Dienstag, 23. Juli 2019

Schwankungen an der Börse Dax fällt weiter, Dow erholt sich

Fallhöhe der Börsen: So viel haben Dow und Dax noch zu verlieren
REUTERS

Der Dax gibt am Freitag weiter nach und schließt nur knapp über 12.000 Punkten. Da sich der Dow Jones jedoch im späten Handel erholt und im Plus schließt, dürfte auch der Dax am Montag mit Gewinnen starten.

Rauf, runter, rauf: Der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen hat am Freitag unter starken Schwankungen seinen Kursrutsch beschleunigt. Der Dax baute bis zum Ende des Xetra-Handels seine Verluste aus und schloss 1,2 Prozent schwächer bei 12.107 Punkten. Auch die Nebenwerte Indizes schlossen mit klaren Verlusten.

Im späten Handel gelang dem US-Leitindex jedoch der Turnaround. Der Dow Jones, der zeitweise um weitere 400 Punkte gestürzt war, drehte in den letzten zwei Handelsstunden ins Plus und schloss 1,3 Prozent im grünen Bereich. Auf Grund dieser Erholung dürfte auch der Dax am Montag mit Gewinnen starten.

"Die Nervosität bleibt extrem hoch", sagte ein Händler in New York. Die Neigung vieler Anleger, Geld in Sicherheit zu bringen, sowie die automatisierten Handelssysteme beschleunigten den Kursrutsch.


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Der Dax hat aus technischer Sicht gegenwärtig jedoch kaum Erholungspotenzial. Diese Aussage begründete Christian Schmidt von der Helaba unter anderem damit, dass der Leitindex mit den hohen Vortagesverlusten wichtige Unterstützungen durchbrochen habe. Die Trends seien kurz- bis langfristig negativ, so dass der Dax nun voraussichtlich auch unter die technische Markt von 12.215 Punkten fallen dürfte. "Häufig war es in der Vergangenheit keine gute Idee, sich gegen die 'Masse' zu positionieren", schrieb der Analyst. Die Dynamik nach unten sei derzeit "einfach zu groß".

Broadcom stützt Infineon, Deutsche Bank taumelt weiter

Favorit im Dax waren die Titel von Infineon Börsen-Chart zeigenmit einem Plus von zwei Prozent. Händler verwiesen auf steigende Übernahmespekulationen in der Chipindustrie. Es sei nicht unwahrscheinlich, dass der US-Chipkonzern Broadcom die Offerte für den Konkurrenten Qualcomm fallenlasse und sich nach anderen Kaufgelegenheiten umschaue.

Auf den Verkaufslisten standen Aktien von Banken, nachdem bereits in den USA Finanztitel aus den Depots geflogen waren. Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen und Commerzbank Börsen-Chart zeigenfielen um jeweils gut zwei Prozent. Die Deutsche Bank notierte zuletzt mit 12,67 Euro auf dem tiefsten Niveau seit 15 Monaten.

10 Prozent Verlust seit Rekordhoch - setzt sich der Kursrutsch fort?

Seit seinem Rekordhoch bei knapp 13.600 Zählern am 23. Januar hat der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigenrund 1400 Punkte an Wert verloren, der Verlust beträgt ebenso wie im Dow Jones Börsen-Chart zeigenseit dem Rekordhoch rund 10 Prozent. Ob die Korrektur am Aktienmarkt nach der jahrelangen Aktienrally damit schon beendet ist, bleibt jedoch offen.

Die Argumente der Börsen-Bullen: Warum für Panik kein Grund besteht

"Es war höchste Zeit, dass die heiß gelaufenen Aktienmärkte einen Dämpfer bekommen", sagt Händler Matthew Cheslock vom Broker Virtu Financial. Der US-Standardwerteindex Dow Jones und der S&P 500 hatten zwischen Frühjahr 2017 und Januar 2018 jeweils zehn Monate in Folge zugelegt. Das war die längste Gewinnserie seit den 1950er Jahren. Der Dax hinkte der Entwicklung zwar hinterher, legte 2017 dennoch um 12,5 Prozent zu. Seit Ende Januar verloren die drei Indizes jeweils rund zehn Prozent.

