Corona-Virus und die Folgen Weitere Bundesländer untersagen Großveranstaltungen

Das Coronavirus setzt Regierungen und Unternehmen verstärkt unter Druck. Das Robert-Koch-Institut erklärt jetzt ganz Italien zum Risikogebiet - das hat Konsequenzen. In einem Newsblog haben wir die wichtigsten Entwicklungen vom Dienstag zusammengefasst.
Leere Südtribüne im Signal-Iduna-Park in Dortmund: Das Revierderby zwischen dem BVB und den blau-weißen Nachbarn aus Gelsenkirchen muss am Wochenende vor leeren Rängen stattfinden

Leere Südtribüne im Signal-Iduna-Park in Dortmund: Das Revierderby zwischen dem BVB und den blau-weißen Nachbarn aus Gelsenkirchen muss am Wochenende vor leeren Rängen stattfinden

Foto: PATRIK STOLLARZ/ AFP

19.30 Uhr - Um die Verbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 in Deutschland zu bremsen, wird die Bundespolizei ihre Kontrollen an den Grenzen verstärken. Der Krisenstab der Bundesregierung teilte am Dienstagabend in Berlin mit, die Polizei werde die Kontrollen "insbesondere an den Südgrenzen noch einmal intensivieren".

Der Krisenstab, dem Vertreter des Innenministeriums und des Gesundheitsministeriums angehören, empfahl außerdem, ab dem 16. März bis auf Weiteres keine Besuchergruppen mehr in Bundesministerien und den ihnen nachgeordneten Behörden zu empfangen. "Damit sollen mögliche Infektionsrisiken für die Kernfunktionen der Bundesregierung vermindert werden", hieß es in einer Mitteilung. Eine ähnliche Regelung hatte zuvor auch der Bundestag für das Reichstagsgebäude beschlossen.

Der Krisenstab machte sich zudem die vorher bereits von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geäußerte Empfehlung zu eigen, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern abzusagen. Die Vertreter der beiden Ministerien werden am kommenden Donnerstag erneut zusammenkommen, um mögliche weitere Maßnahmen zu besprechen.

18.45 Uhr - Infolge der Coronavirus-Welle sind in Italien 631 Menschen gestorben. Die Gesamtzahl der gemeldeten Infizierten übersprang die 10.000er-Marke und lag am Dienstag bei 10.149 Menschen, teilte der Zivilschutz in Rom mit. Am Vortag hatten die Behörden insgesamt 9172 Infektionen im Zuge des Ausbruchs gezählt. Die Zahl der Toten lag am Vortag bei 463. Mehr als 1000 Menschen sind inzwischen wieder genesen.

- Slowenien will die Grenze zu Italien schließen, wie Ministerpräsident Marjan Sarec auf Twitter ankündigt. Der Nachrichtenagentur STA zufolge wird die Grenze nur für nichtgewerblichen Verkehr geschlossen, für Frachtverkehr dagegen offen bleiben.

18.30 Uhr - Am deutschen Aktienmarkt hatte es am Morgen zunächst nach Erholung ausgehen - im Laufe des Tages ging der Ausverkauf im Dax allerdings weiter. Am Tag nach dem schwarzen Montag ging der Index erneut mit einem Minus aus dem Handel; er notierte am Abend 1,41 Prozent tiefer bei 10.475 Punkten.

- Bis Dienstagnachmittag gab es allein in den sechs am stärksten vom Coronavirus betroffenen Bundesländern mehr als 200 neue Infektionsfälle. Dies ergibt sich aus den Mitteilungen der Behörden in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Hessen sowie Niedersachsen und Berlin - verglichen mit den Zahlen des Robert Koch-Instituts von Montagnachmittag (15.00 Uhr). Allein im bevölkerungsreichsten Land Nordrhein-Westfalen kletterte die Zahl bis Dienstagvormittag demnach um knapp 100 auf 580 bestätigte Fälle.

Vom Robert Koch-Institut gab es am Dienstag keine neuen Fallzahlen zur bundesweiten Entwicklung. Grund ist eine technische Umstellung, wie eine Sprecherin sagte. Neue Zahlen gebe es voraussichtlich erst am Mittwochmorgen. Die letzte Fallzahl stammt von Montagnachmittag (15 Uhr) und beträgt 1139.

