Furcht vor Kollaps Investoren flüchten aus Aktien der Credit Suisse

Credit-Suisse-Chef Ulrich Körner sieht seine krisengeplagte Bank bei der Sanierung auf Kurs, doch Investoren glauben offenbar nicht daran: Am Montag fällt die Aktie wie ein Stein.
Flaute: Investoren verlieren das Vertrauen in Credit Suisse

Flaute: Investoren verlieren das Vertrauen in Credit Suisse

Foto: Arnd Wiegmann / REUTERS

Die Krisenstimmung bei der Credit Suisse hat die Aktien am Montag auf ein weiteres Rekordtief gedrückt. Die Papiere der Schweizer Großbank stürzten in Zürich zuletzt um neun Prozent ab, nachdem der Konzernchef Ulrich Körner seine Mitarbeiter auf turbulente Wochen eingeschworen hatte. Seit Jahresbeginn rutschte der Aktienkurs um 55 Prozent ab und notierte am Montag zeitweise so niedrig wie nie zuvor.

Als Grund gilt laut Händlern, dass immer mehr Anleger einen finanziellen Kollaps des Geldhauses befürchten. Am Markt stiegen die Prämien, die für die Absicherung von Ausfallverlusten mit Unternehmensanleihen der Credit Suisse zu zahlen sind (sogenannte Credit Default Swaps oder CDS), auf Rekordniveau an.

Credit-Suisse-Manager haben einem Medienbericht zufolge das Wochenende damit verbracht, Großkunden und Investoren mit Blick auf die Liquidität und Kapitalausstattung der Schweizer Großbank zu beruhigen. Die Manger tätigten Anrufe, nachdem sich die CDS-Absicherungen zuletzt stark verteuert hätten, berichtet die "Financial Times" am Sonntag.

Bankchef Körner sieht Credit Suisse im Plan

Credit Default Swaps (CDS) sind Derivate, mit denen sich Anleger eindecken, wenn sie sich gegen die Zahlungsunfähigkeit eines Unternehmens absichern wollen. Eine Führungskraft der Bank habe zudem Berichte dementiert, dass es bei den Gesprächen darum gegangen sei, mehr Kapital von Investoren zu erhalten. Ein Sprecher des Geldhauses lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

Bankchef Körner hatte noch am Freitag in einer Mitteilung an die Belegschaft die starke Bilanz der Bank hervorgestrichen. Der Konzernchef teilte seinen Mitarbeitern mit, die Strategieüberprüfung verlaufe nach Plan, allerdings sei bis Ende Oktober noch mit weiterem "Lärm" zu rechnen. Die Bank will sich neu aufstellen, wobei das Investmentbanking umstrukturiert werden soll und womöglich tausende Jobs verloren gehen. Details sollen nicht vor dem 27. Oktober bekannt werden.

JPMorgan-Analyst Kian Abouhossein kann die Spekulationen am Markt nur bedingt nachvollziehen – in seinen Augen ist die Credit Suisse mit Blick auf die Kennzahlen finanziell solide aufgestellt.

cr/dpa-afx, Reuters

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