"King of the Hedgies" Ken Griffin erzielt bislang größten Hedgefonds-Gewinn aller Zeiten

Unsichere Börsenzeiten sind gute Zeiten für Ken Griffin. Mit Wetten auf Kurseinbrüche erzielte der Chef des Finanzkonzerns Citadel 16 Milliarden Dollar Gewinn – ein Rekord.
Rekordgewinne: Citadel-Chef Ken Griffin erzielte mit seinem Hauptfonds sagenhafte 38,1 Prozent Rendite

Rekordgewinne: Citadel-Chef Ken Griffin erzielte mit seinem Hauptfonds sagenhafte 38,1 Prozent Rendite

Foto: MIKE BLAKE / REUTERS

Etwa 22,4 Milliarden US-Dollar (20,6 Milliarden Euro) Gewinn erwirtschafteten die 20 stärksten Hedegfonds im vergangenen Jahr laut Schätzungen der Londoner Dachfondsfirma LCH Investments , das ist deutlich weniger als in den Jahren zuvor, die Mehrheit der Hedgefonds fuhr sogar deutliche Verluste ein.

Ein Unternehmen ragt in dieser Übersicht jedoch positiv heraus: Die beste Performance erzielte mit Abstand Citadel, der Finanzdienstleister des Multimilliardärs Ken Griffin (54) – mit einem Rekordgewinn von 16 Milliarden US-Dollar. Die "Financial Times" erklärte Griffin daraufhin zum "King of the Hedgies" , denn er habe sich in einem Jahr der Extreme durchgesetzt.

Viele Hedgefondsmanager seien während der Marktturbulenzen, die durch die vielen Zinserhöhungen der Zentralbanken im Kampf gegen die hohe Inflation ausgelöst wurden, trotz großer Händlerteams schlecht aufgestellt gewesen. Nicht so Griffin.

Bereits im Mai 2022 hatte der Citadel-Gründer auf einer Konferenz in Los Angeles gesagt: "Die nächsten Monate werden unglaublich hart, Aktien zu besitzen ist eine Qual."  Doch schaut man auf die aktuellen LCH-Zahlen, hat er diese turbulenten Zeiten offenbar perfekt genutzt und die Konkurrenz weit hinter sich gelassen. Seine Strategie ist bekannt: Er wettet auf Börseneinbrüche. Und da spielte ihm das Jahr 2022 mit seinen vielen Krisen in die Karten.

Sagenhafte 38,1 Prozent beträgt die Rendite aus seinem Hauptfonds im vergangenen Jahr. Unter dem Strich steht damit ein Gewinn von 16 Milliarden US-Dollar, das größte Hedgefonds-Plus aller Zeiten. Diesen Titel hatte seit dem Jahr 2007 John Paulson (67) inne, der mit seiner Wette gegen die Subprime-Kredite damals 15 Milliarden US-Dollar machte. In Anlehnung an ein gleichnamiges Buch galt dieses Geschäft seitdem als "größter Trade aller Zeiten".

Neuer 400 Meter hoher Büroturm in Manhattan

Seit 1990 machte Griffin nur in zwei Jahren Verluste, meist erzielte er Renditen weit über dem Durchschnitt. Das führt dazu, dass sein Vermögen laut dem Bloomberg Billionaires Index  derzeit auf geschätzt 29,4 Milliarden US-Dollar gestiegen ist. Zudem verfügt er über eine beeindruckende Kunstsammlung und ihm gehören einige der teuersten Wohnungen in den USA. Aktuell entwirft Griffin Pläne für einen großen Büroturm in Manhattan.

Geplant ist laut einem Bloomberg-Bericht  ein über 400 Meter hoher Wolkenkratzer mit 51 Büroetagen und sieben Terrassen. Nach der Fertigstellung 2032 will der Citadel-Konzern, der derzeit noch an mehreren Standorten von Chicago bis New York verteilt sitzt, etwa 54 Prozent der Immobilie belegen, das von Foster + Partners, dem vom Stararchitekten Norman Foster (87) gegründeten Unternehmen, entworfen wird.

Ken Griffin würde damit auch symbolisch in die höchsten Etagen der US-Finanzszene aufsteigen – mit einem glitzernden Spitzenplatz bei den höchsten Gebäuden der Skyline von New York.

hr
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