- Die Saison in der Deutschen Eishockey Liga wird als Folge der Ausweitung des Coronavirus vorzeitig abgebrochen. Wie die DEL am Abend mitteilte, gibt es in diesem Jahr keinen Meister.

18.00 Uhr - Die Deutsche Börse hebt wegen der Ausbreitung des Coronavirus die Präsenzpflicht für die im Frankfurter Börsensaal tätigen Spezialisten bis auf weiteres auf. Es handele sich um eine Vorsorgemaßnahme, der Handel an der Börse Frankfurt laufe uneingeschränkt weiter, teilt die Börse mit. Die Spezialisten können ihre Tätigkeit bei Bedarf jedoch aus ihren Ersatzlokationen verrichten. Auf dem Parkett im Frankfurter Börsensaal wird jedes Wertpapier von einem Spezialisten einer Wertpapierhandelsbank betreut, der für die Preisfeststellung zuständig ist. Der weit überwiegende Teil des Handels an der Frankfurter Börse findet aber über das elektronische Handelssystem Xetra statt.

17.30 Uhr - Zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus werden alle geplanten Veranstaltungen in den großen Sälen der staatlichen Theater, Opern- und Konzerthäuser in Berlin abgesagt. Kultursenator Klaus Lederer (Linke) teilte am Dienstag mit, dieser Beschluss gelte vorerst bis zum Ende der Osterferien, also bis zum 19. April.

- Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht nach eigener Einschätzung Deutschland im Kampf gegen das Coronavirus medizinisch besser aufgestellt als andere europäische Länder. In den deutschen Krankenhäusern gebe es 28.000 Intensivplätze, davon seien 25.000 mit Beatmungsmöglichkeiten ausgerüstet, sagte Spahn am Dienstag nach Angaben von Teilnehmern in der Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag in Berlin. Dies sei mehr als in anderen EU-Ländern.

Spahn sagte nach diesen Angaben, ein Anteil von ein bis drei Prozent der Infizierten müsse auf einer Intensivstation behandelt werden - und davon wiederum müsse ein Teil beatmet werden. Er unterstrich in diesem Zusammenhang, irgendwann werde der Punkt erreicht, an dem das Gesundheitssystem seine Ressourcen konzentrieren müsse.

16.30 Uhr - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte zur Lage der Wirtschaft, die teilweise unter zusammengebrochenen Lieferketten aus Asien leidet, man brauche hier "keine klassischen Konjunkturprogramme, sondern Liquiditätszufuhr". Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) hatte in diesem Zusammenhang zuvor etwa von Steuererleichterungen für Firmen gesprochen. Brinkhaus kündigte an, in der kommenden Woche werde es im Kanzleramt ein Spitzengespräch mit der Wirtschaft zu möglichen Liquiditätshilfen für gefährdete Unternehmen geben.

- Auch in Thüringen sollen vorerst keine Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern stattfinden. Eine entsprechende Weisung sei am Dienstag an alle Kommunen gegeben worden, sagte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) in Erfurt. Zudem sollten Veranstaltungen mit 500 bis 1000 Teilnehmern nach Prüfung nur im Ausnahmefall erlaubt werden.

- Das Land Rheinland-Pfalz empfiehlt die Absage von Großveranstaltungen in geschlossenen Räumen mit mehr als 1000 Menschen. In der Regel sollten diese bis mindestens Ende April nicht mehr stattfinden, teilte die Landesregierung am Dienstag mit. Auch die hessische Landesregierung empfiehlt die Absage solcher Großveranstaltungen. Die Gefahr einer Virusübertragung bei großen Menschenansammlungen, "insbesondere in geschlossenen Räumen", lasse sich angesichts jüngster Entwicklungen nicht sicher beurteilen, teilte das Sozialministerium am Dienstag in Wiesbaden mit.

- Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat einen konsequenten Kampf der Bundesregierung gegen das neue Coronavirus angekündigt. Man werde unerschrocken das Notwendige gegen die Ausbreitung tun, sagte Merkel am Dienstag während der Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag, wie die Deutsche Presse-Agentur von Teilnehmern erfuhr. Zugleich bedankte sich die frühere CDU-Chefin bei Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für dessen Arbeit. Sie wurde mit den Worten zitiert: "Jens Spahn macht das ganz toll." Die Abgeordneten spendeten demnach daraufhin langen und lauten Applaus.

16.00 Uhr - Geisteroper in München: Die Bayerische Staatsoper will während der Schließung wegen des Coronavirus ausgewählte Stücke trotzdem auf die Bühne bringen - vor leeren Rängen. Zuschauer könnten die Aufführungen live übers Internet verfolgen, sagte ein Sprecher am Dienstag in München. Livestreams seien unter anderem geplant von dem Akademiekonzert am 16. März und von der Premiere des Balletts "Schwanensee". Zudem werde die Oper einzelne Vorstellungen als Video-on-Demand anbieten.

Im Freistaat wurden alle staatlichen Theater, Konzertsäle und Opernhäuser vom 11. März bis zum Ende der Osterferien am 19. April geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Das Geld für Eintrittskarten werde man erstatten, sagte Kunstminister Bernd Sibler (CSU). Allein für die Opern rechne man mit Kosten von rund vier Millionen Euro.

- Die Deutsche Bank rechnet in diesem Jahr wegen des Ausbruchs des Coronavirus mit dem ersten Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung seit dem Finanzkrisenjahr 2009. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte 2020 um 0,2 Prozent abnehmen, sagte Deutschland-Chefökonom Stefan Schneider am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Zum Vergleich: Die Bundesregierung geht in ihrem Jahreswirtschaftsbericht von einem Wachstum von 1,1 Prozent aus. Schneider zufolge dürfte es im laufenden ersten Quartal einen Rückgang um 0,2 Prozent geben, im anschließenden Frühjahrsquartal dann schon von 0,8 Prozent - das wäre das größte Minus seit Anfang 2009.

15.30 Uhr - Der Bundestag wird nach Angaben der Unionsfraktion zusätzlich Geld für den Kampf gegen das neuartige Coronavirus bewilligen. "Wir werden zusätzliche Haushaltsmittel zur Verfügung stellen bis zu einer Milliarde Euro", kündigte Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) am Dienstag vor einer Fraktionssitzung in Berlin an. Damit solle unter anderem mehr Forschung gefördert werden.

- Der gestrige Börsencrash hat Russland mit Verspätung erreicht. Wegen eines handelsfreien Feiertags stürzten die Kurse in Moskau erst am Dienstag ab. Besonders stark waren Ölfirmen betroffen - Russland hat einen Preiskrieg mit der Opec ausgelöst, gab sich heute aber weiterhin offen für Gespräche.

- Mittlerweile untersagen vier Bundesländer ihren Kommunen, Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern auszurichten. Von dieser Entscheidung betroffen sind somit unter anderem alle Spiele der 1. und 2. Fußball-Bundesliga in Bayern, Bremen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. In Bayern gilt diese Regelung zunächst bis zum 19. April, in Bremen bis zum 26. März und in Schleswig-Holstein bis zum 10. April.

14.30 Uhr - Der Vatikan hat Petersdom und Petersplatz werden für Touristen geschlossen, wie der Staat am Dienstag mitteilt. Dies gilt auch für geführte Reisegruppen. Einzelnen Gläubigen soll der Zugang zum Dom jedoch zum Gebet erlaubt bleiben. Auch das Postamt sowie die Buchhandlung im Vatikan bleiben für Besucher geschlossen. Die Maßnahmen gelten vorerst bis zum 3. April.

- Die Schweizer Universität St. Gallen sagt ihr jährliches Treffen von Studenten mit Spitzenleuten aus Wirtschaft und Politik ab. Die für 7. bis 8. Mai geplante 50. Ausgaben des St. Gallen Symposium finde nicht statt, teilten die Organisatoren mit. An der jährlichen Veranstaltung tauschen sich Top-Manager, Spitzenpolitiker und Notenbankchefs aus aller Welt mit den Studenten der Elite-Wirtschaftsuniversität aus.

