Einblicke vor Börsengang Coinbase-Chef einer der bestbezahlten CEOs der Welt

Die Handelsplattform für Kryptowährungen hat offiziell ihren Börsengang angemeldet. Die Daten zeigen, wie profitabel die Firma zuletzt war. Und wie fürstlich Gründer und Chef Brian Armstrong im vergangenen Jahr vergütet wurde.
Lukrative Option: Coinbase-Chef Brian Armstrong darf sich vor allem dank Aktienoptionen über knapp 60 Millionen Dollar im Jahr 2020 freuen

Lukrative Option: Coinbase-Chef Brian Armstrong darf sich vor allem dank Aktienoptionen über knapp 60 Millionen Dollar im Jahr 2020 freuen

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Matt Winkelmeyer / AFP

Coinbase, die größte US-Handelsplattform für Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum, will ihre Aktien an die Tech-Börse Nasdaq bringen. Das 2012 von Brian Armstrong (37) gegründete Unternehmen, dessen CEO er auch ist, beantragte an diesem Donnerstag die Erstnotiz bei der US-Börsenaufsicht SEC und legte dabei in den offiziellen Anmeldeformularen (Form S-1)  auch bislang unbekannte Geschäftszahlen offen.

Demnach erreichte Coinbase 2020 einen Umsatz von rund 1,3 Milliarden Dollar, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Der Nachfrageboom nach den Kryptowährungen erwies sich dabei auch für das in San Francisco ansässige Unternehmen als höchst lukrativ. Unter dem Strich blieb im vergangenen Jahr ein Gewinn von 322 Millionen Dollar, nach einem Minus von 30 Millionen im Vorjahr. Coinbase hat nach eigenen Angaben 43 Millionen Nutzer, von denen 2,8 Millionen mindestens einmal im Monat Transaktionen durchführen. Für den Großteil der Deals würden laut der umfangreichen Risikohinweise für Investoren aber einige wenige Investoren sorgen.

Armstrong hatte das Unternehmen 2012 gemeinsam mit Fred Ersham (32) gegründet, der als Direktor heute nicht mehr operativ tätig ist. Über diverse Finanzierungsrunden hatten sie dreistellige Millionensummen bei Kapitalgebern eingesammelt, vor allem beim prominenten Venture-Capital-Investor Andreessen Horowitz. Bei einer der letzten bekannten Runden vor gut zwei Jahren war Coinbase mit rund acht Milliarden Dollar bewertet worden. Künftig sollen die Aktien unter dem attraktiven Tickerkürzel "COIN" an der Nasdaq gelistet werden – wann genau, ist noch unklar.

Spektakulär sind noch weitere Details aus dem Antrag bei der SEC : Danach dürfte Armstrong nämlich 2020 zu den bestbezahlten Unternehmenschefs der Welt zählen. Zwar kassierte er lediglich ein vergleichsweise bescheidenes Fixgehalt von 1 Million Dollar, auszahlbar übrigens auch in Kryptowährungen. Darüber hinaus aber listet das Antragsdokument 56,67 Millionen Dollar an Optionen und weitere 1,8 Millionen Dollar an "anderen Vergütungen" für Armstrong auf. Insgesamt kommt er damit auf 59,5 Millionen Dollar Gesamtvergütung. Sein Produktchef Surojit Chatterjee (46) kam inklusive Optionen insgesamt auf 15,9 und Chefjurist Paul Grewal (49) auf stolze 18 Millionen Dollar.

Coinbase hatte bereits im Dezember eine sogenannte Direktplatzierung bei der SEC beantragt. Dabei werden die Papiere ohne Begleitung durch Investmentbanken und ohne ein vorheriges Preisbildungsverfahren direkt an die Börse gebracht. Mit dieser eher ungewöhnlichen, aber kostengünstigeren Variante waren zuvor schon andere größere Firmen wie der Musikdienst Spotify oder die Bürochat-App Slack erfolgreich.

Wie bei Tech-Firmen üblich, wird es auch bei Coinbase Aktien in zwei Klassen mit unterschiedlichen Stimmrechten geben. Aktuell hält Armstrong rund 2,8 Millionen Anteile der Klasse A, die auf Basis der bisherigen Bewertungen mehr als 800 Millionen Dollar wert sein dürften. Marc Andreessen (49), Partner bei der Venture-Capital-Firma Andresseen Horowitz, hält als größter Einzelaktionär etwa doppelt so viel. Da die vom Börsengang ausgeschlossenen Klasse-B-Aktien aber ein zwanzigfaches Stimmrecht haben und jederzeit in A-Aktien getauscht werden können, behält Gründer Armstrong weiterhin eine dominierende Rolle. Er kontrolliert laut Prospekt 21,7 Prozent der Stimmrechte, während Investor Andreessen auf 14,3 Prozent kommt.

rei, lhy/dpa-afx
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