Montag, 17. Juni 2019

Aufholjagd an der Börse Conti, VW und Daimler treiben Dax an

Dax auf Erholungskurs: Der deutsche Leitindex nimmt wieder die Marke von 11.000 Punkten in den Blick

Der Dax nimmt Kurs auf 11.000 Punkte. Unter den Anlegern wächst die Hoffnung auf eine Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Gefragt sind Aktien der Autobauer und von Continental. Auch die US-Börsen setzen ihre Erholung fort.

Der Dax Börsen-Chart zeigen hat am Mittwoch seine Erholung in Richtung der 11.000-Punkte-Marke fortgesetzt. Die um einen Tag verlängerten Handelsgespräche zwischen den USA und China hätten mit einem positiven Unterton geendet, was für Erleichterung und frisches Anlegervertrauen sorge, sagte Analyst David Madden von CMC Markets UK. "Nun wird auf weitere Details von beiden Seiten gewartet. Aber es hat den Anschein, dass das Treffen gut gelaufen ist." Bis zum Handelsschluss auf Xetra (17.30 Uhr) legte der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen um 0,8 Prozent auf 10.893 Punkte zu. Der MDax Börsen-Chart zeigen stieg um 1,2 Prozent. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen gewann 0,4 Prozent.

Bewegung kam außerdem in den Handelsstreit der USA mit der Europäischen Union (EU), denn in Washington hatten sich die EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström und der US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer getroffen. Ziel ist es, den Zollkonflikt mit einem Abkommen beizulegen. Trump hatte die EU-Staaten und viele weitere Länder weltweit im vergangenen Jahr mit Einfuhrzöllen auf Stahl- und Aluminiumprodukte überzogen. Zudem drohen Zölle auf Autoimporte in die USA in Höhe von 25 Prozent.


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Wall Street: Dow Jones seit Weihnachten um fast 10 Prozent im Plus

Die US-Börsen haben auch am Mittwoch von der Hoffnung auf einen Ausweg im Zollstreit zwischen den USA und China profitiert. Die zuvor nur bis Dienstag anberaumten Handelsgespräche zwischen beiden Ländern wurden überraschend fortgeführt und an den Märkten als Signal für tiefergehende Gespräche und ein Näherkommen beider Seiten gewertet.

Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen stieg bis zum Handelsschluss in Deutschland um 0,64 Prozent auf 23 940 Punkte. Damit baute der US-Leitindex seine Erholungsphase seit dem Kurssturz zu Weihnachten aus. Am 24. Dezember war der Dow auf den tiefsten Stand seit rund 15 Monaten gefallen und hat sich seitdem bereits um fast 10 Prozent erholt. Der marktbreite S&P 500 stieg am Mittwoch um 0,4 Prozent auf 2585 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100 gewann 0,50 Prozent auf 6584 Punkte.

Autowerte stützen Dax

Unternehmensseitig reagierten im Dax die Aktien der Autobauer BMW Börsen-Chart zeigen , Daimler Börsen-Chart zeigen und Volkswagen Börsen-Chart zeigen erneut besonders positiv auf die Neuigkeiten und legten zwischen 1,5 und 3,1 Prozent zu. Das Papier des Autozulieferers Continental Börsen-Chart zeigen setzte sich mit plus 3,8 Prozent an die Index-Spitze.

Schlusslicht waren die Anteilsscheine der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen mit minus 2,1 Prozent. Allerdings hatten sie in den vergangenen sechs Handelstagen einen Erholungskurs eingeschlagen und dabei um insgesamt 13 Prozent zugelegt.

Die Südzucker-Aktien Börsen-Chart zeigen stiegen marktkonform um 1,1 Prozent. Die endgültigen Quartalszahlen der Tochter CropEnergies bewegten nicht. Das Unternehmen aus der Branche der Erneuerbaren Energien hatte im dritten Geschäftsquartal wegen einer höheren Steuerbelastung weniger verdient als ein Jahr zuvor. Zugleich bestätigte es die zuvor bereits zwei Mal gesenkten Gesamtjahresziele. Die Papiere büßten 2,1 Prozent ein.

Im MDax profitierten die Papiere von Scout24 mit plus 2,5 Prozent und Axel Springer Börsen-Chart zeigen mit plus 5,6 Prozent von positiven Analystenkommentaren. Die Aktie des Online-Marktplatzbetreibers wird nun von JPMorgan positiver gesehen und die Sorgen rund um regulatorische Änderungen in Deutschland als übertrieben bewertet. Die UBS empfiehlt nach dem deutlichen Kursverlust seit 12 Monaten die Aktie des Medienunternehmens Springer zum Kauf.

Euro etwas höher

Der Kurs des Euro Börsen-Chart zeigen ist am Mittwoch etwas gestiegen. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1458 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,1440 Dollar festgesetzt.

Der Euro wurde von einer allgemein freundlichen Stimmung an den Finanzmärkten gestützt. Im Handelsstreit zwischen den USA und China stehen die Zeichen weiter auf Entspannung. Zuletzt wurden Gespräche von Unterhändlern der beiden größten Volkswirtschaften der Welt überraschend verlängert. Zuvor hatte bereits US-Präsident Donald Trump verkündet, die Verhandlungen liefen "sehr gut".

An den Finanzmärkten schöpften die Anleger wieder mehr Mut. Auch das britische Pfund konnte sich am Morgen etwas erholen. Es hatte am Vortag wegen der Sorge vor einem ungeregelten Brexit unter Druck gestanden. Vergleichsweise sichere Anlagen wie der japanische Yen standen dagegen unter Druck.

WTI-Öl erstmals seit Dezember wieder über 50 Dollar

Die Ölpreise sind am Mittwoch im Zuge einer allgemein freundlichen Stimmung an den Finanzmärkten gestiegen. Die Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China ließen den Preis für US-Öl erstmals seit Dezember wieder über die Marke von 50 US-Dollar steigen. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg um 71 Cent auf 50,49 Dollar. Ein Barrel der Nordseesorte Brent (159 Liter) kostete am Morgen 59,48 US-Dollar. Das waren 76 Cent mehr als am Vortag.

Gestützt wurden die Ölpreise außerdem durch einen Rückgang der Ölreserven in den USA. Am Vorabend war bekannt geworden, dass der Interessenverband American Petroleum Institute (API) davon ausgeht, dass die amerikanischen Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche um 6,13 Millionen Barrel gefallen waren. Am Nachmittag stehen die offiziellen Lagerdaten der US-Regierung auf dem Programm, wobei der Markt hier ebenfalls einen Rückgang der Ölreserven erwartet. Fallende Lagerbestände geben den Ölpreisen in der Regel Auftrieb.

mg/dpa-afx,rtr

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