Freitag, 26. April 2019

Gewinne an der Börse Dax schließt im Plus, Wirecard knickt ein, Osram haussiert

Erholung: Der Dax schließt den dritten Tag in Folge im Plus

Der Dax schließt den dritten Tag in Folge mit Gewinnen. Wirecard-Aktien geraten erneut unter Druck, während die Osram-Aktie abhebt. In den USA legen Dow Jones und Nasdaq zunächst weiter zu - Anleger hoffen auf eine Einigung im Zollstreit.

Kurserholung: Die Hoffnung auf eine Einigung im US-Haushaltsstreit und im Zollkonflikt zwischen den USA und China hat den deutschen Aktienmarkt auch am Mittwoch weiter angetrieben. Der Dax Börsen-Chart zeigen notierte zeitweise 1,1 Prozent im Plus und kletterte wieder über die Marke von 11.200 Punkten, gab bis zum Handelsschluss auf Xetra (17.30 Uhr) dann aber einen Großteil seiner Gewinne wieder ab und schloss 0,3 Prozent fester bei 11.167 Zählern. Binnen drei Handelstagen hat der deutsche Leitindex damit mehr als 3 Prozent hinzugewonnen. Zu den Gewinnern im Dax zählten die Aktien von Continental Börsen-Chart zeigen, Daimler Börsen-Chart zeigen und Heidelberger Cement Börsen-Chart zeigen, die ihre Erholung fortsetzten.

Erleichtert reagierten Investoren in Europa und den USA auf die Äußerung von US-Präsident Donald Trump, die geplante Verschärfung der Strafzölle auf chinesische Importe zu verschieben, sollte ein Einigung greifbar sein. "Dies zeigt, dass beide Seiten unbedingt einen Deal aushandeln wollen", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader.

Übernahmegespräche bei Osram - Aktie haussiert

Unter den Einzelwerten am deutschen Markt zündeten am Nachmittag die Osram Börsen-Chart zeigen -Aktien ein Kursfeuerwerk. Der Lichttechnik-Konzern hat Gespräche mit Finanzinvestoren über ein mögliches Übernahmeangebot bestätigt. Die Interessenten seien die Private-Equity-Gesellschaften Bain Capital und Carlyle Group , teilte Osram am Mittwochabend mit. Es würden "vertiefte Gespräche" geführt. Kurz vor Handelsende notierten die Aktien 14,60 Prozent höher bei 40,10 Euro. manager magazin hatte bereits vor Wochen über das Interesse von Finanzinvestoren berichtet. Das Unternehmen hatte vor Jahren im Visier chinesischer Firmen gestanden - diese sollen allerdings später von einem Angebot Abstand genommen haben.

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Neuwahlen in Spanien wahrscheinlich

In Madrid verlor die Minderheitsregierung von Pedro Sanchez wie erwartet die Haushaltsabstimmung im Parlament. Insidern zufolge will der linke Ministerpräsident Neuwahlen für den 14. April ansetzen. Die Rendite der zehnjährigen spanischen Staatsanleihen stagnierte bei 1,237 Prozent.

Wall Street: Dow Jones erreicht höchstes Niveau seit neun Wochen

Die Wall Street hat am Mittwoch ihre Vortagesgewinne ausgebaut. Börsianer zeigten sich erleichtert darüber, dass US-Präsident Donald Trump eine Verlängerung des Anfang März auslaufenden "Waffenstillstands " im Zollkonflikt mit China erwägt. Zudem steht Trump im Streit um die Finanzierung einer Grenzmauer zu Mexiko nach US-Medienberichten vor dem Einlenken.

Der Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen stieg um 0,62 Prozent auf 25 583,47 Punkte und erreichte damit das höchste Niveau seit Anfang Dezember 2018. Der marktbreite S&P 500 gewann am Mittwoch 0,54 Prozent auf 2759,45 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigenging es um 0,54 Prozent auf 7052,81 Punkte nach oben.

Goldman Sachs und Visa gefragt, Games-Anbieter Activision mit Kursrally

Unternehmensseitig waren in dem aufgehellten Umfeld einmal mehr Finanzwerte gefragt. So gehörten die Aktien der Investmentbank Goldman Sachs Börsen-Chart zeigenund des Kreditkartenanbieters Visa Börsen-Chart zeigenmit Gewinnen von jeweils knapp 2 Prozent zu den Favoriten im Dow Jones Börsen-Chart zeigen .

Spitzenreiter im Nasdaq 100 waren die Papiere von Activision Blizzard , die um mehr als 7 Prozent in die Höhe schnellten. Der Videospiele-Anbieter baut zwar Stellen in großem Stil ab, weil das Geschäft in diesem Jahr absehbar schwächer laufen soll. Die Firma will sich nun aber stärker auf lukrative Titel wie "Call of Duty", "Candy Crush", "Overwatch" oder "Diablo" konzentrieren.

