Schwankungen an den Börsen Dax stoppt freien Fall

Wilder Ritt an den Börsen: Der Dax steigt am frühen Nachmittag kurzzeitig über die Marke von 12.800 Punkten, nachdem er wenige Stunden zuvor unter die Marke von 12.400 Punkten gestürzt war. Vor allem die Auto-Aktien Daimler, BMW und Volkswagen erholen sich. An der Wall Street startet der Dow Jones einen Erholungsversuch.
Starke Kursschwankungen: Auch am Aschermittwoch verzeichnet der Dax Verluste, dämmte diese im Tagesverlauf aber ein

Starke Kursschwankungen: Auch am Aschermittwoch verzeichnet der Dax Verluste, dämmte diese im Tagesverlauf aber ein

Foto: picture alliance / Frank Rumpenhorst

Die Furcht vor den Folgen der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus sorgt für starke Schwankungen an den Börsen. Selbst nach den herben Verlusten der vergangenen vier Börsentage gab der Dax am Aschermittwoch zunächst weiter nach: Der Dax baute am Vormittag seine Verluste zeitweise auf mehr als 2 Prozent aus und fiel kurzzeitig sogar unter die Marke von 12.400 Zählern. Anschließend konnte er jedoch seine Verluste wieder eindämmen und notierte am Nachmittag zeitweise wieder über der Marke von 12.800 Punkten. Zum Xetra-Handelsschluss notierte der Dax bei 12.774 Punkten und damit 0,12 Prozent im Minus.

Zu den Gewinnern im Dax zählten die Aktien von Continental  und die Autowerte BMW , Daimler  und Volkswagen , die zu einer Erholung ansetzten. Die Papiere von MTU Aero Engines , Henkel  und Linde plc  gehörten dagegen zu den schwächsten Dax-Werten.

Das Coronavirus breitet sich unterdessen weiter aus. In Deutschland gibt es weitere Infektionen mit dem Virus und in Brasilien wurde ein erster Fall bekannt. Das in Europa besonders betroffene Italien fürchtet durch die Viruskrise den Sturz in die Rezession.

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Lufthansa tritt wegen Corona auf Kostenbremse

Die Lufthansa  greift angesichts der Ausbreitung des Coronavirus zu ungewöhnlichen Maßnahmen bei der Belegschaft. Der Konzern biete seinen Mitarbeitern ab sofort unbezahlten Urlaub an, teilte Deutschlands größte Fluggesellschaft am Mittwoch in Frankfurt mit. Möglicherweise würden auch die tariflichen Teilzeitangebote ausgeweitet. Neueinstellungen kommen auf dem Prüfstand. Zudem kappt der Vorstand die Kosten in der Verwaltung.

Dow Jones und Nasdaq starten Erholungsversuch, Anleger bleiben nervös

Nach einem viertägigen Kursrutsch an der Wall Street zeichnet sich am Mittwoch an den US-Börsen ein erneuter Erholungsversuch ab. Allerdings ist angesichts der internationalen Ausbreitung des Coronavirus keine richtige Entspannung angesagt, wie eher vorsichtige Gewinne zeigen.

Der US-Leitindex Dow Jones  legte kurz nach Handelsbeginn 1,5 Prozent (400 Punkte) auf 27.490 Punkte zu. Damit startet der US-Leitindex einen erneuten Stabilisierungsversuch, nachdem dies am Vortag nur eine kurze Erscheinung war.

Auch der Nasdaq Stock Market  gewann rund 2 Prozent an Wert hinzu. Vor allem Tech-Schwergewichte wie Apple , Microsoft  , Nvidia  oder Netflix  zählten mit Gewinnen zwischen 3 und 5 Prozent zu den Gewinnern an der Nasdaq.

An der Wall Street hatten die Indizes zuvor vier Tage in Folge nachgegeben, die Verluste im Dow Jones belaufen sich seit dem Hoch bereits auf rund 8 Prozent. Bei einem Rücksetzer von 10 Prozent oder mehr von einem Hoch sprechen Börsianer davon, dass sich die Börse in einem "Korrekturmodus" befindet. Am Mittwoch hatte der Dow Jones 3,2 Prozent schwächer bei 27.081 Punkten geschlossen.

US-Gesundheitsbehörde bereitet sich auf Corona-Virus vor

Für Gesprächsstoff sorgt neuerdings die Virus-Ausbreitung auch in Europa und den USA. Die US-Gesundheitsbehörde CDC äußerte sich besorgt. "Es ist weniger eine Frage, ob das noch geschehen wird, sondern eher eine Frage, wann genau das geschehen wird und wie viele Menschen in diesem Land schwer krank sein werden", sagte die Leiterin der CDC-Abteilung für Immunisierung und Atemwegserkrankungen, Nancy Messonnier. Gespannt wird nun auf später angesetzte Aussagen von US-Präsident Donald Trump zum Virusthema gewartet.

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Disney-Chef Bob Iger tritt zurück

Auf Unternehmensseite machten am Mittwoch vor allem personelle Entscheidungen Schlagzeilen. So tritt Bob Iger mit sofortiger Wirkung als Chef des US-Unterhaltungsriesen Disney zurück. Nach dem Start eines eigenen Streamingdienstes sah dieser den optimalen Zeitpunkt gekommen, um den Staffelstab zu übergeben. Zum Nachfolger wurde der mit Bob Chapek ein Manager aus eigenen Reihen ernannt. Die Aktie gab aber dennoch vorbörslich 1,4 Prozent nach.

SAP-Konkurrent Salesforce mit nur noch einem Chef

Auch bei Salesforce gibt es ein Stühlerücken an der Konzernspitze, das bei Anlegern vorbörslich mit 1,3-prozentigen Kursverlusten schlecht aufgenommen wurde. Beim SAP -Konkurrenten trat der Co-Chef Keith Block zurück, der Softwarekonzern soll künftig alleine von Marc Benioff geführt werden. Ein gut verlaufenes viertes Quartal wurde damit für die Papiere nicht zur Stütze.

Börsen in Japan und in China rutschen weiter ab

Die Sorge vor den Auswirkungen des grassierenden Coronavirus auf die Weltwirtschaft belastet außerdem die Aktienmärkte in Asien. An der Leitbörse in Tokio büßte der Nikkei  in Tokio am Mittwoch weiter ein und notierte zum Handelsschluss einen Abschlag von 179,22 Punkten oder 0,8 Prozent beim Stand von 22 426,19 Punkten. Auch die Märkte in China, wo das Virus ausgebrochen war, gaben nach. Der Shanghai Composite Index notierte zum Handelsende einen Abschlag von 0,83 Prozent bei 2987,93 Punkten. Der Shenzhen Component Index büßte noch deutlicher um 3,02 Prozent ein und ging beim Stand von 11.497 Punkten aus dem Markt.

Anleihekurse ziehen kräftig an, Gold verstärkt gefragt

Dagegen waren Staatsanleihen als "sichere Häfen" erneut stark gefragt und zogen kräftig an. Die Rendite für zehnjährige US-Bonds, die als weltweit wichtigster Schuldtitel gelten, fiel umgekehrt auf ein Rekordtief von 1,3055 Prozent. Zugleich gab der US-Dollar zum Euro nach.

Auch die Krisenwährung Gold war gefragt. Der Preis für eine Feinunze Gold stieg um 1 Prozent auf 1650 US-Dollar, in Euro kostet eine Unze den Rekordpreis von 1515 Euro. Da die Weltbörsen den fünften Tag in Folge deutlich nachgaben, stieg wieder das Interesse an der Krisenwährung Gold.

mit Nachrichtenagenturen