Montag, 22. April 2019

Börse Dax-Anleger machen Kasse

Abwärts: Dax und Dow Jones fallen wieder. Der Kurssturz von Nvidia belastet die Chipbranche

Nach dem neuerlichen Kurssprung vom vergangenen Freitag haben Anleger am Montag erst einmal viele Aktien verkauft. Schlechte Nachrichten aus den USA von Nvidia belasteten hierzulande Chipwerte empfindlich. An der Börse Sao Paolo brachen die Titel des Minenbetreibers Vale nach dem verheerenden Unglück um knapp 25 Prozent ein.

Zum Auftakt einer ereignisreichen Woche gehen einige Aktienanleger auf Nummer sicher und machen Kasse. Außerdem drückten enttäuschende Firmenbilanzen auf die Stimmung - vor allem an der Wall Street. Dax Börsen-Chart zeigen und EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen verloren am Montag jeweils 0,6 und 0,8 Prozent auf 11.210 und 3136 Punkte.

Der US-Standardwerteindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen büßte zum Handelsschluss in Europa 1,3 Prozent ein. Belastet wurde das Kursbarometer von enttäuschenden Perspektiven der Baumaschinen- und Chipkonzerne Caterpillar Börsen-Chart zeigen und Nvidia Börsen-Chart zeigen, die in beiden Fällen mit dem China-Geschäft in Zusammenhang gebracht wurden. Börsianer werteten dies als Folge des Handelsstreits mit den USA.

Ein gesenkter Umsatzausblick von Nvidia war auch hierzulande für die Anleger von Chipwerten ein erneuter Rückschlag. Die zuletzt wieder optimistischer gewordenen Branchenanleger wurden auf falschem Fuße erwischt, wie plötzliche Kursverluste bei Infineon & Co am Nachmittag zeigten. Am Ende konnten sich zwar alle wieder etwas berappeln, für Infineon Börsen-Chart zeigen ging es im Dax aber immer noch um 0,9 Prozent bergab.

STMicro, AMS und Siltronic verloren am Ende zwischen 2,1 und 3,7 Prozent. Nvidia selbst waren in New York zunächst um 18 Prozent eingebrochen, konnten mit zuletzt 14 Prozent Minus aber auch wieder etwas Land gewinnen.

Alstom und Siemens fallen - Kurssturz bei Vale und Caterpillar

Bei den europäischen Aktienwerten standen Alstom Börsen-Chart zeigen und Siemens Börsen-Chart zeigen im Rampenlicht. Die beiden Konzerne machen den EU-Wettbewerbshütern weitere Zugeständnisse, um ihre geplante Zug-Fusion zu retten. Einige Investoren befürchteten aber, dass dieser Schritt zu spät komme, sagte ein Börsianer. Titel von Alstom und Siemens verloren 3,2 und 0,3 Prozent.

Die besten Dax-Werte waren am Ende defensive Werte wie die Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigenund Beiersdorf Börsen-Chart zeigen mit Kursgewinnen von mindestens 0,7 Prozent. Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen blieben außerdem unmittelbar auf Tuchfühlung, nachdem Konzernchef Guido Kerkhoff in einem Interview mit der "Rheinischen Post" die geplante Aufspaltung in zwei Teile verteidigte, einem Verkauf der Aufzugssparte aber eine Absage erteilte.


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An der Börse Sao Paolo brachen die Titel von Vale Börsen-Chart zeigen um knapp 25 Prozent ein. Das ist der größte Kurssturz seit 25 Jahren. Dadurch schrumpfte der Börsenwert des Betreibers der brasilianischen Eisenerzmine, wo bei einem Dammbruch mindestens 58 Menschen in einer Schlammlawine starben, um umgerechnet rund 16 Milliarden Euro. Das entspricht in etwa der gesamten Marktkapitalisierung der Deutschen Bank. Dank der relativ geringen Verschuldung könne das Unternehmen die drohenden finanziellen Belastungen allerdings schultern, so Analyst Tyler Broda von der Investmentbank RBC Capital Markets. Das Unglück werde die Aktien dennoch auf absehbare Zeit belasten.

In den USA verloren die Titel von Caterpillar Börsen-Chart zeigen 8,6 Prozent. Der Baumaschinen-Herstellers legte wegen eines schwächelnden China-Geschäfts ein Quartalsergebnis unter Markterwartungen vor. Dies sei die erste Enttäuschung in zehn Quartalen, schrieb Analyst Stephen Volkmann von der Investmentbank Jefferies. Das Unternehmen sei aber in guter Verfassung. Schließlich schütte es insgesamt fast sechs Milliarden Dollar an Dividenden und über Aktienrückkäufe an seine Eigner aus.

mit dpa und reuters

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