Spaniens Parlament stellt Betrieb ein, Messebauer kämpfen ums Überleben

- 13.30 Uhr - Der Bankenverband Hessen sagt wegen der Verbreitung des Coronavirus den für Donnerstag geplanten Hessischen Bankentag in Frankfurt ab. Daran sollte unter anderen Bafin-Präsident Felix Hufeld teilnehmen.

- Das spanische Parlament stellt laut der Zeitung "El Pais" seinen Betrieb für mindestens eine Woche ein. Bei einem Abgeordneten sei das Coronavirus diagnostiziert worden. Später teilte auch die linke Regierungskoalition selbst mit, dass alle Tagungen des Parlaments ausgesetzt würden.

Ein Abgeordneter des spanischen Parlaments ist an dem Coronavirus erkrankt, jetzt stellt das Parlament mindestens für eine Woche seinen Betrieb ein

Ein Abgeordneter des spanischen Parlaments ist an dem Coronavirus erkrankt, jetzt stellt das Parlament mindestens für eine Woche seinen Betrieb ein

Foto: REUTERS

- Es hatte sich angekündigt, jetzt ist es definitiv: Bayern verbietet bis einschließlich 19. April alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern. Bei Veranstaltungen ab 500 sollen die Kommunalbehörden ein Verbot von einer Risikobewertung abhängig machen. Das bedeutet auch: Der FC Bayern München und andere Sportclubs dürfen bis 19. April in Bayern nur noch vor weniger als 1000 örtlichen Zuschauern spielen. Es gebe auch die Möglichkeit, dass Spiele ohne Zuschauer stattfinden, sagt Gesundheitsministerin Melanie Huml nach einer Kabinettssitzung. "Die Coronakrise ist hier voll in Bayern angekommen", sagt Ministerpräsident Markus Söder nach einer Kabinetssitzung. "Wir hoffen auf das Beste und stellen uns auf Schlimmeres ein."

13 Uhr - Die Bundesländer sind nach Einschätzung von Wirtschaftsminister Peter Altmaier stark betroffen von der Epidemie. Das sagt der CDU-Politiker nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus den 16 Bundesländern. Laut Altmaier stehen mehrere Milliarden Euro zur Verfügung, um die ökonomischen Folgen abzufedern.

- Die Spiele der obersten spanischen Fußball-Liga Primera Division werden in den nächsten beiden Wochen komplett vor leeren Rängen ausgetragen. Dies teilt der Verband mit.

12.30 Uhr - Tui-Chef Fritz Joussen richtet den weltgrößten Touristikkonzern auf möglicherweise länger anhaltende Folgen der Coronakrise ein. "Wir waren sehr stark gestartet ins Jahr. Dieser Vorsprung schmilzt im Augenblick ab", sagte er am Dienstag. Derzeit sei die Zurückhaltung vieler Kunden sehr hoch. "Und das wird sicherlich auch noch einige Wochen so bleiben." Nach dem Plus von 14 Prozent bei den Sommerbuchungen und der Erwartung eines "Boom-Jahres" nach der Insolvenz des Rivalen Thomas Cook sehe man die Lage inzwischen mit gemischten Gefühlen: "Wie das Jahr wird, wissen wir nicht."

- Ferienrückkehrer aus Corona-Risikogebieten sollen den Hamburger Schulen und Kitas am kommenden Montag fernbleiben. Dies gelte sowohl für Schüler und Kitakinder als auch für Lehrer und anderes Schul- oder Kitapersonal, sagt Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks. So solle das Infektionsrisiko nach dem Ferienende verringert werden. Kitakinder und Schüler sollen die Einrichtungen 14 Tage lang nicht besuchen. Die 14 Tage zählen ab dem Tag der Ausreise aus einem vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiet eingestuftem Gebiet. Ähnliche Regelungen greifen bereits auch in anderen Bundesländern.

12.00 Uhr - Chinas Präsident Xi Jinping ist ins Epizentrums der Coronavirus-Epidemie in der Millionenmetropole Wuhan gereist. Die Arbeit bleibe mühselig. Man habe aber erste Schritte hin zu einer Wende geschafft, zitiert die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua den Staatschef.

