Kryptoplattform startet an Wall Street Coinbase gibt turbulentes Debüt an der Nasdaq

Start für die US-Kryptowährungsplattform Coinbase an der US-Börse: Zum Auftakt schießt der Kurs in die Höhe, der Marktwert des Unternehmens steigt zeitweise auf mehr als 100 Milliarden Dollar. Dann geht es wieder abwärts.
Champagnerlaune: Mitarbeiter und Fans von Coinbase feiern das Börsendebüt auf dem New Yorker Times Square vor der Nasdaq-Anzeige

Champagnerlaune: Mitarbeiter und Fans von Coinbase feiern das Börsendebüt auf dem New Yorker Times Square vor der Nasdaq-Anzeige

Foto: John Angelillo / imago images/UPI Photo

Coinbase, die größte Plattform für den Handel mit Kryptowährungen in den USA, ist am Mittwoch an der Nasdaq gestartet. Die Kursindikation lag kurz vor Handelsstart bei 365 US-Dollar, deutlich über dem Referenzpreis von 250 Dollar also, der zuvor für das Debüt festgelegt worden war.

Zum Handelsbeginn an der Nasdaq notierte die Aktie  dann bei 381 Dollar und stieg rasch auf beinahe 430 Dollar. Damit kam Coinbase kurzzeitig auf einen Marktwert von mehr als 110 Milliarden Dollar. Dann ging es mit dem Kurs wieder abwärts auf zeitweise 330 Dollar, was einem Marktwert von etwa 86 Milliarden Dollar entspricht - immer noch mehr als jeder andere Börsenbetreiber weltweit. Die Nasdaq selbst kommt auf einen Börsenwert von 26 Milliarden Dollar.

Der Zeitpunkt für den Börsengang könnte angesichts der aktuellen Bitcoin-Rekordjagd kaum günstiger sein. Die Finanzmärkte fiebern seit Wochen auf das Debüt hin. Für die boomende, aber lange als abenteuerliche Randerscheinung der Finanzwelt abgetane Nische der Cyber-Devisen ist es ein Meilenstein auf dem Weg in den Wall-Street-Mainstream.

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Coinbase, an der Wall Street gelistet unter dem Kürzel COIN, ist das erste Unternehmen an den US-Börsen, dessen Geschäftsmodell komplett auf dem Handel mit Krypowährungen basiert. Diese stehen derzeit besonders wegen des Bitcoin im Fokus, der zuletzt einen explosionsartigen Anstieg erlebt hatte - der Kurs stieg von 6500 Dollar im April 2020 bis über 64.000 Dollar am Mittwoch.

Die Kunden von Coinbase - auch in Deutschland - können über die Plattform rund 50 verschiedene virtuelle Währungen kaufen, verkaufen und auch verwalten lassen. Die 2012 in San Francisco gegründete Plattform hat nach eigenen Angaben mehr als 56 Millionen Nutzer.

Mit dem von der Nasdaq am Dienstagabend festgelegten Referenzpreis von 250 Dollar (209 Euro) pro Aktie war der Börsenwert des Unternehmens auf 65,3 Milliarden beziffert worden. Bei einem Kurs von 330 Dollar beträgt er rund 86 Milliarden Dollar. Der Börsengang, der im Rahmen einer Direktplatzierung erfolgt, ist der größte in den USA seit dem Debüt des Fahrdienstanbieters Uber im Jahr 2019. Insgesamt bietet Coinbase knapp 115 Millionen Aktien an.

Im Vorfeld des Börsengangs hatte Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK erklärt, dass Kryptowährungen in den vergangenen zwölf Monaten verstärkt im "Mainstream" angekommen seien. Infolgedessen hatte sich der Umsatz von Coinbase im ersten Quartal im Vorjahresvergleich auf 1,8 Milliarden Dollar verzehnfacht; der Gewinn stieg auf 730 bis 800 Millionen Dollar.

Zugleich wies Hewson darauf hin, dass eine große Frage sei, ob eine Bewertung von Coinbase nachhaltig sei - besonders vor dem Hintergrund, dass viele Regierungen "nicht besonders entzückt von Kryptowährungen" seien. Eine künftige Regulierung bleibe daher auf langfristige Sicht eine Gefahr. Zudem gibt es weitere Risiken, die Investoren im Zusammenhang mit der Coinbase-Aktie beachten sollten.

cr/AFP
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