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Topverdiener 2015: Diese Hedgefonds-Manager streichen Milliarden ein

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Hedgefonds-Milliardär Mr. Tepper zieht um - und der Staatshaushalt wankt

Der Hedgefonds-Milliardär David Tepper zieht von New Jersey nach Florida - und bringt damit den Fiskus von New Jersey in Not. Der kuriose Fall steht exemplarisch für eine gefährliche Entwicklung, auch am Finanzmarkt.

Was Frank W. Haines, Kassenwart des US-Bundesstaates New Jersey, kürzlich verkünden musste, war aus dem Munde eines hochrangigen Finanzpolitikers bislang nur selten zu hören: Der reichste Einwohner New Jerseys sei offenbar mitsamt seiner Firma in einen anderen Staat gezogen, so Haines. Die Vorhersage der Einkommensteuereinnahmen New Jerseys sei daher plötzlich "mit einem ungewöhnlich hohen Risiko" behaftet.

Soweit ist es also bereits gekommen im modernen Turbokapitalismus. Ein einziger Superreicher ändert seinen Wohnsitz - und eine gesamte Staatskasse gerät ins Wanken.

Der Mann, der New Jersey derart in Aufregung versetzt, heißt David Tepper, ist Chef des New Yorker Hedgefonds Appaloosa Management und vielfacher Milliardär.

Tepper gehört seit Jahren zu den Big Playern seines Gewerbes. Schon 2009 stieg er mit einem Jahresgehalt von vier Milliarden Dollar zu den bestverdienenden Investmentgrößen weltweit auf. 2012 und 2013 war er mit Einkünften von 2,2 Milliarden sowie 3,5 Milliarden Dollar ebenfalls Top-Verdiener unter den Hedgefonds-Lenkern, so das Fachblatt "Institutional Investors Alpha".

Einkommensteuer in Teppers neuer Heimat Florida: 0 Prozent

Das US-Magazin "Forbes" führt Tepper derzeit mit 11,4 Milliarden Dollar auf Platz 85 der reichsten Menschen weltweit. Reichster Mann New Jerseys war er schon seit Längerem, schreibt die "New York Times". Doch das scheint nun Vergangenheit. Nach 20 Jahren vor den Toren New Yorks verlegte der Investmentprofi mit der Halbglatze seinen Wohnsitz im vergangenen Dezember nach Florida. Kurz darauf holte er auch sein Unternehmen in den Süden der USA.

Es mag verschiedene Gründe für den Schritt gegeben haben, den Tepper bislang öffentlich nicht kommentiert hat. Laut "New York Times" besaß der Hedgefonds-Milliardär bereits ein Haus in Miami Beach (neben einem weiteren in den noblen Hamptons vor New York). Seine Mutter sowie seine Schwester leben in Florida, schreibt die Zeitung.

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Eine Rolle dürfte aber auch die unterschiedliche Einkommensbesteuerung in beiden Staaten gespielt haben. In New Jersey zahlt Tepper auf seine Einkünfte einen Steuersatz von für US-Verhältnisse vergleichsweise hohen 8,9 Prozent, zusätzlich zu der US-weit geltenden Steuer von rund 40 Prozent. Angesichts der Milliardenverdienste Teppers musste er dem Staat also vermutlich in einzelnen Jahren dreistellige Millionenbeträge überweisen. Geld, das in New Jerseys Haushaltskasse künftig fehlen wird.

Auf der anderen Seite dürfte nicht nur das angenehme Klima den 58-jährigen Tepper nach Florida gelockt haben. Der persönliche Einkommensteuersatz im Sunshine State beträgt exakt 0 Prozent. Und bemerkenswert: Viele Hedgefonds-Manager wie Tepper haben jahrelang Steuern gespart, indem sie Gebühren über Offshore-Firmen fließen ließen.

Einem US-Gesetz von 2008 zufolge müssen die Finanzjongleure diese Gelder nun jedoch bis spätestens 2017 in die USA zurückholen und dort versteuern. "Es ist ein guter Zeitpunkt, um nach Florida überzusiedeln", kommentiert vor dem Hintergrund in der "New York Times" ein Fachmann Teppers Entscheidung.

Was Tepper mit Blackrock und Norwegens Staatsfonds verbindet

Ungeachtet solcher Details steht der Fall Tepper allerdings auch exemplarisch für eine Entwicklung der Finanzmärkte und der Gesellschaft insgesamt: Einzelne Big Player bekommen immer mehr Einfluss auf das Geschehen. Sie haben viel Macht, ohne demokratisch legitimiert zu sein. Und ihr Wirken reicht über die Finanzmärkte hinaus weit in die Unternehmen und in den Rest der Gesellschaft hinein.

Studien belegen, dass immer weniger Superreiche über einen immer größeren Teil des weltweiten Privatvermögens und der Einkommensströme verfügen. Zudem wächst auch an der Börse der Einfluss einzelner Großinvestoren zusehends. Beispiele sind der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock oder der größte Fonds der Welt überhaupt, der umgerechnet 830 Milliarden Euro schwere Staatsfonds Norwegens. Letzterer machte erst kürzlich auf sich aufmerksam mit der Ankündigung, künftig die Höhe und Gestaltung von Managergehältern mitbestimmen zu wollen.

Gefährliche Abhängigkeiten

Auf der anderen Seite entstehen gefährliche Abhängigkeiten ganzer Gesellschaften von einigen wenigen Superreichen. Das Beispiel Tepper/New Jersey zeigt, welche Risiken das mit sich bringen kann: Weil es sich bei dem Multimilliardär um einen Investment-Mann handelt, übertragen sich in der Konstellation die Unwägbarkeiten der Finanzmärkte auf den betroffenen Staatshaushalt und damit auf das Schicksal aller Steuerzahler.

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Konkret heißt das: Im Jahr 2014 verdiente Tepper ausnahmsweise mal keine Milliarden, sondern lediglich 400 Millionen Dollar. Seine Steuerzahlung für das Jahr dürfte also - wohl zum Unmut der Staatskämmerer von New Jersey - ungewohnt niedrig ausgefallen sein. 2015 gehörte Tepper mit 1,3 Milliarden Dollar allerdings wieder zu den fünf Topverdienern der Hedgefonds-Szene, wie "Institutional Investors Alpha" vor wenigen Tagen publik machte.

Milliardengehälter: Diese Hedgefonds-Manager verdienten 2015 das meiste Geld