"Obwohl Zinsen und Inflation in jüngster Zeit zugelegt haben, sind sie im historischen Vergleich immer noch sehr tief", sagt Chef-Anlagestratege Michael Arone beim Vermögensverwalter State Street Global Advisors. In der Euro-Zone liegt der Leitzins bei 0,0 Prozent, in den USA zwischen 1,25 bis 1,5 Prozent, in Großbritannien bei 0,5 Prozent.

Marktstrategen halten trotz der jüngsten Börsenturbulenzen an ihren Prognosen fest. "Strategisch bleibe ich optimistisch und halte an den Kurszielen von 3000 Punkten beim S&P 500 und 14.100 beim DAX zum Jahresende fest", sagt etwa Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. An der guten wirtschaftlichen Lage habe sich nichts geändert, ergänzt Volkmar Baur, Anlagestratege bei der Deutschen Bank. "Das dürfte riskante Anlageklassen nach der Korrektur stützen."

Die Argumente der Börsen-Bären: Warum der Kursrutsch weitergehen kann

Eine anziehende Inflation und schnell steigende Zinsen sind für die heiß gelaufenen Börsen eine ernste Gefarh. Die Stundenlöhne in den USA legten im Januar um 2,9 Prozent zum Vorjahresmonat zu, das war der höchste Wert seit Mitte 2009. An den Börsen stiegen deshalb die Spekulationen, dass die Inflation anzieht und die US-Notenbank die Geldpolitik schneller strafft. "Das größte Schreckgespenst der Anleger sind schnell steigende Zinsen", sagt Robert Phipps, Direktor beim Vermögensverwalter Per Stirling Capital.

Zudem seien die Bewertungen an den Märkten selbst nach der Korrektur um rund 10 Prozent noch immer zu hoch. "Für Investoren werden sich in der Zukunft noch bessere Einstiegsmöglichkeiten finden", hebt Michael O'Rourke, Marktstratege beim Brokerhaus JonesTrading hervor. Selbst nach dem jüngsten Kursrutsch sei der S&P 500 noch höher bewertet als im Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre.

Veränderungen bei der Fed sorgen zudem für Unsicherheit: Jerome Powell hat den Staffelstab von der langjährigen US-Notenbankchefin Janet Yellen übernommen. Experten erwarten zwar, dass der 65-Jährige die Strategie von Yellen fortsetzen wird, die Zinsen stufenweise anzuheben. "Solange aber nicht klar ist, wie die Geldpolitik unter Powell genau aussehen wird, werden die Märkte der Fed keine Vorschusslorbeeren geben", ist sich Michael Arone, Chef-Investmentstratege bei State Street Global Advisors sicher.

Der Kurs des Euro in Dollar Börsen-Chart zeigen hat sich am Freitag im frühen Handel wenig bewegt. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,2252 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Ein überraschender Rückfall der USA in den "Shutdown"-Modus konnte den Dollar nicht schwächen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Euro-Referenzkurs am Donnerstag auf 1,2252 (Mittwoch: 1,2338) Dollar festgesetzt.

Euro kaum verändert

Der Euro Börsen-Chart zeigen tendierte am Freitag zum Dollar kaum verändert. Trotz einer überparteilichen Grundsatzeinigung auf ein Haushaltsgesetz musste in den USA über Nacht überraschend nach 17 Tagen zum zweiten Mal der Betrieb öffentlicher Einrichtungen wegen Geldmangels heruntergefahren werden. Grund dafür war das Auslaufen einer Frist, bis zu der beide Kammern des Kongresses dem Gesetz für einen neuen Etat hätten zustimmen müssen. Im Senat hatte der Republikaner Rand Paul aus Protest gegen eine steigende Staatsverschuldung die Abstimmung verhindert. Anschließend wurde das Gesetz jedoch im US-Kongress beschlossen und der Shutdown wurde aufgehoben.

mit Nachrichtenagenturen

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