Börsenschluss Deutsche Aktien bleiben auf Gewinnkurs

Aktienkäufe großer Investoren, Kursgewinne auf breiter Front: Der Frankfurter Aktienleitindex Dax hat klar die 8000-Punkte-Hürde überwunden. Deutschlands wichtigstes Börsenbarometer erreicht den höchsten Stand seit drei Wochen. Der Impuls dazu kam von Übersee.
Händler in Frankfurt: Die Börse behält ihre Aufwärtstendenz bei

Händler in Frankfurt: Die Börse behält ihre Aufwärtstendenz bei

Foto: KAI PFAFFENBACH/ REUTERS

Frankfurt am Main - Der Optimismus nach dem Start der US-Berichtssaison hat am Dienstag für eine weitere Erholung am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Die Börsen in Übersee gaben einen weiter freundlichen Trend vor. Der Dax  stieg um 1,12 Prozent auf 8057,75 Punkte, was den höchsten Stand seit knapp drei Wochen bedeutete. Mit einem sehr starken Wochenstart hatte der Leitindex tags zuvor bereits die Verluste der Vorwoche vergessen gemacht. Für den MDax (Kurswerte anzeigen) ging es am Dienstag um 0,88 Prozent auf 13.970,21 Punkte hoch. Der TecDax  gewann 0,64 Prozent auf 972,52 Punkte.

Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 (Kurswerte anzeigen) stieg zum Handelsschluss um 0,50 Prozent auf 2664,14 Punkte. Auch der CAC 40 (Kurswerte anzeigen) in Paris und der Londoner FTSE 100 (Kurswerte anzeigen) legten zu. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte  stieg bis zum New Yorker Mittagshandel um 0,5 Prozent auf 15.300 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 rückte um 0,7 Prozent auf 1652 Zähler vor. Der Composite-Index (Kurswerte anzeigen) der Technologiebörse Nasdaq (Kurswerte anzeigen) legte um 0,5 Prozent auf 3502 Punkte zu.

Unterstützung kam von etwas besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen des Aluminiumkonzerns Alcoa. Der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) gewann im frühen Handel 0,3 Prozent auf 15.274,27 Punkte. Damit knüpfte er an seine Gewinne vom Montag und aus der vorangegangenen, verkürzten Handelswoche an. Der S&P-500-Index stieg um 0,3 Prozent auf 1645,34 Punkte.

Der US-Aluminiumkonzern Alcoa , der am Montag nach US-Börsenschluss traditionell die Zeit der Quartalsberichte eingeläutet hatte, konnte mit seinem Umsatz die durchschnittlichen Markterwartungen übertreffen. ie Papiere von ThyssenKrupp (Kurswerte anzeigen) und Salzgitter  kletterten nach den Zahlen um 3,05 respektive 4,18 Prozent - damit gehörten sie zu den Favoriten der Anleger in Dax und MDax.

Dagegen waren die Lufthansa -Titel  nach einer Aktienplatzierung mit minus 0,33 Prozent der einzige Verlierer im Dax. Allerdings konnten sie dank starker Verkehrszahlen der Fluggesellschaft für den Juni ihre Abschläge eindämmen. Im MDax stiegen die Anteilsscheine von Südzucker (Kurswerte anzeigen) um 1,83 Prozent. Händler verwiesen auf gute Zahlen der Bioethanol-Tochter Cropenergies, deren Titel um 0,42 Prozent zulegten.

Kehrtwende zudem bei der Deutschen Annington: Acht Tage nach der Absage hat Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern Finanzkreisen zufolge den Sprung an die Börse auf Umwegen doch geschafft. Dafür rückte der Eigentümer, der britische Finanzinvestor Terra Firma, offenbar von seinen Preisvorstellungen ab. Die Papiere würden wohl zu 16,50 oder 16,75 Euro zugeteilt, sagte einer von ihnen. Damit ist der Börsengang auf rund 575 Millionen Euro geschrumpft von ursprünglich bis zu 1,2 Milliarden Euro.

Staatsanleihen mit Kursgewinnen

Deutsche Staatsanleihen haben am Dienstag im ruhigen Handel ihre Gewinne kontinuierlich ausgebaut. Der für deutsche Staatstitel maßgebliche Euro-Bund-Future stieg bis zum späten Nachmittag um 0,37 Prozent auf 142,42 Punkte, nachdem er zuvor ein Tageshoch bei 142,59 Punkten erreicht hatte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sank im Gegenzug auf 1,66 Prozent.

Der Euro (Kurswerte anzeigen) hat am Dienstag dagegen spürbar nachgegeben. Am Nachmittag sank die Gemeinschaftswährung bis auf 1,2776 US-Dollar. Das ist der tiefste Stand seit Anfang April. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,2857 (Montag: 1,2850) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7778 (0,7782) Euro.

Händler begründeten die Euro-Verluste von knapp einem Cent mit Äußerungen von EZB-Direktor Jörg Asmussen. Sie verwiesen auf Medienberichte, nach denen Asmussen weitere Krisenmaßnahmen der Notenbank nicht ausschloss. Die Aussicht auf eine noch expansivere Geldpolitik bringt Währungen für gewöhnlich unter Druck.

Die Ölpreise haben sich am Dienstag trotz der brisanten Lage in Ägypten nahezu unverändert gezeigt. Die Rally in der vergangenen Woche erscheine Anlegern in der Nachbetrachtung wohl übertrieben, und die Anleger hielten sich mit Käufen vorerst zurück, sagten Händler. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Kurswerte anzeigen) zur Lieferung im August kostete am späten Nachmittag 107,44 US-Dollar. Das war ein Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 16 Cent auf 103,30 Dollar.

kst/rtr/dpa-afx
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