Börse Dax nahe 9000 Punkten - Börsianer im Rekordfieber

Börsianer bleiben im Rekordfieber: Gute Quartalszahlen von Daimler und Übernahmefantasien um den Arzneimittelhändler Celesio treiben Dax und MDax an. Der Dax pirscht sich erneut an die 9000er-Marke heran.
Kurstafel in Frankfurt: Die 9000-Punkte-Marke bleibt das Thema

Kurstafel in Frankfurt: Die 9000-Punkte-Marke bleibt das Thema

Foto: DPA

Frankfurt am Main - Mit 8980 Punkten schloss der Dax nur knapp unter 9000 Punkten und so hoch wie nie zuvor. Zum Vortag belief sich das Plus auf 0,7 Prozent. "Es gibt keine Alternative zu den Aktien. Die Zinsen sind nach wie vor niedrig und werden auch niedrig bleiben", kommentierte ein Händler.

An den übrigen europäischen Börsen zogen die Kurse ebenfalls an. Der EuroStoxx 50  gewann 0,7 Prozent. Die Börsen in Mailand und Madrid zogen um je etwa ein Prozent an.

An der Wall Street ging es mit den großen Indizes ebenfalls bis zum Handelsschluss in Europa nach oben. Der Euro kletterte um einen halben US-Cent auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 1,3825 Dollar.

Unterstützung für die Aktien kam aus China, wo die Geschäfte der Industrie im Oktober so gut wie seit sieben Monaten nicht mehr liefen. Dabei ignorierten die Anleger, dass die chinesische Notenbank im Kampf gegen eine drohende Immobilienblase den Banken zuletzt Geld entzogen hat.

Auch die nur schleppende Erholung der Konjunktur in einigen europäischen Ländern ließ die Anleger weitgehend kalt. Ein enttäuschender Wochenbericht vom US-Arbeitsmarkt bestätigte dagegen die Aussicht auf eine vorläufige Fortsetzung der ultralockeren Geldpolitik in den USA.

Daimler profitiert vom Sparkurs und von neuen Modellen

Futter für die Börsen-Bullen gab es vom Autokonzern Daimler. Die Stuttgarter konnten dank neuer Modelle und des Sparkurses im dritten Quartal erstmals wieder kräftig dazu verdienen. Die Daimler-Aktien legten 3,3 Prozent auf 60,32 Euro zu und zählten damit zur Dax-Spitze. Sämtliche Spartenergebnisse des Autobauers hätten über den Erwartungen gelegen, erläuterte LBBW-Analyst Frank Biller.

Auf Erholungskurs gingen die Titel der Commerzbank  , die knapp vier Prozent zulegten und damit die Dax-Gewinner anführten.

Größter Dax-Verlierer waren mit einem Abschlag von 2,4 Prozent die Aktien von K+S. Sie reagierten damit auf den Zwischenbericht des kanadischen Rivalen Potash. Der Düngemittel-Riese hatte im dritten Quartal weniger verdient und seine Prognose stärker als erwartet gesenkt. Potash fielen in Toronto bis zum Handelsschluss in Europa um über drei Prozent. Eine Verkaufsempfehlung der Credit Suisse drückte die Aktien von HeidelbergCement um 2,4 Prozent ins Minus.

MDax: Celesio zieht deutlich an, McKesson will übernehmen

Für Gesprächsstoff sorgte erneut Celesio. Der US-Apotheken-Zulieferer McKesson will für mehr als sechs Milliarden Euro den Stuttgarter Wettbewerber kaufen. Die Amerikaner bieten jedem Celesio-Aktionär 23 Euro je Aktie. Das war etwas mehr, als viele am Markt erwartet hatten. Entsprechend stiegen die Aktien um 5,4 Prozent auf 22,90 Euro an und waren damit im MDax  der größte Gewinner. Auch den US-Anlegern gefiel das Angebot: McKesson legten in New York vier Prozent zu.

Der Nebenwerte-Index setzte seinen Rekordlauf fort und stieg um 0,5 Prozent auf einen Schlussrekord von 15.846 Zählern.

TecDax: Dialog wird Galaxy-Smartphones ausstatten

Viel Bewegung gab es erneut bei Technologiewerten. Größter Gewinner im TecDax  waren die Aktien von Dialog Semiconductor mit einem Plus von fünf Prozent auf 15,01 Euro. Der Chiphersteller wird die neuen Galaxy-Smartphones von Samsung mit Chips ausstatten. Auf den zweiten Blick fanden die Anleger auch Gefallen am Zwischenbericht der Software AG, deren Aktien um 4,2 Prozent stiegen.

Schlusslicht im TecDax waren die Aktien des Netzwerkausrüster Adva Optical, die nach einem Gewinneinbruch im dritten Quartal ihre Talfahrt vom Vortag fortsetzten und 12,3 Prozent einbüßten.

Der harte Wettbewerb in der Branche macht auch dem schwedischen Weltmarktführer Ericcson zu schaffen, der mit seinem Quartalsergebnis hinter den Erwartungen zurückblieb. Die Aktien brachen in Stockholm um 5,3 Prozent ein.

krk/ak/rtr
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