Mittwoch, 24. Juli 2019

Börse Dax und Dow Jones im Minus - Inflationssorgen belasten

Der Dax gibt zum Wochenschluss nach und hält sich nur knapp über der Marke von 12.500 Punkten. Die steigenden Preise für Öl und Nickel schüren Inflationssorgen. Auch an der Wall Street kommen Dow Jones und Nasdaq nicht vom Fleck.

Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich nach seiner Erholung seit Ende März kraftlos. Der Dax Börsen-Chart zeigen gab zuletzt um 0,3 Prozent auf 12 530 Punkte. Zuletzt hatten die Ängste der Anleger vor möglichen Belastungen für die Weltwirtschaft wegen des Zollkonflikts zwischen den USA und China nachgelassen. Zu den wenigen Gewinnern im Dax zählten die Aktie der Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigen und von Siemens Börsen-Chart zeigen mit einem Plus von jeweils 1 Prozent: Siemens profitierte von den soliden Quartalszahlen des US-Konkurrenten General Electric.

Durchwachsene Signale lieferte indes der Start der Berichtssaison der Unternehmen. Vor allem der starke Euro wird zunehmend als Störfeuer gesehen, nachdem der Autozulieferer Continental Börsen-Chart zeigen auch wegen Wechselkursbelastungen bei seinen Zielen zurückrudern musste.

Gewinnmitnahmen bei RWE

Die Aktien des Versorgers RWE Börsen-Chart zeigen gaben trotz einer Kaufempfehlung der französischen Bank Societe Generale zuletzt deutlich nach. Allerdings waren die Papiere seit Anfang Februar um fast 50 Prozent gestiegen. Schlusslicht waren die Papiere der Lufthansa mit minus 2 Prozent.

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Infineon unter Druck - Sorgen in der Chipbranche

Zu den Dax-Verlierern zählten auch die Papiere des Chipkonzerns Infineon Börsen-Chart zeigen, sie gaben leicht nach. Hier belastete abermals ein schwacher Umsatzausblick des bedeutenden taiwanischen Chipherstellers TSMC.

Im TecDax Börsen-Chart zeigen büßten die Anteilsscheine des LED- und Chipindustrieausrüsters Aixtron 1,4 Prozent ein und Dialog Semiconductor 1,6 Prozent.

Wall Street: Dow Jones und Nasdaq im Minus, Kurssprung bei GE

Die Aktienindizes Dow Jones Börsen-Chart zeigen , Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen und S&P 500 gaben im frühen US-Handel leicht nach.

Ölkonzerne litten unter dem leichten Rückgang des Ölpreises, ausgelöst durch eine Wortmeldung von US-Präsident Donald Trump auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Dieser kritisierte die Opec für die Preissteigerungen der vergangenen Wochen. "Das ist nicht gut und wird nicht akzeptiert!" Die US-Sorte WTI, die sich zunächst auf knapp einem Dollar ihrem Dreieinhalb-Jahres-Hoch von 69,56 Dollar je Barrel (159 Liter) angenähert hatte, verlor daraufhin bis zu ein Prozent.

Zu den Favoriten der Wall Street gehörte General Electric (GE). Der Siemens-Rivale verdreifachte seinen Gewinn auf 369 Millionen Dollar und übertraf damit die Markterwartungen. Die Aktien des Mischkonzerns stiegen zur Eröffnung um sieben Prozent. Das ist der größte Kurssprung seit drei Jahren.

Auch Honeywell überraschte mit seiner Quartalsbilanz positiv. Auf Basis des 8,4-prozentigen Anstiegs des Gewinns auf 1,44 Milliarden Dollar hob der Industriekonzern seine Gesamtjahresziele an. Honeywell-Papiere rückten zwei Prozent vor.

Rohstoffpreise schüren Inflationssorgen

Sorgen vor einer zunehmenden Inflation und schneller steigenden Zinsen haben auch die Stimmung an den europäischen Börsen am Freitag gedämpft. "Der rapide Anstieg der Rohstoffpreise - vor allem Öl - hat eine Rückkehr der Zinsängste verursacht", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. Sollten die Rohstoffpreise weiter zulegen, könne dies dazu führen, dass die US-Notenbank Fed ihre Zinsen schneller erhöhe als bislang erwartet. "Dies hätte einen spürbaren Effekt auf die Aktienmärkte weltweit."

Experten gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Rohöl hoch bleibt. Gleichzeitig bemühen sich die ölproduzierenden Länder, das Angebot einzudämmen. Diese Gemengelage könnte die Preise weiter antreiben. Der weltgrößte Ölexporteur Saudi-Arabien peilt etwa einen Ölpreis von 80 bis 100 Dollar an.

Euro kaum verändert

Etwas Unterstützung erhielten die Aktienmärkte vonseiten des Euro. Er verbilligte sich um 0,2 Prozent auf ein Sieben-Tages-Tief von 1,2321 Dollar. Anleger spekulieren darauf, dass sich durch eine günstigere Gemeinschaftswährung die Exportchancen europäischer Firmen auf dem Weltmarkt verbessern.

In London warfen Anleger dagegen Aktien von Reckitt Benckiser aus ihren Depots, die Titel verloren 5,3 Prozent. Der britische Konsumgüterkonzern wuchs im ersten Quartal weniger stark als erwartet, weil Scholl-Fußpflegeprodukte nicht mehr so gut über den Ladentisch gingen.

luk, dpa, reuters

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