Donnerstag, 5. Dezember 2019

Börse Investoren machen Kasse - Alibaba knickt ein

Wall Street: Gewinnmitnahmen in USA belasten auch den Dax

In den USA machen Investoren nach der Rekordjagd Kasse: Börsenstars wie Alibaba, Tesla oder Amazon verlieren zwischen 3 und 5 Prozent. Im Dax stehen Merck und Siemens mit Milliarden-Übernahmen im Fokus.

New York / Frankfurt am Main - Die Absage Chinas an größere Konjunkturspritzen hat die US-Standardwerte nach ihrem jüngsten Rekordlauf am Montag ausgebremst. Zudem war in den USA die Zahl der Verkäufe bestehender Häuser im August überraschend gesunken.

Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen fiel um 0,4 Prozent auf 17.216 Punkte. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,7 Prozent auf 1995 Punkte nach unten. Beide Indizes hatten am Freitag Verlaufsrekorde erklommen. Der technologielastige Index Nasdaq 100 Börsen-Chart zeigen gab zum Wochenauftakt um 1,1 Prozent auf 4057 Punkte nach.

Zu den größten Verlierern gehörten in New York die Aktien, die erst in der vergangenen Woche deutlich zugelegt hatten. So gab die Aktie von Alibaba, die am Tag ihres Börsendebüts ein Kursplus von rund 40 Prozent gefeiert hatte, unter dem Druck der ersten Gewinnmitnahmen im frühen Handel rund 4 Prozent ab.

Auch andere Highflyer gerieten schwer unter Druck: Die Aktie von Tesla Börsen-Chart zeigen verlor ohne neue Nachrichten knapp 5 Prozent an Wert, während die Aktie des Alibaba-Konkurrenten Amazon Börsen-Chart zeigen mit 4 Prozent im Minus notierte.

Die Gewinnmitnahmen an der Wall street belasteten auch den Dax. Der deutsche Leitindex baute im späten Handel seine Verluste auf 0,6 Prozent aus und fiel auf 9744 Zähler.

China bremst Hoffnungen auf neue Konjunkturspritzen

Der chinesische Finanzministers Lou Jiwei habe kaltes Wasser auf die Hoffnungen geschüttet, dass China weitere Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft ergreifen werde, begründete Händler Markus Huber vom Broker Peregrine & Black in London die gedämpfte Stimmung an den Börsen Asiens und Europas, die auch auf die USA übergriff. Jiwei will trotz überraschend schwacher Wirtschaftsdaten in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt keinen dramatischen Kurswechsel einleiten.

Merck KGaA übernimmt Sigma-Aldrich

Auf Unternehmensseite sorgten einmal mehr Übernahmen für Gesprächsstoff. Die Aktien von Sigma-Aldrich schossen um 33,57 Prozent auf 136,74 US-Dollar nach oben. Der deutsche Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA Börsen-Chart zeigen will alle ausstehenden Anteile des Herstellers chemischer und pharmazeutischer Produkte für Forschung, Entwicklung und Industrie für jeweils 140 Dollar in bar erwerben. Auch die Aktie von Merck KGaA Börsen-Chart zeigen gehörte zu den wenigen Gewinnern im Dax.

Auch Siemens stemmt Milliardenübernahme

Auch Siemens stemmt eine Milliardenübernahme - nämlich die des US-Öl- und Gastechnik-Spezialisten Dresser-Rand. Für umgerechnet knapp sechs Milliarden Euro will Siemens das Unternehmen übernehmen. Bei einigen Investoren lösten die Pläne nicht gerade Freudensprünge aus. "Für einige Investoren ist das erst einmal nur eine Übernahme, die viel Geld kostet", sagte ein Händler. Die Aktien gaben zeitweise 1 Prozent nach. DZ-Bank-Analyst Jasko Terzic begrüßte den Deal aber. Das Angebot für Dresser Rand sei zwar hoch, aufgrund der strategischen Vorteile - eine Verstärkung des US- sowie des Öl- und Gas-Geschäfts - aber gerechtfertigt.

Auch den geplanten Verkauf des 50-Prozent-Anteils an dem Hausgeräte-Unternehmen BSH wertete der Analyst positiv, da es sich um ein Nicht-Kerngeschäft von Siemens handle. Bosch bietet dem Industriekonzern dafür drei Milliarden Euro.

Kommentar von Goldman Sachs hilft Eon und RWE

Gefragt waren die Versorger dank eines positiven Analystenkommentars von Goldman. Die Experten bekräftigten ihre Kauf-Empfehlung für RWE Börsen-Chart zeigen und Eon Börsen-Chart zeigen und hoben die Kursziele an. Die Titel notierten 1,3 beziehungsweise 0,8 Prozent fester.

Rohstoffe - Preise für Öl und Kupfer geben nach

Zu spüren waren die Konjunktursorgen auch am Rohstoffmarkt: Kupfer Börsen-Chart zeigenverbilligte sich in der Spitze um 1,6 Prozent auf 6722 Dollar je Tonne und war damit so billig wie seit mehr als drei Monaten nicht mehr. Öl der Sorte Brent kostete mit 97,75 Dollar 0,7 Prozent weniger je Fass. "Die Konjunkturzahlen aus China, Europa und Japan waren zuletzt nicht berauschend, und das belastet derzeit viele Rohstoffe", sagte Dominic Schnider von UBS Wealth Management in Singapur.

ts/rei/la/rtr/dpa-afx

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