Börse Dax erholt sich, Intel treibt Dow Jones auf Rekordhoch

Der Dax erholt sich, da die US-Börsen ihre Rekordjagd fortsetzen. Die Aktien des Schwergewichts Siemens gibt im Dax deutlich nach. Der Dow Jones erreicht unterdessen ein Rekordhoch - dank der Kursrally bei Intel. Italiens Schuldenkrise belastet Euro-Land.

Erholung von dem Kursrutsch: Der Dax  war am Dienstag zeitweise um 1,1 Prozent auf 12.207 Punkte zurück gefallen, konnte im späten Handel jedoch seine Verluste deutlich eingrenzen und beendete den Xetra-Handel bei 12.287 Punkten. Die Kursgewinne an der Wall Street und der neue Rekord im Dow Jones halfen dem Dax aus dem Tief.

Zu den größten Verlierern im Dax zählten die Aktien von Siemens , Bayer  und Lufthansa , die zwischen 2 und 3,5 Prozent einbüßten. Während die Lufthansa unter den hohen Spritpreisen litt, belastete Siemens  eine Herabstufung durch HSBC. Bei Schwergewicht Bayer  setzten nach der jüngsten Erholung verstärkt Gewinnmitnahmen ein.

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Für Nervosität an den europäischen Aktienmärkten sorgen nach wie vor die umstrittenen Schuldenpläne Italiens. EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici sagte, die Brüsseler Behörde werde versuchen, die italienische Regierung davon zu überzeugen, ihre Fiskalziele zu ändern. Auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker äußerte sich besorgt. Investoren befürchten unter anderem, dass Ratingagenturen Italiens Kreditwürdigkeit wegen der Budgetpläne für 2019 herunterstufen.

Italien: "Können Probleme mit einer eigenen Währung lösen"

Unter erhöhtem Druck standen dagegen italienische Staatsanleihen. Händler nannten als Grund Äußerungen von Lega-Wirtschaftsexperte Claudio Borghi. Der Euroskeptiker sagte im italienischen Radio, dass Italien mit einer eigenen Währung in der Lage wäre, die wirtschaftlichen Probleme zu lösen. Der Euro sei hingegen "nicht ausreichend", um die fiskalischen Probleme Italiens zu bewältigen.

Die Rendite der italienischen Papiere stieg um 0,13 Prozentpunkte auf gut 3,4 Prozent. Das ist der höchste Stand seit vier Jahren. Die Bewegung kehrte sich auch nicht um, als Italiens Premierminister Giuseppe Conte klarstellte, dass Italien unumkehrbar im Euro bleiben werde.

US-Börsen setzen Rekordjagd fort - Dow Jones auf Rekordhoch

In den USA legten die Indizes dagegen weiter zu. Der Dow Jones  der Standardwerte kletterte zuletzt um 0,5 Prozent auf 26.791 Punkte und erreichte damit ein Rekordhoch. Auch der S&P 500 und der Technologie-Index Nasdaq Stock Market (Kurswerte anzeigen) verbuchten leichte Kursgewinne. Größter Gewinner im Dow war die Aktie von Intel  mit Gewinnen von mehr als 4 Prozent. Davon profitierte im Dax auch die Aktie von Infineon , die knapp 4 Prozent zulegte.

Bei General Electric  und Tesla  kam es nach den Kurssprüngen vom Vortag ersten Gewinnmitnahmen. Die Aktien fielen um 0,4 beziehungsweise 1,1 Prozent, obwohl der Nachrichtenfluss positiv war. Tesla  hatte mitgeteilt, dass die Produktion des Model 3 allmählich in Schwung kommt. Die GE-Aktien wurden derweil am Dienstag mit Blick auf einen möglichen Wendepunkt von den Experten von RBC Capital empfohlen.

Ein weiterer Verlierer waren die Papiere von General Motors  mit Abgaben von 1,6 Prozent. Belastet wurden diese von vorgelegten schwachen Absatzzahlen. Nach einer Steigerung im Vorquartal hatte der Autobauer im dritten Jahresviertel postwendend wieder einen Rückgang der Absätze um 11 Prozent hinnehmen müssen.

Amazon  legten leicht zu. Das weltgrößte Online-Kaufhaus hob den Mindestlohn für seine Beschäftigten in den USA auf 15 Dollar die Stunde an.

Ölpreise steigen: Brent auf Vierjahreshoch

Die Ölpreise sind am Dienstag leicht gestiegen. Starke Impulse gab es zunächst nicht. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember 85,08 US-Dollar. Das waren zehn Cent mehr als am Montag. Der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur November-Lieferung stieg um 31 Cent auf 75,61 Dollar.

Die Angebotslage am Rohölmarkt ist weiterhin angespannt. Ein rückläufiges Angebot aus Förderländern wie Venezuela oder Iran hat insbesondere europäisches Erdöl wesentlich verteuert. Die Nordseesorte Brent kostet derzeit so viel wie letztmalig vor knapp vier Jahren.

Wesentlicher Grund für die steigenden Preise sind Wirtschaftssanktionen der USA gegen Iran. Die Öllieferungen des drittgrößten Opec-Produzenten sind deshalb deutlich gefallen. Ob die Opec, wie von US-Präsident Donald Trump vehement gefordert, den Ausfall auffangen kann und will, gilt unter Experten als fraglich

Euro unter 1,16 US-Dollar

Der Euro in Dollar  hat am Dienstag weiter unter der Marke von 1,16 US-Dollar notiert. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1560 Dollar und damit so wenig wie zuletzt vor etwa drei Wochen. Händler nannten einen auf breiter Front stärkeren US-Dollar als Grund. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag noch auf 1,1606 Dollar festgesetzt.

Unter dem aufwertenden Dollar litten am Dienstagmorgen auch zahlreiche Währungen großer Schwellenländer. Unter besonderem Druck stand die indonesische Rupiah, die zur US-Währung auf den tiefsten Stand seit der Asienkrise 1998 fiel. Verluste mussten auch die indische Rupie und der koreanische Won hinnehmen. Die Währungen der aufstrebenden Länder leiden vor allem unter steigenden Zinsen in den USA und dem Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China.

mit dpa und reuters
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