Samstag, 7. Dezember 2019

Börsendebüt Alibaba versetzt Wall Street in Euphorie

Alibaba-Gründer Ma: "Ich will die Aktionäre nicht enttäuschen"

Zwei Stunden mussten Anleger an der Wall Street auf den ersten Kurs warten, so groß war die Nachfrage nach Alibaba-Aktien. Die Euphorie um den chinesischen Online-Händler erfasste hierzulande auch Zalando-Aktien.

New York - Alibaba hat die Wall Street mit dem weltgrößten Börsengang aller Zeiten in Euphorie versetzt. Mit einem Kurssprung zum Start um 36 Prozent auf 92,70 Dollar legte der chinesische Internet-Händler am Freitag ein furioses Debüt hin. Wenig später kostete das begehrte Papier sogar 99,70 Dollar, bevor der Kurs zum Handelsschluss wieder auf rund 93,89 Dollar nachgab.

Es dauerte angesichts einer Flut von Kaufaufträgen fast zweieinhalb Stunden, ehe die New Yorker Börse überhaupt einen ersten Kurs nennen konnte. Viele Anleger, die bei der Zuteilung leer ausgegangen waren, wollten die Titel offenbar zu fast jedem Preis in ihren Depots haben. "Das ist der größte Börsengang, den die Welt je gesehen hat, deshalb herrscht Feierstimmung auf dem Parkett - ob man will oder nicht", sagte Händler Benedict Willis von Sunrise Securities.

Mit dem Schlusskurs ist Alibaba rund 231 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 180 Millionen Euro) wert, mehr als alteingesessene US-Konzerne wie Walt Disney Börsen-Chart zeigen und Coca-Cola Börsen-Chart zeigen und noch einmal 62 Milliarden Dollar mehr als zum Ausgabepreis.

Dabei waren die Papiere schon zum Höchstpreis von 68 Dollar ausgegeben worden. Die Investoren rissen dem Unternehmen, das vor 15 Jahren von dem Englischlehrer Jack Ma gegründet worden war, die Aktien aus den Händen. Alibaba verkaufte Papiere für 25 Milliarden Dollar, zwei Drittel des Geldes gehen an die bisherigen Investoren wie den US-Internetkonzern Yahoo Börsen-Chart zeigen, der mit dem Verkauf von Alibaba-Aktien allein acht Milliarden Dollar kassierte.

Alibaba-Gründer Ma kassiert fast 900 Millionen Dollar

Deutsche Internet-Firmen sind von solchen Größenordnungen noch weit entfernt. Die E-Commerce-Börsenkandidaten Zalando und Rocket Internet werden jeweils mit rund fünf Milliarden Euro bewertet. Der Online-Modehändler Zalando wurde am Freitag aber auch von der Börsen-Euphorie erfasst: Seine Aktien, die seit Donnerstag für 18 bis 22,50 Euro gezeichnet werden können, werden im Graumarkt für bis zu 26,75 Euro gehandelt.

Den bisherigen Rekord hatte seit 2010 die Agricultural Bank of China Börsen-Chart zeigen mit 22,1 Milliarden Dollar gehalten, in New York wurde der Kreditkartenanbieter Visa Börsen-Chart zeigen als Rekordhalter abgelöst.

Eine ganze Reihe von Managern und Software-Fachleuten bei Alibaba werden mit dem Schritt an die Börse zu Millionären. Allein Milliardär Ma kassiert fast 900 Millionen Dollar. "Ich will die Aktionäre nicht enttäuschen", sagte der Firmengründer bei CNBC. "Ich will sicherstellen, dass sie Geld verdienen." Größter Alibaba-Anteilseigner ist der japanische Konzern Softbank Börsen-Chart zeigen mit 32 Prozent, der sich aber von keiner Aktie getrennt hat.

Experten hatten im Vorfeld nur mit einem Kurssprung von zehn bis 15 Prozent gerechnet. Die New Yorker Börse Nyse hatte sich für den Ansturm gewappnet: Sie ließ ihre Systeme gleich in zwei Probeläufen auf Herz und Nieren testen, um keine Pleite zu erleben wie die US-Technologiebörse Nasdaq vor zwei Jahren bei der Erstnotiz von Facebook Börsen-Chart zeigen. Damals war der Handel unter der Flut von Aufträgen schier zusammengebrochen. Die Kurse waren um Stunden verspätet, viele Anleger verloren Geld. Daher hatte sich Alibaba für die Nyse als Börsenplatz entschieden. In den USA erhofft sich das Unternehmen Zugang zu einer deutlich größeren Zahl von Investoren.

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