Branchenbeobachter vermuten hinter dem erwarteten Erlösrückgang von Activision auch einen Effekt des populären Online-Spiels "Fortnite" des Konkurrenten Epic Games. Erst Anfang Oktober hatte die Activision-Aktie bei über 84 Dollar ihr Rekordhoch markiert. Seitdem war es steil bergab gegangen - bis Montag hatte sich der Kurs mehr als halbiert und knapp unter 40 Dollar den tiefsten Stand seit zwei Jahren erreicht.

Brexit: May vor grandiosem Scheitern, Briten spielen auf Zeit

Besorgt blickten Anleger außerdem nach London, wo Premierministerin Theresa May vom Parlament weitere Zeit fordert, um Nachverhandlungen für die Scheidungsvereinbarung mit der EU zu erreichen. Offenbar wolle sie mit ihrem Spiel auf Zeit die Abgeordneten unter Druck setzen, sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. "Entweder der Deal oder eine sehr lange Verzögerung des Brexits. Solch ein Schlachtplan kann auch grandios scheitern." Am Londoner Aktienmarkt setzte Börsianern zufolge die Mehrheit auf eine Verschiebung des EU-Austritts Großbritanniens. Der Leitindex FTSE gewann 0,6 Prozent.

MDax: Norma und Jenoptik gefragt

Die Papiere des Autozulieferers und Verbindungstechnikherstellers Norma Group verbuchten ein Plus von 6,3 Prozent. Beim Technologiekonzern Jenoptik Börsen-Chart zeigen honorierten die Anleger die jüngste Geschäftsentwicklung und den Ausblick mit einem Plus von 5,4 Prozent.

ThyssenKrupp fällt auf Dreijahrestief

Die bereits am Vortag sehr schwachen Aktien von Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen weiteten ihre Kursverluste um 3,3 Prozent aus. Weitere Analysten hatten am Mittwoch ihre Kursziele für die Anteile des vor der Aufspaltung stehenden Stahl- und Industriekonzerns gesenkt.

Wall Street mit Gewinnen

An der Wall Street hatten die Indizes nach Handelsschluss in Europa ihre Kursgewinne noch etwas ausgebaut. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen ging am Dienstag 1,5 Prozent höher auf 25.425 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 verbesserte sich um 1,3 Prozent auf 2744 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen rückte um 1,5 Prozent auf 7414 Punkte vor. In Japan legte der Nikkei Börsen-Chart zeigen am Mittwoch 1,3 Prozent zu.


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Aktien von Wirecard stehen weiter im Rampenlicht

Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigenstehen nach einem turbulenten Handelstag am Dienstag weiter im Fokus. Anwaltskanzleien in den USA haben Sammelklage gegen den Zahlungsdienstleister wegen möglicher Verstößen gegen Wertpapiergesetze eingereicht, weitere erwägen das. Darunter namhafte Kanzleien, wie Hagens Berman, Volkswagen im "Dieselgate"-Skandal in die Zange nahmen. In Singapur und München ermitteln die Staatsanwaltschaften und gehen möglichen Verstößen gegen Wertpapiergesetze nach. Die Aktie von Wirecard Börsen-Chart zeigen gab am Mittwoch im frühen Handel um rund 3 Prozent nach und fiel erneut unter die Marke von 100 Euro.

Home24 gefragt

Unter den Nebenwerten legten die Anteile des Online-Möbelanbieters Home24 um fast 8 Prozent zu. Das Unternehmen hält trotz der hinter den Erwartungen gebliebenen Entwicklung im vergangenen Jahr an seinen Zielen für das laufende Jahr fest. Zum Jahresende 2019 wollen die Berliner die Gewinnschwelle erreichen. Seit dem Börsengang im Jahr 2018 verlief die Kursentwicklung für Home24 ernüchternd

Euro hält sich Marke von 1,13 Dollar

Am Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite bei 0,01 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 142,40 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,02 Prozent auf 166,11 Punkte zu. Der Euro hielt sich trotz moderater Verluste knapp über der Marke von 1,13 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1296 Dollar festgesetzt.

Ölpreise legen weiter zu

Die Ölpreise sind am Mittwoch weiter gestiegen. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 63,07 US-Dollar. Das waren 65 Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 55 Cent auf 53,65 Dollar.

Marktteilnehmer nannten vor allem zwei Gründe für die Preiszuwächse. Zum einen gibt es Hoffnung, dass sich die USA und China in ihren Gesprächen über den Handelsstreit annähern. Die Gespräche finden seit Anfang der Woche in Peking statt. US-Präsident Donald Trump hat unterdessen seine Bereitschaft signalisiert, die Frist bis zum 1. März, wenn höhere Strafzölle drohen, zu verlängern.

mit Nachrichtenagenturen

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