- Die nordspanische Region Rioja schließt alle Schulen. In der Region sind bislang 102 Infektionsfälle bekannt. Die Behörden in Vitoria-Gasteiz, der Hauptstadt des Baskenlandes, und in der Region Madrid haben bereits angeordnet, dass Kindergärten, Schulen und Universitäten geschlossen werden.

- Der Schweizer Pharmakonzern Roche schickt in Spanien alle 1200 Mitarbeiter nach Hause. Ab Mittwoch sollen sie von zu Hause aus arbeiten, erklärte das Unternehmen. Die Maßnahme erfolgt, nachdem die Schließung aller Schulen und Universitäten in der Region Madrid angeordnet wurde. Roche hat in Spanien Büros in Madrid und nahe Barcelona.

- Allianz-Research rechnet damit, dass China seine Wirtschaft bis Ende April wieder komplett hochfahren wird. Dies werde schrittweise erfolgen, um dem Risiko zu entgehen, dass es bei der Rückkehr vieler Wanderarbeiter zu einer erneuten Beschleunigung bei den Ansteckungen komme.

- Im Iran haben sich mittlerweile 8042 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. 291 Menschen seien bislang an der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilt das Gesundheitsministerium mit.

Ein ganzes Land unter Quarantäne: Die Regierung in Rom hat den Nahverkehr noch nicht eingeschränkt. Doch die Corona-Kontrollen auf Bahnhöfen und Flughäfen wurden landesweit verschärft.

Ein ganzes Land unter Quarantäne: Die Regierung in Rom hat den Nahverkehr noch nicht eingeschränkt. Doch die Corona-Kontrollen auf Bahnhöfen und Flughäfen wurden landesweit verschärft.

Foto: Foto: Roberto Monaldo/LaPresse/AP/dpa

11.30 Uhr - Die Uhr - In Hamburg sind 13 neue Fälle des neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Damit seien in der Hansestadt nun insgesamt 35 Menschen nachweislich an Covid-19 erkrankt, sagte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Dienstag bei der Landespressekonferenz in Hamburg.

- Wegen der raschen Ausbreitung des Coronavirus in Italien rät die Bundesregierung nun von allen nicht erforderlichen Reisen in das Land ab. Die Reisehinweise des Auswärtigen Amts wurden am Dienstag entsprechend aktualisiert. Zuvor hatte die italienische Regierung die Sperrungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit auf das ganze Land ausgeweitet. Bisher hatte das Auswärtige Amt nur von Reisen in besonders stark betroffene Regionen im Norden des Landes ausdrücklich abgeraten. Auf eine Reisewarnung - wie für Teile Chinas - verzichtet die Bundesregierung weiterhin.

11.30 Uhr - Die Private-Equity-Firma KKR hat ihre Londoner Büros geschlossen, nachdem ein Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Das berichten die "Financial Times" und Bloomberg . Mitarbeiter, die engen Kontakt zu der Person hatten, wurden angewiesen, sich für 14 Tage unter Quarantäne zu begeben. Alle anderen Mitarbeiter würden bis auf weiteres von zu Hause aus arbeiten. Die Gesundheitsbehörden in Großbritannien empfehlen den Berichten zufolge dann einen Beratungsdienst in Anspruch zu nehmen, wenn sie mit einer infizierten Person ein persönliches Gespräch von mehr als ein paar Minuten hatten und einen Abstand von weniger als zwei Metern zu der Person hatten.

- Niedersachsen hebt das Sonntagsfahrverbot für Lastwagen wegen der Corona-Epidemie für den Transport von haltbaren Lebensmitteln und Hygieneartikeln auf. Die in Nordrhein-Westfalen ebenfalls eingeführte Regelung gilt bis zum 30. Mai, teilte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). Wegen der zunehmenden Verbreitung des Coronavirus kauften die Menschen mehr haltbare Lebensmittel als gewöhnlich. "Damit die Regale jederzeit das volle Sortiment enthalten, müssen die Lieferketten entsprechend angepasst werden", meinte der Minister.

11 Uhr - In Frankreich sind mittlerweile 30 Menschen infolge einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das teilen die französischen Gesundheitsbehörden mit. 1412 Menschen hätten sich infiziert.

