Montag, 14. Oktober 2019

Börse Dax im Plus - Klimapaket stützt RWE

Erneuerbare Energien: Hersteller wie der Windkraft-Rotorenhersteller Nordex oder SMA Solar erwarten mehr Aufträge von der Bundesregierung. Auch RWE, künftig im grünen Gewand, profitiert
Patrick Pleul / DPA
Erneuerbare Energien: Hersteller wie der Windkraft-Rotorenhersteller Nordex oder SMA Solar erwarten mehr Aufträge von der Bundesregierung. Auch RWE, künftig im grünen Gewand, profitiert

Der Dax dreht am Freitag ins Plus. Gefragt sind Anbieter alternativer Energien: Im Dax profitieren die Aktien des Energiekonzerns RWE, der in Zukunft weniger auf Kohle und mehr auf erneuerbare Energien setzen will.

Kursgewinne am Hexensabbat: Der Dax Börsen-Chart zeigen ist am Freitag Mittag ins Plus gedreht. Zuletzt notierte der Leitindex 0,3 Prozent im Plus bei 12.475 Punkten. Während am heutigen "Friday for Future" weltweit Millionen Menschen für den Klimaschutz demonstrieren und die Große Koalition um ihr Klimaschutz-Paket streitet, legen am deutschen Aktienmarkt vor allem die Anbieter regenerativer Energien zu: Die Aktien von Nordex Börsen-Chart zeigen profitierten im SDax Börsen-Chart zeigen weiter von der Aussicht auf zusätzliche Aufträge im Heimatmarkt Deutschland.

RWE, Nordex und SMA Solar mit Kursgewinnen

Der Nordex-Kurs legte um 3,7 Prozent zu. Unter dem Einfluss der Klimadebatte stiegen auch die Anteile von SMA Solar Börsen-Chart zeigen um 4,7 Prozent, womit sie der beste Wert im SDax waren. Im Dax Börsen-Chart zeigen verteuerten sich RWE Börsen-Chart zeigen als bester Dax-Wert um rund 2 Prozent: Der ehemalige Kohle-Konzern setzt nach der Aufspaltung der RWE-Tochter Innogy verstärkt auf das Geschäft mit erneuerbaren Energien. Offenbar wird RWE von Börsianern bereits jetzt nicht mehr als Kohleverstromer, sondern als Erneuerbare-Energien-Konzern wahrgenommen.

Der Hexensabbat sorgt ebenfalls für Gesprächstoff: Am Mittag laufen an der Derivatebörse Eurex Terminkontrakte und Optionen auf die großen Aktienindizes aus, wie die auf den Dax Börsen-Chart zeigen und den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen. Vor diesem auch großer Verfall genannten Termin versuchen Anleger, die Kurse in die für sie vorteilhafte Richtung zu bewegen. Das führt in der Regel zu erratischen, fundamental nicht zu erklärenden Bewegungen.

Wall Street kaum verändert

Zum Ende einer trendlosen Woche zeichnet sich an der Wall Street auch am Freitag kaum Bewegung ab. Rund eine Stunde vor dem Handelsauftakt taxierte der Broker IG den Dow Jones Börsen-Chart zeigen 0,2 Prozent höher auf 27.123 Punkte. Dow, S&P 500 und Nasdaq 100 liegen in Sichtweite ihrer Rekordhochs vom Juli. Ein neuer Angriff gelang in dieser Woche jedoch bislang nicht.

Helfen könnte dem Markt dabei ein Bericht der Zeitung "Politico", wonach die US-Regierung für eine Reihe chinesischer Produkte von Strafzöllen absehen will. Allerdings gehe es hier eher um die Lösung von Zulieferproblemen von US-Unternehmen als einen Schritt auf Peking zu, hieß es. Ein Händler sprach dennoch von einem wichtigen Signal der Kompromissbereitschaft im Handelsstreit, bevor im kommenden Monat neue Schlichtungsverhandlungen auf höherer Ebene beginnen sollen.

Am Nachmittag äußern sich in den USA einige hochrangige Notenbanker. Angesichts der Uneinigkeit über den geldpolitischen Kurs der US-Zentralbank dürften die Redebeiträge auf Interesse stoßen.

Einen Blick wert sind vielleicht die Papiere von Walgreens und Fedex . Die US-Drogeriekette startet gemeinsam mit dem Paketdienstleister und der Alphabet-Tochter Wing Aviation ein Pilotprojekt für Lieferungen per Drohne. Der Testlauf soll im kommenden Monat im US-Bundesstaat Virginia beginnen. Wing habe in diesem Jahr als erster Drohnenbetreiber eine Zulassung als Luftfrachter von der US-Flugaufsicht FAA erhalten. Walgreens verspricht Kunden, dass Lieferungen dank der neuen Technologie innerhalb von Minuten nach Bestellung zugestellt werden. Im Juni hatte bereits der weltgrößte Online-Händler Amazon angekündigt, bald die ersten Pakete mit seiner "Prime Air"-Drohne zuzustellen.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit auf einen Blick


Euro steigt nach einer Woche zahlreicher Notenbanksitzungen

Der Euro Börsen-Chart zeigen ist am Freitag im frühen Handel leicht gestiegen. Am Morgen kostete die gemeinsame Währung der 19 Euroländer 1,1055 US-Dollar und damit etwas mehr als im asiatischen Handel. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1067 Dollar festgesetzt.

Am Ende einer Woche mit zahlreichen Notenbankentscheidungen hat die chinesische Zentralbank ihre Geldpolitik etwas gelockert. Sie reduzierte den einjährigen Zinssatz, an dem die Banken ihre Neukreditvergabe ausrichten sollen, leicht auf 4,2 Prozent. Die Reduzierung wurde weitgehend erwartet und reiht sich ein in mehrere moderate geldpolitische Lockerungen in den vergangenen Monaten. China versucht damit, die schwächelnde Wirtschaft zu stützen, ohne zugleich die heimische Währung Yuan zu stark unter Druck zu setzen.

Ölpreise klettern - Iran warnt vor Krieg

Die Ölpreise sind am Freitag im frühen Handel gestiegen. Händler nannten die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und Saudi-Arabien einerseits und Iran andererseits als Grund. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 64,73 US-Dollar. Das waren 33 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) erhöhte sich um 52 Cent auf 58,65 Dollar.

Die politischen Spannungen nach dem Drohnenangriff auf Saudi-Arabien bleiben hoch. Am Donnerstag hatte der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif für den Fall eines Militärschlags der USA und Saudi-Arabiens auf sein Land mit einem "umfassenden Krieg" gedroht.

Die USA und Saudi-Arabien machen Iran für den Angriff auf saudische Ölanlagen vom vergangenen Wochenende verantwortlich. Der Angriff hatte einen erheblichen Teil der saudischen Ölproduktion beschädigt und am Rohölmarkt für zeitweise starke Preisanstieg gesorgt./bgf/fba

mit Nachrichtenagenturen

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