Sonntag, 8. Dezember 2019

14 Milliarden Euro verbrannt US-Regierung will Menthol-Zigaretten verbieten

Menthol-Zigaretten von BAT: Die US-Gesundheitsbehörde FDA prüft ein Verbot
ddp images/Joerg Koch
Menthol-Zigaretten von BAT: Die US-Gesundheitsbehörde FDA prüft ein Verbot

Ein Zeitungsbericht über ein baldiges Verbot von Menthol-Zigaretten löst einen Ausverkauf bei Tabakkonzernen aus. Die Aktien des "Lucky Strike"-Anbieters British American Tobacco Börsen-Chart zeigen (BAT) fielen am Montag in London um bis zu 11 Prozent auf ein Fünf-Jahres-Tief von 2950 Pence und steuerten auf den größten Tagesverlust seit 1999 zu. Damit notieren sie mittlerweile auf dem Niveau von Ende Januar 2014.

Die Titel des "Gauloises"-Machers Imperial Brands rutschten zeitweise um 5 Prozent ab. An der Wall Street gaben die Papiere der Rivalen Philip Morris ("Marlboro") und Altria Börsen-Chart zeigen ("Benson & Hedges") vorbörslich bis zu 2,4 Prozent nach. Damit schrumpft der Börsenwert dieser vier Firmen um umgerechnet rund 14 Milliarden Euro.

Dem "Wall Street Journal" zufolge will die US-Gesundheitsbehörde FDA Menthol-Zigaretten verbieten. Die FDA betrachte diese als größeres Gesundheitsrisiko als normale Zigaretten, weil die Abgewöhnung schwieriger sei. Die Analysten der Bank Morgan Stanley gehen davon aus, dass Menthol-Zigaretten ein Viertel des BAT-Gewinns liefern. Die Kollegen von der Barclays Bank taxieren den Beitrag dieser Produkte zum operativen Ergebnis von Imperial Brands auf 11 Prozent.

Am Freitag hatte die FDA darüber hinaus das Aus für den Verkauf von bestimmten Flüssigkeiten für E-Zigaretten angekündigt. Diejenigen mit Frucht- oder Süßigkeiten-Aromen dürfen künftig nicht mehr in Supermärkten und Tankstellen verkauft werden. Außerdem würden die Alterskontrollen beim Online-Kauf verschärft. Damit will die Behörde den Boom von E-Zigaretten bei Teenagern eindämmen.

mg/rtr, dpa-afx

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