Im Video: Messebauer kämpfen ums Überleben

Reuters

- Das Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale zwischen dem FC Barcelona und dem SSC Neapel wird ein Geisterspiel. Nach Vereinsangaben werden am 18. März in Barcelona keine Zuschauer ins Stadion gelassen.

- Kasachstan lässt Reisende aus Deutschland, Italien, Frankreich und Spanien ab Donnerstag nicht mehr ins Land. Dies teilen die Gesundheitsbehörden mit. Das an China grenzende Land hat bereits aus mehreren Ländern die Einreise untersagt. Kasachstan hat bislang keine Infektionen gemeldet.

10.30 Uhr - Das Robert-Koch-Institut rät vom Besuch von Fußballspielen ab. Er plädiere dafür, nicht zwingend notwendige Veranstaltungen abzusagen oder zu meiden, sagt RKI-Chef Lothar Wieler. Für ihn wiege der Schutz älterer Menschen schwerer als das persönliche Interesse am Besuch eines Fußballspiels. "Es gibt einfach Dinge, auf die man auch verzichten kann. Und aus meiner Sicht kann man eben auch verzichten, zu einem Fußballspiel zu gehen."

- Die polnische Regierung sagt alle Massenveranstaltungen ab. Diese Entscheidung habe das Kabinett am Morgen in seiner Sitzung getroffen, sagt Ministerpräsident Mateusz Morawiecki. In Polen sind 17 Infektionsfälle bekannt, gestorben ist bislang niemand an der vom Virus ausgelösten Lungenkrankheit.

- EU-Parlamentspräsident David Sassoli hat sich vorsorglich in seiner Wohnung in Brüssel selbst unter Quarantäne gestellt. Das meldet die belgische Nachrichtenagentur Belga.

- Japans Wirtschaft bekommt nach den Worten von Ministerpräsident Shinzo Abe die Auswirkungen des Coronavirus deutlich zu spüren. Die Regierung werde alle möglichen Schritte unternehmen, um weitere Risiken durch die Epidemie zu verhindern.

10.00 Uhr - Das Robert-Koch-Institut wird im Laufe des Tages ganz Italien als Risikogebiet einstufen, kündigt RKI-Chef Lothar Wieler an. Für Unternehmen, deren Mitarbeiter jetzt aus Italien zurückkehren - sei es nach einem Urlaub oder aus dienstlichen Gründen - dürfte das erhebliche Umstellungen nach sich ziehen. In der Regel schicken die Unternehmen diese Rückkehrer für zwei Wochen in Quarantäne ins Homeoffice. Wieler fordert alle Bürgermeister, Landräte, Ärzte und Krankenhäuser in Deutschland auf, ihre Krisenpläne anzupassen. Die Strukturen müssten so verändert werden, dass mehr schwer an Covid-19 erkrankte Menschen in Krankenhäusern behandelt werden könnten.

09.00 Uhr - In Sachsen-Anhalt sind nach Angaben des Sozialministeriums nach aktuellem Stand vier Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Es handle sich um einen 42-Jährigen aus dem Landkreis Börde, einen 39-Jährigen aus dem Landkreis Börde, einen 36-Jährigen aus dem Salzlandkreis und einen 20-Jährigen aus Halle. Die zuständigen Gesundheitsämter würden jetzt Kontaktpersonen ermitteln und konkrete Maßnahmen festlegen. Mit Sachsen-Anhalt sind nun in sämtlichen Bundesländern Infektionen erfasst. Sachsen-Anhalt war das letzte Bundesland ohne bestätigte Infektion mit dem Erreger gewesen. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen in ganz Deutschland liegt nach den aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montag bei 1139. Besonders stark betroffen sind die Bundesländer NRW, Bayern und Baden-Württemberg. Am Montag waren hierzulande die ersten beiden Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus bekannt geworden - beide Menschen stammen aus Nordrhein-Westfalen.

