Das Rennen der Mitfahrdienste Lyft könnte noch vor Uber an die Börse fahren

Lyft-Auto in der US-Metropole Las Vegas

Lyft-Auto in der US-Metropole Las Vegas

Foto: Aptiv

Der US-amerikanische Mitfahrdienst Lyft ist seinem deutlich größeren Wettbewerber Uber offenbar immer ein kleines Stück voraus. So hatte das Unternehmen im Dezember wenige Tage vor Uber vertrauliche Unterlagen für den geplanten Börsengang bei der SEC eingereicht. Auch beim eigentlichen Börsengang könnte Lyft wieder das Rennen machen.

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Lyft werde wahrscheinlich bereits kommende Woche Einzelheiten zum geplanten Börsengang bekanntgeben, im März auf Roadshow bei den Investoren gehen, um schließlich Ende Märze an der US-Technologiebörse Nasdaq notiert zu werden, berichtet das "Wall Street Journal" . Uber hingegen benötige noch einige Wochen zur Vorbereitung seiner Emission, heißt es ergänzend in einer Reuters-Meldung.

Unerheblich ist der zeitliche Vorsprung für die IPO-Kandidaten wohl nicht. Wer früh die Fakten auf den Tisch legt und seine Anteilsscheine öffentlich zum Kauf anbietet , dürfte unter den Investoren mehr Aufmerksamkeit erlangen. Lyft würde als First Mover zugleich zum Lackmustest dafür werden, wie Fahrdienste, die hochdefizitär arbeiten aber noch viel Geld brauchen, bei Investoren ankommen.

Das Umfeld für Börsengänge gilt als gut

Das Umfeld für Börsengänge indes gilt aktuell als gut: Technologiewerte sind gefragt: Seit Jahresbeginn hat der Nasdaq Composite rund 13 Prozent zugelegt. Die US-Wirtschaft wächst, und die US-Notenbank Fed lässt durchblicken, dass sie es mit Zinserhöhungen nicht wirklich eilig hat. Gute Voraussetzungen also.

Lyft hatte nach seiner letzten bekannten, von Fidelity Investments angeführten Finanzierungsrunde etwa 600 Millionen Dollar eingesammelt, was den Unternehmenswert auf rund 15 Milliarden Dollar hochgeschraubt hatte, hieß es in anderen Berichten. Laut Reuters peile der Fahrdienstleister beim Börsengang eine Bewertung oberhalb von 20 Milliarden Dollar an.

Befürchtungen, dass der bislang längste Shutdown in der US-Geschichte zu einem IPO-Stau bei der SEC führen könnte , die eingereichte Unterlagen annehmen und prüfen muss, scheinen sich demnach nicht zu bestätigen. Die US-Börsenaufsicht arbeite seit dem Ende des Regierungsstillstands in Rekordzeit die zu geplanten Börsengängen eingereichten Unterlagen ab, berichtet das "Wall Street Journal" .

Markt für Mitfahrdienste könnte sich bis 2025 vervierfachen

Während Uber weltweit in 70 Ländern seinen Service anbietet, konzentriert sich Lyft bislang auf seinen Heimatmarkt USA und Kanada, wächst dort aber kräftig. Vor allem drängt das Unternehmen aggressiv in kleinere und mittelgroße Städte vor und ist mittlerweile in mehr als 600 US-amerikanischen und kanadischen Orten aktiv - dreimal mehr als Anfang 2017.

Darüber hinaus versucht Lyft sein Geschäftsmodell auf eine breitere Basis zu stellen. So stieg Lyft wie Uber zuletzt ins Fahrradverleihgeschäft ein und baute auch seinen Service für Tretroller in den USA kontinuierlich aus.

Lyft in immer mehr Städten aktiv

Die hohe Verluste schreibenden Mitfahrdienste gelten derzeit als heiße und risikoreiche Wette zugleich. So hatten Goldman Sachs und Morgan Stanley Ubers Wert auf enorme 120 Milliarden Dollar taxiert - natürlich auch in der Hoffnung, bei einem IPO-Mandat dann kräftig mit abzukassieren. Gleichwohl aber haben auch schon investierte Kapitalgeber ein großes Interesse an einem Börsengang. Uber und Lyft haben in den vergangenen Jahren Abermilliarden Dollar Risikokapital eingeworben.

Wo neue Anleger - ob nun bei einem oder beiden anstehenden Börsengängen - ihr Geld investieren, dürfte wesentlich auch von dem Wachstumspotential abhängen, dass sie Uber und Lyft jeweils zutrauen. Bessere Chancen sehen einzelne Analysten laut Reuters hier eher aufseiten von Lyft.

Analysten trauen Markt für Mitfahrdienste 127 Milliarden Dollar zu

So waren die weltweiten Buchungen bei Uber im dritten Quartal 2018 mit 6 Prozent gegenüber dem Vorquartal langsamer gewachsen als erwartet - und das in einem Markt, der in der Vergangenheit routinemäßig zweistellige Wachstumsraten aufwies.

Dem weltweiten Markt für Mitfahrdienste trauen Experten jedenfalls bis 2025 mehr als eine Verdreifachung des Volumens auf knapp 127 Milliarden Dollar zu, wie eine Grafik von Reuters zeigt . Relativ am stärksten - nämlich um mehr als das Vierfache - dürfte der Markt für Mitfahrdienste dabei im Raum Asien-Pazifik wachsen, sagen die Analysten voraus.