Börse Dax im Plus, Dow wackelt, Bayer-Aktie stürzt

Nach den Verlusten vom Vortag hat der Dax am Dienstag einen Erholungsversuch gestartet. Durch einen Endspurt im späten Handel schließt der Dax im Plus. An der Wall Street rutscht der Dow Jones jedoch weiter ab.
Kurstafel in der Deutschen Börse

Kurstafel in der Deutschen Börse

Foto: DANIEL ROLAND/ AFP

Zarter Erholungsversuch im Dax: Überwiegend positiv aufgenommene Unternehmenszahlen haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag ins Plus befördert. Die vorbereitenden Handelsgespräche zwischen den USA und China, die laufenden Brexit-Verhandlungen und der Konflikt um den italienischen Haushalt lassen die Anleger jedoch weiterhin vorsichtig agieren.

Der Dax (Kurswerte anzeigen) schloss auf Xetra (17.30 Uhr) 1,3 Prozent höher bei 11.472 Zählern. Innerhalb der letzten Handelsstunde des Xetra-Computerhandels legte der deutsche Leitindex auf Grund der Gewinne in den USA rund 100 Punkte zu. Auch MDax und TecDax drehten in den grünen Bereich.

Bayer Aktie stürzt weiter

Zu den größten Verlierern im Index zählte die Aktie von Bayer , die nach Quartalszahlen ihre Verluste auf knapp 4 Prozent ausbaute und mit 66 Euro nur noch minimal über seinem Fünfjahrestief notiert. Investoren zeigen sich verunsichert, da die Zahl der Glyphosat-Klagen in den USA auf knapp 10.000 Klagen gestiegen ist. Bayer-Chef Werner Baumann lehnt Vergleiche jedoch weiterhin ab.

Am Montag war der Leitindex Dax um rund 1,8 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Ende Oktober gefallen und hatte damit einen Großteil seiner jüngsten Erholung wieder eingebüßt.

Italiens Haushalt sorgt für Unruhe

Sorgen bereitet vor allem Italien: An diesem Dienstag endet die Frist für die Überarbeitung des italienischen Haushaltsentwurfs. Die EU-Kommission hatte den Entwurf zurückgewiesen, weil die Schuldenpläne der populistischen Regierung in Rom gegen die Stabilitätskriterien der Eurozone verstoßen. Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets erwartet, dass die Regierung Italiens den Entwurf ohne große Änderungen wieder bei der EU-Kommission einreicht. Damit aber würden dem Land Strafen drohen - theoretisch.


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Wall Street: Dow Jones rutscht weiter ab, Nasdaq mit Erholungsversuch

Nach der Talfahrt der US-Börsen zu Wochenbeginn haben die technologielastigen Nasdaq  Indizes einen Erholungsversuch gestartet. Der Nasdaq Stock Market  legte zuletzt 0,5 Prozent zu.

Der US-Leitindex Dow Jones  Jones hingegen setzte dagegen seine Talfahrt fort und fiel zeitweise unter die Marke von 25.300 Punkten. Unter anderem der starke Dollar sorgt für Verstimmung an der Wall Street - doch dies ist nicht der einzige Grund, warum die Kurse auch in den USA ins Rutschen geraten.

An der Wall Street hatte ein Ausverkauf bei Techwerten wie Apple (Kurswerte anzeigen) und Amazon am Montag für herbe Einbußen gesorgt. Der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) schloss 2,3 Prozent tiefer, der Technologieindex Nasdaq Stock Market  verlor knapp 3 Prozent an Wert.

Thyssenkrupp nach Abstufung schwächer

Nach einer Abstufung durch das Bankhaus Lampe fielen die Aktien von Thyssenkrupp (Kurswerte anzeigen) auf den niedrigsten Stand seit März 2016. Mit einem Minus von 2 Prozent waren sie das Schlusslicht im Dax und haben seit Jahresbeginn knapp ein Drittel an Wert eingebüßt.

Die Aktien von United Internet (Kurswerte anzeigen) stoppten ihren Abwärtstrend der vergangenen Tage vorerst und stiegen nach der Bekanntgabe der Quartalszahlen um 2,3 Prozent. Allerdings brauche das Unternehmen weiterhin ein starkes Schlussquartal, um das Jahresziel beim Kundenzuwachs zu erreichen, betonte Analystin Heike Pauls von der Commerzbank.

Der Werbevermarkter Ströer (Kurswerte anzeigen) hat dank eines starken Kerngeschäfts und des Telefon- und Direktvertriebs den Umsatz in den ersten neun Monaten um 28 Prozent gesteigert. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda) legte um 15 Prozent zu. Ströer-Papiere gewannen 2,9 Prozent.

Der Kraftwerkskonzern Uniper (Kurswerte anzeigen) steckt weiter in den roten Zahlen fest. Die Uniper-Titel fielen um 2,5 Prozent.

Bei dem Technologie- und Rüstungskonzern Jenoptik (Kurswerte anzeigen) laufen die Geschäfte weiterhin gut. Zudem profitiert das Unternehmen von den jüngsten Zukäufen. Die Aktien verteuerten sich um 2,7 Prozent.

Die Aktien von HelloFresh (Kurswerte anzeigen) büßten nach den Zahlen zum dritten Quartal rund 2 Prozent an Wert ein. Die US-Bank JPMorgan wertete die Kennziffern des Kochboxen-Anbieters in einer ersten Reaktion als insgesamt solide.

Die Nordex -Aktien  brachen nach einem eingetrübten Ausblick des Windkraftanlagenbauers um rund 15 Prozent ein. Seit Ende Oktober hatten die Aktien allerdings um 20 Prozent zugelegt. Nordex ist nach neun Monaten pessimistischer für das Gesamtjahr geworden.

Die Aktien der HHLA (Kurswerte anzeigen) waren nach den Zahlen für die ersten neun Monate mit einem Kursplus von knapp 7 Prozent stark gefragt. Die klare Bekräftigung der Jahresziele des Hafenbetreibers strahle Zuversicht aus, sagte ein Händler.

Euro erholt sich vom Eineinhalbjahres-Tief

Der Euro (Kurswerte anzeigen) hat sich am Dienstag etwas von seinem am späten Vorabend erreichten eineinhalbjährigen Tiefstand erholt. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1245 US-Dollar und damit etwas mehr als am Montagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1265 Dollar festgesetzt.

Am späten Montagabend war der Euro mit 1,1216 Dollar auf den tiefsten Stand seit Juni 2017 gefallen. Belastet wird die Gemeinschaftswährung derzeit vor allem durch zwei große politische Themen: den Brexit und den italienischen Haushaltsstreit.

Während die Austrittsverhandlungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union nach wie vor stocken, läuft am Dienstag eine Frist für Italien ab. Die EU-Kommission hat das Land aufgefordert, seinen Haushalt für kommendes Jahr nachzubessern. Hintergrund ist eine aus Sicher der Kommission zu hohe Neuverschuldung.

la/mg/dpa-afx, rtr