08.00 Uhr - Die Air France-KLM (Kurswerte anzeigen) wart vor den Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie. In den kommenden Monaten werde das Geschäft von der Ausweitung des Virus auf weitere Teile der Welt sowie von Flugplan-Streichungen beeinträchtigt werden, teilt Air France KLM mit. Im Februar schlug sich der Covid-19-Ausbruch bereits nieder: Die Airline transportierte mit etwas weniger als sieben Millionen Passagieren 0,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Laut dem Unternehmen hing dies mit der Einstellung aller Flüge nach und von China zusammen sowie den Auswirkungen der Epidemie in Asien.

Seit Montag kontrollieren polnische Beamte Grenzgänger aus Deutschland und Tschechien auf eine mögliche Corona-Infektion

Seit Montag kontrollieren polnische Beamte Grenzgänger aus Deutschland und Tschechien auf eine mögliche Corona-Infektion

Foto: Sebastian Kahnert/ dpa

07.30 Uhr - Der sich ausbreitende Coronavirus erfasst nun auch Institute in der Bankenstadt Frankfurt. Neben der Europäischen Zentralbank (siehe Eintrag 00.00 Uhr) ist nun auch ein Mitarbeiter der Deutschen Bank in der hessischen Metropole sei positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte die Bank mit. Aus Sicherheitsgründen würden die Teams im Handel und in den Infrastrukturbereichen im Deutsche Bank Campus (DBC) aufgeteilt. Diese Maßnahme solle zunächst bis Freitag, 27. März gelten. Dazu nutze die Bank auch ihren Notfallstandort. Zudem werde ein Teil der Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten. Finanzkreisen zufolge ist von der Maßnahme eine höhere zweistellige Zahl von Mitarbeitern betroffen.


Lesen Sie auch: Corona-Krise bedroht Sewings Masterplan 


06.30 Uhr - Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet, dass Deutschland in diesem Jahr infolge der Coronavirus-Krise in eine Rezession abgleitet. Das Virus scheine die deutsche Wirtschaft nach den vorliegenden Zahlen "recht kräftig zu erfassen", sagte der Leiter der DIW-Abteilung für Konjunkturpolitik, Claus Michelsen, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Vor allem die Industrie dürfte nach seiner Einschätzung betroffen sein, aber auch Dienstleistungen wie das Gastronomiegewerbe und die Reisebranche. Das DIW erwartet den Worten des Experten zufolge auch Auswirkungen auf die Beschäftigungslage. Wahrscheinlich werde in der Industrie zwar die Stammbelegschaft gehalten werden können, aber kaum mehr Zeitarbeit nachgefragt werden. Auch im Dienstleistungsbereich sei mit Stellenabbau zu rechnen.

Wolken über dem EZB-Tower: Ein Mitarbeiter der Zentralbank ist an dem Corona-Virus infiziert. 100 Kollegen wurden in die häusliche Quarantäne geschickt.

Wolken über dem EZB-Tower: Ein Mitarbeiter der Zentralbank ist an dem Corona-Virus infiziert. 100 Kollegen wurden in die häusliche Quarantäne geschickt.

Foto: Thomas Lohnes/ Getty Images

- Das Deutsche Rote Kreuz hat an Blutspender appelliert, nicht aus Furcht vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus auf das Spenden zu verzichten. Beim DRK-Blutspendedienst Nord-Ost komme es derzeit zu einem verstärkten Rückgang der Spenderzahlen, wie der medizinische Geschäftsführer, Prof. Torsten Tonn, erklärte. Hintergrund sei die Corona-Epidemie, aber auch die jahreszeitlich bedingte Zunahme von Erkältungs- und Influenzaerkrankungen. Die Versorgungslage im Bereich Hamburg und Schleswig-Holstein sei aber auf niedrigem Niveau stabil.

05.30 Uhr - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erwartet nach eigenen Worten "einen weiteren Anstieg der Infektionen". und es werde "weitere Einschränkungen unseres Alltags geben" kündigte er in einem Beitrag der "Bild" an.

Ganz Italien wird zum Sperrgebiet: Die Regierung hat am späten Montagabend der Ausbreitung des Corona-Virus das ganze Land zum Sperrgebiet mit stark eingeschränkten Reise und Bewegungsmöglichkeiten erklärt.

Ganz Italien wird zum Sperrgebiet: Die Regierung hat am späten Montagabend der Ausbreitung des Corona-Virus das ganze Land zum Sperrgebiet mit stark eingeschränkten Reise und Bewegungsmöglichkeiten erklärt.

