Folge der schwachen Märkte Bayer-Abspaltung Covestro verschiebt Börsengang

Von mm-newsdesk
Bayer bringt seine Kunststoffsparte Covestro später an die Börse und wird jetzt wohl eine Milliarde Euro weniger erlösen

Bayer bringt seine Kunststoffsparte Covestro später an die Börse und wird jetzt wohl eine Milliarde Euro weniger erlösen

Foto: Michael Sohn/ AP

Die an die Börse strebende Bayer-Kunststoffsparte Covestro zollt den schwachen Märkten Tribut. Das angepeilte Emissionsvolumen werde auf 1,5 Milliarden Euro von ursprünglich 2,5 Milliarden gesenkt, teilte Covestro am Donnerstagmorgen mit.

Die Preisspanne werde auf 21,50 bis 24,50 Euro gesenkt nach bislang 26,50 bis 35,50 Euro je Aktie. Interessenten könnten bis Freitag noch Aktien zeichnen. Das ursprünglich für diesen Tag vorgesehene Börsendebüt am Frankfurter Aktienmarkt solle nun am 6. Oktober erfolgen.

Den niedrigeren Emissionserlös will Covestro durch eine um eine Milliarde Euro angehobene Kapitaleinlage ausgleichen. Damit werde die Nettofinanzverschuldung zusammen mit den Pensionsverpflichtungen von Covestro unverändert bei vier Milliarden Euro liegen.

Mit dem ursprünglich anvisierten Volumen von 2,5 Milliarden Euro wäre Covestro der größte Börsengang in Deutschland seit dem Boom-Jahr 2000 gewesen.

Der Börsengang ist Teil eines großangelegten Umbaus bei Bayer. Der Dax -Konzern will sich künftig vor allem auf das Pharma- und Agrarchemiegeschäft konzentrieren. Die Kunststoffsparte Covestro, bis vor Kurzem noch bekannt als Bayer MaterialScience, stellt unter anderem Dämm-Material, Lacke, Beschichtungen, Klebstoffe und Matratzenschaum her. Mit seinem Umsatz von rund 11,7 Milliarden Euro im vergangenen Jahr und mehr als 16 000 Mitarbeitern liegt Covestro im Bereich von Dax-Konzernen wie etwa dem Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck.

rei/dpa/reuters