Börsengang per Spac Luxus-Automarke Polestar strebt 20-Milliarden-Dollar-Bewertung an

Die Luxus-Elektroautomarke Polestar von Volvo und seiner chinesischen Mutter Geely will über eine Unternehmenshülle an die Börse gehen. Polestar, in das auch Hollywoodstar Leonardo DiCaprio investiert, könnte bei dem Börsengang mit bis zu 20 Milliarden Dollar bewertet werden.
Polestar Precept: Das viertürige Konzeptauto von Polestar war im Jahr 2020 vorgestellt worden

Polestar Precept: Das viertürige Konzeptauto von Polestar war im Jahr 2020 vorgestellt worden

Foto: Matthias Balk / dpa

Der von Volvo unterstützte Elektroautobauer Polestar will an die Börse. Das schwedische Unternehmen, zu dessen Investoren Hollywoodstar Leonardo DiCaprio und die Volvo Car Group gehören, soll bei der Transaktion mit rund 20 Milliarden Dollar bewertet werden, wie Polestar am Montag mitteilte . Der Börsengang soll über einen sogenannten SPAC - Special Purpose Acquisition Company - erfolgen. Polestar fusioniere dazu mit der Investmentfirma Gores Guggenheim des US-Milliardärs Alex Gores (68) und werde künftig unter dem Namen Polestar Automotive Holding an der New Yorker Börse geführt.

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Polestar könnte bei der Transaktion über eine Milliarde Dollar zufließen, wenn sich alle Gores-Guggenheim-Investoren beteiligen und nicht von der Möglichkeit Gebrauch machen, ihre Aktien zurückzugeben. 250 Millionen Dollar der Gesamtsumme sollen von institutionellen Anlegern kommen.

Der Premium-Elektroautohersteller lieferte im vergangenen Jahr rund 10.000 Fahrzeuge aus. Bis 2025 soll die Zahl der verkauften Autos auf 290.000 steigen. Polestar, das 2017 von Volvo Cars und dem chinesischen Auto- und Motorradhersteller Geely gegründet wurde, produziert Premium-Elektro-Performance-Fahrzeuge. Die beiden Fahrzeuge Polestar 1 und Polestar 2 sind derzeit auf den Straßen Europas, Nordamerikas und Asiens unterwegs. Drei weitere Modelle sollen der Mitteilung zufolge bis 2024 auf den Markt kommen. Im April erhielten die Schweden von Investoren 550 Millionen Dollar.

Polestar-Chef Thomas Ingenlath (57) erklärte laut Mitteilung , dass der Elektroautobauer bis 2023 auf 30 Märkte expandieren wolle. Das erste der drei neuen Modelle werde ein SUV sein und für 2022 erwartet, so Ingenlath. Der Unternehmenszusammenschluss und die Börsennotierung positionierten Polestar als finanzstarkes, zukunftssicheres und globales Elektroautounternehmen.

In den vergangenen Monaten sind diverse Elektroauto-Start-ups über Spac-Fusionen an die Börse gegangen. Den größten Deal landete Anfang des Jahres Lucid Motors mit einer Bewertung von 24 Milliarden Dollar. Zugleich gerieten einige Firma wie Canoo, Lordstown Motors und Nikola nach ihren Spac-Börsengängen in raues Fahrwasser. Polestar unterscheidet von ihnen aber die enge Verbindung mit einem etablierten Autobauer sowie die Tatsache, dass die Firma bereits Serienfahrzeuge an Verbraucher verkauft.

rei/Reuters/DPA
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