Sonntag, 5. April 2020

Kursrutsch an den Börsen Dax stürzt, Dow Jones schwankt stark

Kursrutsch geht weiter: Auch am Donnerstag gaben Dax, Dow und Nasdaq weiter nach

Die Angst vor einer weltweiten Ausbreitung schickt den Dax in die Tiefe. Der deutsche Leitindex stürzt unter die Marke von 12.400 Punkten. An der Wall Street verliert der Dow Jones binnen zwei Stunden rund 700 Punkte.

Der Kurssturz geht weiter: Sorgen vor den Coronavirus-Auswirkungen auf die Weltwirtschaft treiben Anleger in die Flucht. Der Dax Börsen-Chart zeigen sackte am Donnerstag weiter ab. Zeitweise notierte der Dax 4 Prozent schwächer bei 12.264 Punkten, erholte sich dann aber ein wenig und schloss auf Xetra (17.30 Uhr) dann mit einem Verlust von 3,1 Prozent auf 12.367 Punkten. Es ist der sechste Handelstag mit Verlusten in Folge.

Seit Donnerstag vergangener Woche hat der Dax bereits mehr als 1400 Punkte (9 Prozent) eingebüßt. Grund für den Kurssturz an der Börse ist die rasante Ausbreitung des Coronavirus. Verliert ein Index mehr als 10 Prozent von seinem Höchststand, sprechen Börsianer von einem Korrekturmodus.

"Das, was wir an der Börse im Moment erleben, ist irgendwo zwischen Angst und Panik", sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung QC Partners. Der Versuch von US-Präsident Donald Trump, die Börsen zu beruhigen, sei ins Leere gelaufen. "Stattdessen hat er alle noch einmal wach gerüttelt." Trump hatte am Mittwoch erklärt, er sehe keinen Grund zur Panik.

US-Börsen erneut tief im Minus

Auch in den USA drückte die Furcht vor einer weltweiten Corona-Pandemie auf die Indizes. Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen gaben zunächst deutlich nach, der Dow verlor zeitweise mehr als 700 Punkte. Anschließend starteten die Indizes den Versuch eines Comebacks, doch am Abend fiel der Dow Jones wieder um mehr als 600 Punkte ins Minus. Die Schwankungen an den Börsen sind enorm. Zur Zeit bewegt sich der Dow Jones auf einem Fünfmonatstief, obwohl seine Rekordrally nur wenige Tage zurück liegt.

Mit ihren Kursverlusten steuern der US-Standardwerteindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen und der breit gefasste S&P 500 auf die größten Tagesverluste seit etwa zwei Jahren zu. Vor allem die hoch bewerteten Technologiewerte kamen in den USA unter die Räder.

Der Softwarekonzern Microsoft Börsen-Chart zeigen ist nun der nächste, der die Folgen zu spüren bekommt. Der Computer-Riese gab wegen der Viruskrise sein bisheriges Umsatzziel für die PC-Sparte auf. Aufgrund von Belastungen der Lieferkette dürfte die zuvor ausgegebene Prognose im laufenden Geschäftsquartal nicht erreicht werden, warnte der Konzern seine Anleger. Dies zeigte sich bei der Aktie mit einem Abschlag von fast 5 Prozent.

Tesla-Aktie verliert zweistellig

Noch stärker abwärts ging es für die Aktie von Tesla Börsen-Chart zeigen. Das Papier des US-Elektroautobauers verlor zeitweise 14 Prozent auf 670 US-Dollar. Noch vor drei Wochen hatte der Kurs von Tesla oberhalb von 900 US-Dollar notiert. Einen besonderen Anlass für den Kursrutsch gab es nicht - doch Anleger nehmen vor allem bei hoch bewerteten Technologietiteln wie Tesla Gewinne mit.

Biotech-Konzern Gilead profitiert von Corona-Angst

Allerdings gibt es vereinzelt auch Profiteure der Coronavirus-Krise, der Biotech-Konzern Gilead wird hier mit seinem Medikament Remdesivir schon länger als Kandidat gehandelt. Die Aktien rückten nach einer Mitteilung, den Einsatz des Virusmittels im Rahmen einer abschließenden klinischen Studie (Phase III) zu testen, vorbörslich um etwas mehr als 5 Prozent vor.

