Fusion mit BowX Acquisition Wework stimmt Börsengang via Spac zu

Im zweiten Anlauf soll es klappen: Der US-Büroraumvermittler Wework stimmt einer Fusion mit einer Akquisitionsgesellschaft zu und ebnet damit den Weg für den Börsengang.
Adam Neumann: Der exzentrische Gründer und CEO von Wework musste 2019 auf Druck von Investoren seinen Stuhl räumen

Adam Neumann: Der exzentrische Gründer und CEO von Wework musste 2019 auf Druck von Investoren seinen Stuhl räumen

Foto: Eduardo Munoz/ REUTERS

Zwei Jahre nach dem krachend gescheiterten Börsengang könnte es der Büroraumvermittler Wework doch noch an die Börse schaffen. Den entscheidenden Schritt dafür machte das einst von dem exzentrischen Gründer Adam Neumann geleitete Unternehmen am Freitag und stimmte der Verschmelzung mit dem Spac BowX Acquisition zu, berichtet das "Wall Street Journal"  unter Berufung auf Insider. Der Deal würde Wework mit 9 Milliarden Dollar inklusive Schulden bewerten. Die Fusion soll in den kommenden Monaten über die Bühne gehen.

BowX Acquisition war im August 2020 an die Nasdaq gegangen. Spacs sind eine stark gefragte Alternative zum klassischen Börsengang. Sie werden als leere Firmenhülle gegründet, gehen an die Börse und nutzen das eingesammelte Kapital für Firmenkäufe, wobei die Firmen dann in den Spac-Mantel überführt werden. Für die Unternehmen bietet die Verschmelzung mit einem Spac den Vorteil, dass sie eine Reihe von Transparenzvorschriften umgehen können, die sie bei einem herkömmlichen Börsengang erfüllen müssten. Die US-Börsenaufsicht SEC nimmt das boomende Geschäft mit Spacs derzeit intensiv unter die Lupe.

Wework will sich zudem im Zuge einer Pipe-Transaktion (Private investment in public equity) 1,3 Milliarden Dollar bei privaten Investoren besorgen. Dazu zählten Fonds, die von Investmentgesellschaften wie Starwood Capital oder Fidelity verwaltet werden, heißt es.

Das Start-up Wework war 2019 vor dem geplanten Börsengang noch mit fast 47 Milliarden Dollar bewertet worden. Wegen zahlreicher Ungereimtheiten zogen sich potenzielle Investoren aber reihenweise zurücw, der Börengang wurde abgeblasen, Hauptinvestor Masayoshi Son (63), Chef des japanischen Softbank-Konzerns musste mit einer Kapitalspritze rettend eingreifen.

Milliardenverlust und optimistische Prognosen - trotz Pandemie

Nach Informationen der "Financial Times"  hat Wework im vergangenen Jahr einen Verlust von 3,2 Milliarden Dollar eingefahren. Die Belegungsrate des Büroraumvermittlers war im Corona-Jahr auf 47 Prozent eingebrochen, gegenüber 72 Prozent zu Beginn des Jahres, bevor die Pandemie zuschlug. In Dokumenten, die der Zeitung vorliegen, geht Wework davon aus, die Auslastung der Büros nach der Pandemie bis Ende 2022 auf bis zu 90 Prozent steigern zu können und erwartet einen bereinigten Vorsteuergewinn von 485 Millionen Dollar.

Angesichts der Tatsache, dass Unternehmen auch nach der Pandemie viele ihrer Beschäftigten im Homeoffice sehen, melden einzelne Experten aber deutliche Zweifel an den Prognosen an.

rei
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.