Börse Inflationssorgen drücken Dax in roten Bereich

Inflationsangst macht sich wieder breit - die Anleger ziehen sich zurück. Der Dax knickt deutlich ein, auch Geschäftszahlen und Ausblick von Thyssenkrupp kommen bei den Anlegern gar nicht gut an.
Börse Frankfurt: Der Dax taucht am Dienstagmittag tief in den roten Bereich

Börse Frankfurt: Der Dax taucht am Dienstagmittag tief in den roten Bereich

Foto: A3602 Frank Rumpenhorst/ dpa

Höhere Rohstoffpreise und damit wieder größer werdende Inflationsbedenken haben Aktien-Anleger am Dienstag wieder in die Flucht getrieben. Nach zuletzt vier Erholungstagen gab der deutsche Leitindex Dax  deutlich nach. Zum Handelsschluss stand ein Abschlag von 1,8 Prozent auf 15.119 Punkte zu Buche. Damit rückte die bisherige Bestmarke von gut 15.501 Punkten in die Ferne. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  folgte mit Abschlägen von rund 1,9 Prozent nach unten. Der MDax  büßte zuletzt 2 Prozent auf 31.782 Punkte ein.

Dax

Dax, Dow und Aktien auf einen Blick: Hier geht es zur Börsenseite 

US-Börse schwächer

Wie bereits zum Wochenauftakt haben auch am Dienstag Inflationssorgen die Anleger an den US-Aktienmärkten vergrault. Steigende Rohstoffpreise sowie die am Mittwoch anstehende Bekanntgabe aktueller Preisdaten aus den Vereinigten Staaten sorgen zunehmend für Nervosität an den US-Börsen.

Nasdaq

Der Dow Jones Industrial, der tags zuvor erstmals über die Marke von 35.000 Punkten auf ein weiteres Rekordhoch gestiegen war, notierte am Dienstag zuletzt 1,45 Prozent tiefer bei 34.238,6 Punkten. Der marktbreite S&P 500 verlor 1,4 Prozent auf 4128,1 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100 büßte 1,3 Prozent auf 13.179,8 Punkte ein, nachdem er zum Wochenstart bereits um 2,6 Prozent abgesackt war.

Eon und Thyssenkrupp mit guten Zahlen - aber Kursverlusten

In dem schwachen deutschen Börsenumfeld verarbeiteten die Anleger am Dienstag eine große Menge an Quartalszahlen, insbesondere aus der zweiten Börsenreihe. Aus dem Dax berichtete der Versorger Eon mit positiven Expertenreaktionen. Die Aktien konnten sich dem schwachen Marktumfeld aber dennoch nicht ganz entziehen. Mit einem Abschlag von 0,7 Prozent waren sie aber der stabilste Dax-Wert.

Eon

Im MDax verpufften angehobene Jahresziele von K+S und Thyssenkrupp. Beide Aktien blicken auf einen guten Lauf zurück, und so kamen sie nahe ihrer Hochs seit Anfang 2020 mit Abgaben von 3,1 und 9,5 Prozent nicht mehr voran. Im Falle von Thyssenkrupp machte Experten der weiter stark negative Barmittelfluss etwas Sorgen.

Auch die Aktien von Bechtle und Brenntag kamen aus dem Kreis der Berichtsunternehmen am Dienstag mit jeweils sechs Prozent sehr deutlich unter Druck. Der IT-Speziaist Bechtle folgte damit der Branchenschwäche im Tech-Sektor. Beim Chemikalienhändler Brenntag hieß es, reiche den Anlegern ein bekräftigtes Gewinnziel auf dem zuletzt erreichten Rekordniveau nicht mehr.

Euro bleibt stabil über 1,21 US-Dollar

Der Euro wurde am Dienstag gestützt von einem starken ZEW-Index, der am Aktienmarkt keine positive Wirkung entfalten konnte. Mit 1,2162 US-Dollar behauptete sich die Gemeinschaftswährung mehr oder weniger auf ihrem höchsten Niveau seit Ende Februar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,2169 Dollar festgesetzt.

Ölpreis gibt nach - Pipeline soll bald wieder laufen

Die Ölpreise sind am Dienstag im frühen Handel leicht gefallen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 67,72 US-Dollar. Das waren 60 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 55 Cent auf 64,37 Dollar.

Brent

Eine nach einem Cyberangriff ausgefallene US-Ölpipeline soll nach Angaben des Betreibers bis Ende der Woche wieder weitgehend laufen. Der Ausfall der Pipeline, über den ein großer Teil der Ölversorgung der amerikanischen Ostküste läuft, hat am Erdölmarkt bisher nur zeitweise für steigende Preise gesorgt. Ein längerer Ausfall dürfte jedoch zu Engpässen in der Benzin- und Dieselversorgung führen.

mit Nachrichtenagenturen