Börsenkurse der Woche Überraschen Sie uns, Herr Zschaber!

Lufthansa erschreckt Börsianer, der Dax zaudert - und der vermeintliche Langweiler Microsoft läuft und läuft und läuft. Die Show der Börsenkurse, auf die Anleger jetzt achten sollten - heute von Börsenprofi Markus Zschaber.
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Der Dax  hat es also geschafft. Nach einer längeren Seitwärtsbewegung und einem zähen Ringen konnte der größte deutsche Aktienindex die 10.000er-Marke knacken. Zwei Faktoren dürften dafür sorgen, dass die Kursrallye zunächst noch einige Monate weitergeht: Zunächst das billige Geld der Notenbanken. Kredite waren noch nie so günstig zu erwerben. Das wird zu einem steigenden Konsumverhalten führen. Vom niedrigen Zinsniveau profitieren auch Unternehmen, denn die Finanzierung von Investitionen wird automatisch günstiger.

Der zweite wichtige Punkt ist der Mangel an Anlagealternativen. Es gibt zurzeit keine Anlageklasse neben der Aktie, die eine solche Ertragsmöglichkeit bietet. Die Rendite von Anleihen, Fest- und Tagesgeldern sind und bleiben bis auf weiteres sehr niedrig. Um eine Rendite zu erzielen, muss man also in Zukunft zwangsläufig in Aktien investieren. Deshalb sehe ich die Nachfrage nach Aktien gut unterstützt und bleibe weiterhin positiv gestimmt für die Aktienmärkte.

Lufthansa: Gewinnwarnung sorgt für Kurseinbruch

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Einen deutlichen Kursrutsch erlebten die Aktionäre der Deutschen Lufthansa in dieser Woche. Knapp 14 Prozent verlor die Aktie an einem Tag, bei einem Dax-Wert ist eine solche Tageskorrektur äußerst selten.

Grund für den starken Preisverfall war eine Gewinnwarnung für das laufende Geschäftsjahr. Zunächst war für das laufende Geschäftsjahr ein operatives Ergebnis von 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro erwartet worden. Das angepeilte Ziel wird wohl nicht erreicht werden können, die korrigierte Prognose geht von einem operativen Ergebnis von rund einer Milliarde aus.

Gerade das Amerika- und das Europageschäft leiden unter steigenden Überkapazitäten, was zu Preisrückgängen führt. Auch für das Jahr 2015 wird das angepeilte operative Ergebnis von 2,65 Milliarden Euro wohl nicht zu halten sein. Für Anleger, die trotzdem vom steigenden Luftverkehr profitieren möchten, können vor allem Flugzeughersteller wie Airbus  interessante Alternativen sein.

Microsoft: Ausbau des Cloud-Computings

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Kaum ein Computer kommt ohne die Unterstützung von Programmen und Betriebssystemen von Microsoft  aus. Rund 90 Prozent aller Unternehmen weltweit nutzen die Produkte des Softwareriesen mit Sitz in Redmond, USA. Und die Nutzerzahl von Microsoftprodukten wächst täglich. Besonders aus den Schwellenländern wie China oder Indien kommen stetig neue Kunden hinzu.

Dabei hat Microsoft in den vergangenen Jahren daran gearbeitet, seine Produkte sicherer zu machen und vor allem vor Produktpiraterie, ein Problem welches lange den Gewinn des Unternehmens stark belastete, zu schützen.

Dazu trägt unter anderem auch der Ausbau von Cloud-Computing bei, dabei werden IT-Dienstleistungen über Netzwerkverbindungen bei Bedarf zur Verfügung gestellt. Die sehr gesunde Bilanz des Unternehmens wird Microsoft auch in Zukunft genug Freiraum für Investitionen und Übernahmen lassen.

Das im vergangenen Juli 2013 von uns als kaufenswert eingestufte Unternehmen konnte seither um rund 20 Prozent zulegen, dazu kommen noch vier Quartalsausschüttungen. Ich bleibe weiterhin davon überzeugt, dass Microsoft auch in Zukunft erhebliches Wachstumspotenzial besitzt.

Deutsche Bank

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Die deutsche Premiumbank hat schwierige Monate hinter sich. Es gab wohl kaum einen Manipulationsvorfall, in den die Deutsche Bank  nicht verwickelt war. Zuletzt wurden Verwicklungen in Manipulationen am Devisenmarkt bekannt. Die Erhöhung der Boni-Zahlungen an Investmentbanker der Bank und die Kapitalerhöhung führte zu unzufriedenen Aktionären und einem enttäuschenden Jahresauftakt.

Seit Jahresbeginn verlor die Aktie rund 13 Prozent an Wert, währenddessen der Dax auf ein Rekordhoch schnellte. Die Bank plagen weiterhin die Lasten der Vergangenheit.

Zum Beispiel musste das Unternehmen über 350 Millionen Euro an Rechtsberatungskosten aufwenden, der Gewinn sackte auf rund 670 Millionen Euro ab. Durch die Kapitalerhöhung Anfang Juni nahm die Bank rund 8,5 Milliarden Euro an frischen Geldern ein. Bleibt zu hoffen, dass das ausreicht, die Bank neu zu strukturieren und die Ertragslage wieder zu steigern.