Ölpreise auf 14-Monats-Tief, Gold auf 12-Monats-Hoch

Die Furcht vor einer Coronavirus-Pandemie drückt den Ölpreis auf den niedrigsten Stand seit Januar 2019. Leichtes US-Öl kostet mit 47,82 Dollar je Barrel 1,9 Prozent weniger als am Vortag, Nordseeöl der Sorte Brent verbilligt sich um 1,7 Prozent auf 52,53 Dollar. Im Vergleich zum Vorwochenschluss hat sich Rohöl damit um etwa zehn Prozent verbilligt. Dagegen legte der Goldpreis weiter zu und kletterte über die Marke von 1650 US-Dollar. Das ist das höchste Niveau seit mehr als einem Jahr.

Lufthansa-Aktie stürzt auf Dreijahrestief - 20 Prozent Verlust in einer Woche

Bei den Aktien der Lufthansa Börsen-Chart zeigen hat sich am Donnerstag der Ausverkauf noch verschärft. Am Ende des Dax büßten die Papiere weitere 5,3 Prozent auf 12,37 Euro ein, womit sich die Verluste seit Donnerstag vergangener Woche auf fast 20 Prozent summierten. Der europäische Reise- und Tourismussektor büßte in diesem Zeitraum gut 13 Prozent ein. Der Lufthansa-Kurs fiel unter das Tief vom August 2019 auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren.

Drägerwerk-Aktien legen zu: Nachfrage nach Schutzmasken steigt

Zu den wenigen Gewinnern in Frankfurt gehörten Aktien von Drägerwerk mit einem Plus von 4,2 Prozent: Das Unternehmen stellt Atemschutzmasken her und verzeichnet wegen des neuartigen Virus eine steigende Nachfrage. Auch Qiagen-Papiere notierten 3,2 Prozent höher. Das Biotech-Unternehmen stellt Testprodukte her, mit denen das Virus nachgewiesen werden kann.

Sehen Sie im Video: "Die Angst der Deutschen vor der Aktie"

Video abspielen
Bild: simpleshow

Euro steigt gegenüber Dollar

Der Kurs des Euro ist am Donnerstag über 1,09 US-Dollar gestiegen. Nachdem die Gemeinschaftswährung bereits zur Wochenmitte für kurze Zeit die Marke übersprungen hatte, legte sie am Morgen bis auf 1,0915 Dollar zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,0875 (Dienstag: 1,0840) Dollar festgesetzt.

Marktbeobachter verwiesen auf den jüngsten Zinsrückgang in den USA. Dieser habe den Dollar belastet. In der Laufzeit von zehn Jahren ist die Rendite von US-Staatsanleihen auf ein neues Rekordtief unter 1,30 Prozent gefallen. Allerdings bleibt die Coronavirus-Krise weiter ein bestimmendes Thema am Devisenmarkt. Zuletzt hatte eine Zuspitzung der Krise sichere Anlagehäfen beflügelt, zu denen auch der US-Dollar zählt.

Im weiteren Tagesverlauf könnten auch Konjunkturdaten für neue Impulse beim Handel mit dem Euro sorgen. Auf dem Programm stehen am späten Vormittag Daten zur Unternehmensstimmung in der Eurozone. Außerdem wird ebenfalls am Vormittag eine Rede der EZB-Präsidentin Christine Lagarde erwartet.

Die Ölpreise haben am Donnerstag an ihre Verluste der vergangenen Tage angeknüpft. Nach wie vor sorgt die Furcht vor wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise für Verkaufsdruck am Ölmarkt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 52,66 US-Dollar. Das waren 77 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI fiel um 76 Cent auf 47,97 Dollar.

Zeitweise rutschte der Preis für US-Öl bis auf 47,84 Dollar und damit auf ein neues Tief seit Januar 2019. Der Preis für Brent-Öl erreichte bei 52,57 Dollar ebenfalls den tiefsten Stand seit Anfang 2019. Im Verlauf einer Woche sind die Preise für amerikanisches Rohöl und für Öl aus der Nordsee um jeweils etwa zwölf Prozent eingebrochen.

mit dpa und reuters

© manager magazin 2020
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung