 Prozent eingebrochen war, startete gegen den Trend einen Erholungsversuch und legte bis zum Nachmittag um 6 Prozent auf 125 Euro zu.

Auch an der Wall Street hielten sich Anleger weiter zurück. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen startete mit einem Verlust von 0,2 Prozent auf 25.010 Zähler in den Handel, während der Tech-Index Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen unverändert notierte. Nach Börsenschluss legt am Abend die Google-Mutter Alphabet Börsen-Chart zeigen ihre Geschäftszahlen vor. Die Papiere sollten entsprechend im Auge behalten werden. Gleiches gilt nach aktuellen Analystenurteilen für die Papiere von Schneider National, Match Group und Intuit .

"Momentan gelingt es weder den Bullen noch den Bären, so richtig die Oberhand zu gewinnen", sagte Chef-Portfoliomanager Thomas Metzger vom Bankhaus Bauer. Einerseits spreche die Annäherung der USA und China im Handelsstreit sowie die jüngsten Aussagen der Notenbanken eher für Aktien. Auf der anderen Seite deuteten Konjunkturdaten und Unternehmenszahlen auf eine abschwächende Dynamik der Weltwirtschaft hin.

Von den Übersee-Börsen kommen kaum Impulse. In den USA hatte die Börse nach den am Freitag veröffentlichten starken Januardaten vom US-Arbeitsmarkt leicht zugelegt. An diesem Morgen gab es dann auch in Japan moderate Gewinne, doch die Festlandbörsen Chinas bleiben wegen des Neujahrsfestes die ganze Woche geschlossen.

Aufmerksamkeit auf sich zogen die im Dax notierten Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigen. Der Zahlungsabwickler hatte zuvor mitgeteilt, dass die Vorwürfe der "Financial Times" zu seinen Geschäften in Singapur unbegründet seien. Eine Prüfung der Vorgänge durch eine beauftragte Anwaltskanzlei stehe kurz vor dem Abschluss. Die Papiere waren in der vergangenen Woche infolge der Vorwürfe in der "FT" um rund 35 Prozent eingebrochen. Am Montag Mittag wies Wirecard-Chef Markus Braun während einer Telefonkonferenz die Vorwürfe zurück. Zuletzt legten die Aktien um rund 7 Prozent zu.

Wirecard: Bislang kein strafbares Fehlverhalten zu erkennen

Der Finanzdienstleister geht möglichen Unregelmäßigkeiten bei seinen Geschäften in Singapur nach eigenen Angaben bereits seit Mai 2018 nach. Seitdem gebe es eine interne Untersuchung, sie stehe nun kurz vor dem Abschluss, teilte Wirecard am Montag mit. Laut "FT" gibt es Betrugsvorwürfe gegen einen Wirecard-Mitarbeiter in Südostasien. Der Kurs der Aktie stürzte daraufhin ab. Wirecard hält die Vorwürfe für unbegründet. Bisher habe weder die interne Compliance-Abteilung des Unternehmens noch eine beauftragte Anwaltskanzlei ein strafbares Fehlverhalten von Führungskräften oder Mitarbeitern des Unternehmens gefunden.

Deutsche Bank erneut unter Druck

Zu den Verlierern im Dax zählten erneut die Aktien der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen , die um rund 2 Prozent auf 7,55 Euro nachgaben. Nach enttäuschenden Jahreszahlen der vergangenen Woche glauben zahlreiche Investoren, dass die Deutsche Bank ihre Jahresziele für 2019 kaum wird erreichen können. Noch immer wird über eine Notfusion zwischen Deutscher Bank und Commerzbank diskutiert.

Versorger-Papiere, allen voran RWE Börsen-Chart zeigen , könnten von Äußerungen des Unions-Fraktionschefs Ralph Brinkhaus bewegt werden. Der bis spätestens 2038 geplante Ausstieg aus der Kohle-Verstromung kann sich aus Sicht von Brinkhaus noch verzögern, da die Energie-Versorgungssicherheit garantiert sein müsse, sagte er der "Welt am Sonntag". Ein Dogmatismus in dieser Frage sieht er als "nicht angebracht" an.

Aktien von Volkswagen Börsen-Chart zeigen stehen mit am Freitag veröffentlichten schwachen Absatzzahlen in den USA im Blick und gaben zuletzt rund ein Prozent ab. Der eisige Winter und der teilweise Regierungsstillstand dort sorgten auch bei Volkswagen für einen Fehlstart ins neue Jahr. Die Zahl der abgesetzten Fahrzeuge sank im Januar um fast 7 Prozent.


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Der Flughafenbetreiber Fraport Börsen-Chart zeigen erwartet nach dem jüngsten Passagierrekord und dem Flugchaos von 2018 nun weniger Wachstum in Frankfurt. Es werde im laufenden Jahr "deutlich niedriger" ausfallen, sagte Fraport-Finanzvorstand Matthias Zieschang der "Börsen-Zeitung" (Samstag). Die Zahl der maximal möglichen Starts und Landungen pro Stunde soll nicht weiter erhöht werden. Eine Steigerung der Fluggastzahlen wäre daher nur über den Einsatz größerer Flugzeuge oder eine höhere Auslastung der Maschinen möglich.

Fraport erwartet weniger Wachstum

Aktien von Freenet Börsen-Chart zeigen könnten wegen der Beteiligung des Mobilfunkkonzerns an Sunrise in Bewegung geraten. Das Schweizer Telekomunternehmen sei in fortgeschrittenen Gesprächen, um UPC in der Schweiz zu kaufen, berichtete die "Financial Times" (Sonntag/Online) unter Berufung auf Kreise. Wann eine Einigung verkündet werden könne sei unklar und die Gespräche könnten auch noch scheitern, hieß es weiter. Sunrise lehnte einen Kommentar ab. Freenet hält etwas weniger als 25 Prozent an Sunrise.

Zudem stehen aus der zweiten und dritten Reihe Stabilus , Rational Börsen-Chart zeigen und Compugroup Börsen-Chart zeigen mit ihren Quartalsbilanzen im Blick. Inbesondere Stabilus erregte bereits größere Aufmerksamkeit, denn der Hersteller von Gasdruckfedern und hydraulischen Dämpfern kappte die Umsatzprognose für sein bis Ende September 2019 laufendes Geschäftsjahr. Auf Tradegate büßten die Papiere zuletzt rund 6 Prozent ein.

mit Nachrichtenagenturen

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