Chartexperte Carsten Mumm analysiert Darum dürfte es mit dem Dax vorläufig eher abwärts gehen

Von Carsten Mumm

Dax 30 - Intakter kurzfristiger Abwärtsmodus

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Im aktuellen "Sägezahnmarkt" des DAX 30 behält die Unsicherheit und Nervosität weiterhin die Oberhand. Zudem hat sich nun eine neue Widerstandshürde gebildet. Diese verläuft bei 10.080 und ist den immens wichtigen 10.128 Punkten vorgelagert. Daher gilt es, wieder den Fokus auf das 38,2-Prozent-Fibonacci-Retracement zu legen. Dieses verläuft bei 9892 Zählern. Die beachteten markttechnischen Indikatoren verhalten sich zum Ende der Woche hin überwiegend neutral.

Carsten Mumm
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Carsten Mumm, Chefvolkswirt und Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Privatbank Donner & Reuschel.

Der deutsche Leitindex wird seinen kurzfristigen Abwärtsmodus bis auf weiteres nicht nachhaltig verlassen können. Nachhaltige Notierungen um 10.128 und höher sind zwar optisch recht nahe, charttechnisch allerdings ein weiter Weg. Die 9700 als nächste große Auffanglinie könnten daher schnell angepeilt werden, wenn die 9892 sich als zu starke Hürde erweisen.

Mehr noch: Sollte es tatsächlich dazu kommen, dass die 9700 nachhaltig unterhandelt werden, kann diese eine Kettenreaktion in Richtung 9531 nach sich ziehen.

US-Aktien - Doppel-W erzeugt Schieflage

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Der US-amerikanische S&P 500 Index war lange Zeit der stabilste und robusteste unter den globalen Leitindizes. Seit Kurzem bröckelt diese Stärke allerdings offensichtlich. Die wichtige 2079er Unterstützung wurde nach tagelangem Test unterschritten. Dadurch hat sich der seit dem 20. April 2016 gebildete kurzfristige Abwärtstrend verfestigt. Dieser führte zum Unterschreiten der 21-Tage-Linie sowie des Mittleren Bollinger-Bandes.

Die Kurzfristtendenz hat sich damit verschärft. Bis zur 200-Tage-Linie besteht nur noch ein Puffer von rund 1,8 Prozent. Das Untere Bollinger-Band stützt knapp bei 2037. Alles deutet auf eine Fortsetzung der momentanen Konsolidierung hin. Seit Juli 2015 herrscht zudem eine Doppel-W-Formation vor. Diese entstand dadurch, dass der S&P 500 Index mehrmals den Ausbruch über 2135 nicht schaffte. Nun macht sich mehr und mehr Ernüchterung breit. Die Markttechnik zeigt sich aktuell bestenfalls neutral.

Pfund-Sterling - Brexit or no Brexit?

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Die technische Stärke des Britischen Pfunds gegenüber dem Euro hält weiter an. Das 62-Prozent-Fibonacci-Retracement bei 0,7699 GBP sowie eine Vielzahl von charttechnischen Unterstützungen (Candlestick basiert) der jüngsten Vergangenheit wurden aktuell sogar deutlich unterschritten. Das von D&R zuletzt angesprochene "Symmetrische Dreieck" wurde nach unten verlassen.

Somit ergibt sich eine weitere Zuspitzung der bereits prekären Lage für das Währungspaar EUR/GBP. Die Rückkehr in den 2013er Abwärtskanal zeigt zudem, wie massiv angeschlagen der Euro aktuell gegenüber dem Britischen Pfund ist. Die markttechnischen Indikatoren RSI sowie Slow-Stochastik zeigen sich deutlich "überverkauft". Aufgrund des wieder intakten Abwärtstrends sowie der charttechnischen Gesamtkonstellation ist eine nachhaltige Gegenbewegung trotzdem sehr fraglich. Die "Bearish Belt-Hold"-Kerze (Mittwoch) sowie die sich seit Donnerstag abzeichnende "Separating-Line" (0,7688 GBP) stützen diese These.

Euro-Bund-Future - Hausse verliert an Dynamik

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Der Euro-Bund-Future (EBF) befindet sich nach wie vor in einer nachhaltigen und nun seit knapp sieben Jahre andauernden Aufwärtsbewegung. Diese begann im Januar 2009 und zeigt sich bis dato trotz einiger Rücksetzer nach wie vor nachhaltig intakt. Die Dynamik nahm zuletzt allerdings vorübergehend ab. Seit dem 3. Mai geht es nun aber wieder in Richtung Allzeit-Hoch (164,40).

Die markttechnischen Indikatoren zeigen sich aktuell teils negativ. RSI sowie Slow-Stochastik generieren eine "Überkauft"-Tendenz und der Trendfolgeindikator TBI steht kurz vor einem Verkaufssignal. Die Candlestick-Analyse ergibt weiterhin eine gut fundierte charttechnische Unterstützung bei 161,23 bis zu 160,75. Diese Zone sollte auch halten, damit sich immer wieder mögliche kurzfristige Kursrückgänge nicht noch mehr ausweiten.

Silberpreis - 16 Dollar je Unze als nächstes Ziel?

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Mitte April dieses Jahres konnte der Silber-Chart aus einer nahezu fünfmonatigen Seitwärtsbewegung nach oben ausbrechen. Das zweitwichtigste Edelmetall legte im Zuge dessen binnen kurzer Zeit um knapp 14 Prozent auf 18,01 Dollar je Unze zu. Seit dem 2. Mai schwächelt das Silber  allerdings wieder merklich. Das 76-Prozent-Fibonacci-Retracement bei 16,98 Dollar sowie die kurzfristige 21-Tage-Linie (16,86 Dollar) wurden unterschritten.

Ein intakter kurzfristiger Abwärtskanal ist die fast schon logische Folge daraus. Seitens der Markttechnik generiert der MACD-Indikator ein Verkaufssignal. Sollte sich die charttechnische Lage weiter verschärfen, dann könnte sich die Abwärtsbewegung bis 16,35 Dollar (62-Prozent-Fibonacci-Retracement) beziehungsweise unter 16 Dollar ausdehnen. Allerdings wäre auch erst ein Abverkauf unter 16,35 Dollar ein Signal für einen ausgedehnten Rücksetzer bis hin zur 16,00er -Marke. Fazit: Erst ab Notierungen unter 16,35 Dollar wird es so richtig ernst.

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