Dax-Absturz 2018 Auswahl zählt - die größten Gewinner und Verlierer im Dax

Anleger auf der Flucht: Um rund 18 Prozent ist der Dax in diesem Jahr eingebrochen. Während 17 Dax-Konzerne zweistellige Verluste verbuchten, konnten immerhin 4 Unternehmen ihren Aktienkurs zweistellig steigern. Ein Überblick.
Der Dax beschließt das Jahr tief im Minus. Zwei Konzerne haben ihren Börsenwert halbiert. Doch es gibt 4 große Gewinner im Dax 30

Der Dax beschließt das Jahr tief im Minus. Zwei Konzerne haben ihren Börsenwert halbiert. Doch es gibt 4 große Gewinner im Dax 30

Foto: DANIEL ROLAND/ AFP

Das Jahr 2018 war für die meisten deutschen Anleger schmerzensreich. Erstmals seit 2011 wird der deutsche Leitindex das Börsenjahr tief im Minus beschließen: Bis Freitag, 21. Dezember, betrug das Minus im Dax  rund 18 Prozent. Sorgen um eine abflauende Weltkonjunktur, der Handelsstreit zwischen USA und China sowie der im März nahende Brexit haben den Dax deutlich stärker belastet als Unternehmen in den USA. Doch selbst an der Wall Street haben Investoren seit Oktober Geld in Sicherheit gebracht, der US-Leitindex Dow Jones  sowie der Tech-Index Nasdaq Composite  dürften das Börsenjahr (am 27. und 28.12. wird noch gehandelt), jeweils mit einem Verlust von rund 7 Prozent beenden. Für US-Präsident Trump, der steigende Börsenkurse gerne als Ausweis seines Erfolges sah, ein bitterer Jahresausklang.

Trösten können sich immerhin einige Dax-Aktionäre, die nicht auf den Index selbst, sondern auf einzelne Dax-Werte gesetzt hatten - immerhin acht Dax-Unternehmen haben das Börsenjahr 2018 mit einem Kursgewinn abgeschlossen (siehe Überblick). Und wer sich dann noch für Aktien von Wirecard (Kurswerte anzeigen), RWE (Kurswerte anzeigen), Adidas (Kurswerte anzeigen) oder Papiere der Deutschen Börse (Kurswerte anzeigen) entschied, kann mit einem Kursplus von 10 Prozent und mehr die allgemeine Börsenschwäche gelassen ertragen.

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Jahresbilanz an der Börse: Die größten Abstürze im Dax 2018 - und die wenigen Gewinner

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Vor allem Dax-Neuling Wirecard  bereitete mit einem Kursplus von fast 40 Prozent den Anlegern Freude: Dem Spezialisten für den elektronischen Zahlungsverkehr werden auch im kommenden Jahr steigende Gewinne zugetraut. Die Aktien des Energieversorgers RWE  erholten sich mit einem Kursplus von 12 Prozent, nachdem der Wert um die Jahreswende 2017/2018 von etwa 23 Euro auf knapp 15 Euro abgestürzt war - der Konzern stellt sich komplett neu auf.

Der Sportartikelhersteller Adidas  setzte mit einem Plus von 10 Prozent seinen Höhenflug aus dem Vorjahr fort, und Aktionäre der Deutschen Börse  profitierten im Jahr 2018 von den starken Schwankungen im Index: Egal, ob Kurse steigen oder stürzen, der Börsenbetreiber macht bei regem Handel immer Gewinn.

Selbst wer mit einem Dax-Indexzertifikat im Jahr 2018 fast 20 Prozent seines Kapitals verloren hat, findet mit Blick auf die größten Börsenverlierer im Dax noch einen schwachen Trost: Es hätte noch schlimmer kommen können. So haben die Deutsche Bank (Kurswerte anzeigen) und die ehemalige Bayer-Tochter Covestro (Kurswerte anzeigen) ihren Börsenwert jeweils mehr als halbiert. Die Deutsche Bank notiert inzwischen weit unter Buchwert. Auch für Traditionsunternehmen wie den Autozulieferer Continental (Kurswerte anzeigen) (mehrere Gewinnwarnungen) sowie den Pharmariesen Bayer (Kurswerte anzeigen) (die Übernahme des Glyphosat-Herstellers Monsanto erweist sich wegen der Schadenersatzklagen in den USA als toxisch) ging es dramatisch bergab, das Kursminus beträgt jeweils mehr als 40 Prozent.

Ob sich mit Beginn des neuen Börsenjahres gleich wieder neue Käufer hervorwagen, ist zweifelhaft: Der Handelsstreit zwischen USA und China bremst die Weltwirtschaft spürbar, im Weißen Haus setzt sich zum Jahresende der personelle Exitus fort, und im März droht Großbritannien und der EU ein harter Brexit, also den Abschied der Briten ohne einen Vertrag. Greife nie in ein fallendes Messer, lautet eine der Regeln an der Börse. Viele Investoren bringen derzeit ihr Geld an die Seitenlinie und warten ab. Zu den Wahrheiten an der Börse gehört aber auch: Langfristig haben an der Börse diejenigen Erfolg, die sich auch von 1,2 schwachen Börsenjahren nicht von ihrer langfristigen Anlagestrategie abbringen lassen. Denn betrachtet man einen längeren Anlagezeitraum von 20 Jahren und mehr, bringt es der Dax auf eine durchschnittliche Jahresrendite von 8 Prozent - auch wenn mal ein schwaches Jahr wie 2018 darunter ist.

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