Symrise: Ein besonderer Duft

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Über Geschmäcker lässt sich streiten, aber nicht über die Qualität des deutschen Duft- und Aromenherstellers Symrise , welcher die Parfümerie-, Kosmetik-, Pharma-, Lebensmittel- und Getränkeindustrie beliefert. Der MDax-Konzern gehört mit seinen knapp 6000 Mitarbeiter und seinem Marktanteil zu den Weltmarktführern.

Der Start ins neue Geschäftsjahr verlief positiv mit einem währungsbereinigten Umsatzanstieg von 7,9 Prozent auf 469,6 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal. Besonders die Nachfrage aus den Schwellenländern, die um 12 Prozent anstieg, sorgte neben einem gestrengen Kostenmanagement für ein starkes Ergebnis - und das spiegelte sich auch im Aktienchart wider. So konnte die Aktie seit Jahresbeginn eine Performance von über 15 Prozent erzielen.

Auch die Perspektive für den Chemiekonzern bewerten wir weiterhin als gut, vor allem da Symrise auch von dem anziehenden Trend des bewussten Konsums auf globaler Ebene profitieren wird. Denn in Zeiten industriell gefertigter Nahrung wird die Bevölkerung vermehrt Wert darauf legen, dass die Inhaltsstoffe gesundheitsverträglich sind. Daher werden Aromen mit natürlichem Ursprung in Zukunft noch stärker gefragt sein als heute. Folglich sind weitere Höchststände des Qualitätsunternehmens zu erwarten.

K+S: Konzern klettert langsam und stetig aus dem Kurstal

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K+S  aus Kassel fördert Rohstoffe, welche für die Herstellung von Produkten in der Agrarwirtschaft, Ernährung, Straßensicherheit und in einer Vielzahl industrieller Prozesse benötigt werden. Das international tätige Rohstoffunternehmen K+S, welches nach den Verwerfungen des Kalimarktes stark unter Druck gekommen war, steht seit einiger Zeit bei einigen Anlegern wieder auf der Beobachtungsliste.

Aus unserer empirischen Analyse ergibt sich, dass der Dax-Konzern, der immerhin seit 1889 mineralische Rohstoffe fördert und veredelt, die Gefahren des Kali-Marktes gut überstanden hat und ein durchaus günstiger Wert ist. Auch wenn Unsicherheiten bleiben - beispielsweise wird das operative Ergebnis deutlich schrumpfen im aktuellen Geschäftsjahr - bleibt es ein Fakt, dass China und Indien zu den wichtigsten Absatzländern für Kali zählen, wodurch auch die Preisfindung durch die Nachfrage dieser Länder stark geprägt wird.

Der Preis für Kali stabilisiert sich wieder, wobei der Angebotsüberhang die Branche nach wie vor als Belastung wirkt. Doch hat der K+S-Vorstand erkannt, dass die Kosten zu hoch sind und bereits zum Teil erfolgreich mit dem Programm "Fit für die Zukunft" reagiert. Mit dem Blick auf die Bewertungskennziffern zeigt sich, dass die Aktie mittlerweile wieder relativ attraktiv bewertet ist.

Die deutliche Reduzierung des operativen Gewinns im aktuellen Geschäftsjahr scheint bereits in den Preisen einkalkuliert zu sein, so dass leichte Verbesserungen schnell zu positiven Überraschungen führen können. Mittelfristig blicken wir optimistisch in die Zukunft.

Euribor: Die kritische Lage für deutsche Sparer

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Mit dem Blick auf den 12-Monats-Euribor (Euro Interbank Offered Rate) erkennt man gut die kritische Lage für deutsche Sparer. Denn das allgemeine Zinsniveau ist auf einem Rekordtief. Auf den Tages- und Festgeldkonten sind die Zinssätze oft unterhalb der Inflationsrate, was dazu führt, dass die Sparer unter einem schleichenden Sparverlust leiden. Es ist ein Umdenken für die Sparer erforderlich, um nicht durch die niedrigen Zinssätze ihr Erspartes nach Inflation zu verlieren.

Zudem werden Sparer, die verzweifelt auf eine schnelle Zinserhöhung hoffen, mit hoher Wahrscheinlichkeit enttäuscht werden, denn unser kreditfinanziertes System und die hohen Staatsschulden benötigen auf Jahre hinweg ein tiefes Zinsniveau. Einen Ausweg aus dieser Misere kann sicherlich der Kapitalmarkt bieten, insbesondere mit Investitionen in qualitatives Sachkapital wie zum Beispiel Aktien. Aktien werden an der Erholung der Weltwirtschaft auch weiterhin profitieren, was diverse Konjunkturbarometer, die seit Monaten die positive Entwicklung von Dax & Co. voraus gesagt haben, belegen. Anleger sollten nicht länger auf steigende Zinsen warten, sondern heute Handeln, um ihr Vermögen vor der kommenden Inflation zu schützen.

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