Foto: Claudio Furlan/LaPresse/AP/dpa

0 5.00 Uhr - Die irische Billig-Airline Ryanair kürzt wegen des Corona-Erregers weiter die Flugpläne von und nach Italien. Das stark reduzierte Angebot gelte vom späten Donnerstagabend an (Mitternacht) bis zum 8. April, teilte die Airline in der Nacht zu Dienstag mit. Betroffen seien internationale Flüge von und nach Bergamo, Malpensa, Venedig, Parma, Rimini und Treviso. Vom späten Dienstagabend an bis 8. April werden zudem alle Inlandsflüge von und nach Bergamo, Malpensa, Parma und Treviso eingestellt. Italien hat die höchste Zahl an nachgewiesenen Covid-19-Toten nach China. Die Region Lombardei und 14 andere Provinzen wurden zu Sperrzonen erklärt. Es gibt im Land fast 10.000 Infizierte und über 460 Tote.

03.30 Uhr - US-Präsident Donald Trump ist seiner Sprecherin zufolge bislang nicht auf das Coronavirus getestet worden. Die Frage war aufgekommen, nachdem ein Teilnehmer einer konservativen Konferenz positiv auf das Virus getestet wurde. Trump hatte zuletzt Kontakt zu mindestens zwei Abgeordneten, die an dem Treffen teilgenommen hatten und sich deswegen inzwischen vorsichtshalber selbst isoliert haben.

03.00 Uhr - Österreich ruft die Bürger des Landes auf, aus Italien zurückzukommen. "Österreichischen Reisenden wird dringend nahegelegt nach Österreich zurückzukehren", heißt es auf der Website des Außenministeriums .

02.30 Uhr - Der erste bekannte Virus-Fall in der Mongolei ist nach Angaben des Katastrophenschutzes ein französischer Staatsbürger, der über Moskau eingereist sei. Es seien 120 Menschen identifiziert worden, die in engem Konktakt mit der Person gestanden hätten.

01.30 Uhr - In China geht die Zahl der Neuerkrankungen und Todesfälle durch das Virus nach offiziellen Angaben weiter zurück. Den Behörden zufolge wurden am Montag 19 neue bestätigte Fälle registriert nach 40 am Tag zuvor. Es seien 17 weitere Todesfälle bekanntgeworden nach 22 am Vortag. Allerdings mahnen Experten, den staatlichen Angaben mit Vorsicht zu begegnen.

01.00 Uhr - Japan erwägt nach Aussage von Wirtschaftsminister Yasutoshi Nishimura nicht, die Olympischen Spiele abzusagen. Sie sollen Ende Juli beginnen.

00.00 Uhr - US-Präsident Donald Trump will am Dienstag Maßnahmen vorstellen, um die US-Wirtschaft angesichts der Epidemie zu stärken. Die Regierung wolle mit dem Kongress unter anderem über Lohnsteuererleichterungen sowie über Kredite für Kleinunternehmen reden. Angedacht seien auch Hilfen für Menschen, die nach Stundenlohn bezahlt würden - für die also bei einem Arbeitsausfall wegen einer Erkrankung besondere Härten entstehen.

- Ein Mitarbeiter der Europäischen Zentralbank (EZB) ist infiziert. Etwa 100 Kollegen, die mit der Person zusammengearbeitet hätten, seien über den Fall informiert worden und würden als Vorsichtsmaßnahme vorübergehend von zu Hause aus arbeiten, teilt die EZB mit. "Die EZB führt eine gründliche Reinigung potenziell betroffener Büroräume durch", hieß es in einer Mitteilung weiter.

Die EZB hatte am Montag testweise ihre Belegschaft ins Homeoffice geschickt. Dabei ging es vor allem darum, die IT für den Fall zu testen, dass bei einer weiteren Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 die etwa 3700 Beschäftigten der Notenbank zum Großteil oder gar nicht in ihren Büros arbeiten können. Dieser Test sei erfolgreich verlaufen. Die Zinssitzung der EZB mit anschließender Pressekonferenz am Donnerstag (12.3.) soll wie geplant stattfinden.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.