Kursturbulenzen in Asien Donnergrollen an Chinas Börsen

Von Carsten Klude
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Japanische Aktien weiter gefragt

Der japanische Aktienmarkt befindet sich im Aufwind: Bereits im April diesen Jahres knackte der Nikkei 225 die Marke von 20.000 Punkten, nun nimmt der japanische Leitindex Kurs auf den zwischenzeitlichen Höchststand aus dem April 2000. Damals notierte der Nikkei bei rund 20.800 Punkten.

Wir bekräftigen unsere positive Einschätzung des japanischen Aktienmarktes. So ist die Hausse in Japan durch die Gewinnentwicklung der Unternehmen gestützt. Die Strukturreformen, die Ministerpräsident Abe angestoßen hat, werden von Investoren bislang unterschätzt. Zudem hat der japanische Pensionsfonds - einer der größten institutionellen Investoren weltweit - seine angestrebte Aktienquote mehr als verdoppelt.

So ist mittlerweile ein Fondsanteil von 25 Prozent in japanischen Aktien vorgesehen statt vormals lediglich 12 Prozent. Da jederzeit Gegenwind vom Wechselkurs droht, empfehlen wir währungsgesicherte Investments.

Chinesische Aktien - wann platzt die Blase?

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Nach einer langanhaltenden Dürreperiode steigen die Kurse chinesischer Aktien nunmehr seit einem Jahr wieder steil an. Das Plus von mehr als 125 Prozent binnen eines Kalenderjahres ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die heimischen Anleger ihre Ersparnisse verstärkt in Aktien investieren.

Bedenklich: Auch die Zahl kreditfinanzierter Aktienkäufe hat zugenommen. Prinzipiell ist es schwer zu ermessen, wie lange die Rally noch weitergehen kann, schließlich könnte die Bildung einer echten Aktienkultur in China durchaus noch länger die Kurse unterstützen. Die Entwicklung wirkt jedoch nicht gänzlich gesund, denn fundamental ist die Hausse unseres Erachtens bislang wenig unterstützt.

Zudem haben jüngst mehrere Broker ihre Margenanforderungen erhöht und so kreditfinanzierte Aktienkäufe verteuert. Das Ergebnis: Ein Tagesverlust von 6,5 Prozent im Shanghai Composite Index, der dritthöchste seit 2008. Für konservative Investoren ist dies ein ernstes Warnsignal.

Peugeot - trotz Kurshoch weiter Luft nach oben

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Mit einer Wertentwicklung von fast 90 Prozent seit Jahresbeginn ist die Aktie des französischen Autobauers Peugeot Top-Performer im Stoxx 600 Aktienindex, dicht gefolgt von der in Luxemburg notierten Holding Altice. Peugeot profitiert besonders von der Erholung des europäischen Automobilmarktes sowie von starken Verkäufen in China. Auch der Umbauplan von CEO Carlos Tavarez trägt erste Früchte.

Mittelfristig plant der Konzern, die operative Marge weiter zu steigern. Im Kerngeschäft soll sie bis 2018 auf 2 Prozent ansteigen, ein Ziel, das von vielen Investoren nicht als sonderlich ambitioniert eingeschätzt wird. Positiv entwickelte sich auch das Geschäft des Zulieferers Faurecia, an dem Peugeot rund 51 Prozent hält. Angesichts einer voraussichtlich weiterhin positiven Entwicklung des europäischen Automobilmarktes trauen wir der Aktie weiteres Potenzial zu.

Bundesanleihen - der gute Ruf leidet

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An den Rentenmärkten gelten Bundesanleihen und US-Staatsanleihen als sichere Häfen, in die sich die Anleger bei aufkommenden Stresssituationen zurückziehen. Aber ist dies aktuell noch gerechtfertigt? Wirft man einen Blick auf die Kursentwicklung von Bundesanleihen im laufenden Jahr, so fällt auf, dass die Anleihen ganz im Gegensatz zu einem sicheren Hafen größtenteils eine sehr hohe Volatilität aufweisen.

Carsten Klude

Carsten Klude ist Chefvolkswirt der Privatbank M. M. Warburg in Hamburg.

Die Investoren, die in Bundesanleihen im gesamten bisherigen Jahr investiert waren, hatten nach dem ersten Quartal in Abhängigkeit von der Laufzeit schon eine Performance von bis zu 14 Prozent vereinnahmt. Nach der Verkaufswelle von Ende April und Anfang Mai liegt die Performance im Durchschnitt aktuell wieder bei 0 Prozent.

Das durch das niedrige Zinsniveau bedingte hohe Zinsänderungsrisiko führt dazu, dass die Anleger sich auch bei Bundesanleihen weiterhin auf eine erhöhte Volatilität einstellen müssen und somit der Ruf als sicherer Hafen ein wenig eingetrübt ist.

Europäische High-Yield-Anleihen - wo die Erträge sind

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Auf der Suche nach stabilen positiven Erträge und auskömmlichen Renditen werden Anleger auf der Rentenseite im europäischen High-Yield-Segment fündig. In 2015 wurde in diesem Segment eine Performance von über 3 Prozent erreicht und das im Vergleich zu Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen im Investmentgrade nahezu ohne jegliche Volatilität.

Die Anleihen in diesem Segment profitieren zum einen vom sehr niedrigen Zinsniveau und den damit verbundenen attraktiven Finanzierungskonditionen und zum anderen von den positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, wie dem mehrheitlich positiven Wachstumsausblick innerhalb der Eurozone, dem niedrigen Ölpreis und dem starken Dollar.

Die Rendite von europäischen High-Yield-Anleihen liegt im Durchschnitt bei über 4 Prozent und das Zinsänderungsrisiko ist verhältnismäßig niedrig. Aufgrund der positiven Rahmenbedingungen halten wir eine Performance von rund 6 Prozent für 2015 für realistisch und gehen zudem nicht davon aus, dass sich das Ausfallrisiko vom derzeit sehr niedrigen Niveau erhöht.

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