Donnerstag, 21. November 2019

Börse Enttäuschende US-Jobdaten beflügeln Dax

Wall Street: Die Arbeitslosenquote in den USA ist auf 7,6 Prozent gestiegen. Fed-Chef Bernanke hat daher vorerst keinen Anlass, die Geldflut zu bremsen

Verkehrte Welt: Weil die US-Arbeitslosenquote überraschend gestiegen ist, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Notenbanken ihre Politik des billigen Geldes rasch beenden. Anleger sind erleichtert - sie hatten gute Konjunkturdaten befürchtet. Der Dax erzielt den größten Tagesgewinn seit sechs Wochen.

Frankfurt am Main - Der Dax Börsen-Chart zeigen drehte nach Bekanntgabe der enttäuschenden US-Jobdaten um 1,4 Prozent ins Plus, nachdem er zuvor um bis zu 0,8 Prozent nachgegeben hatte. Anleger reagieren damit erleichtert auf die schwachen Arbeitsmarktdaten - sie hoffen nun auf eine Fortsetzung der Politik des billigen Geldes. Bis zum Handelsschluss auf Xetra baute der Dax seine Gewinne sogar auf 1,9 Prozent aus. Das ist der größte Tagesgewinn seit sechs Wochen.

Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen der Standardwerte gewann an der Wall Street unterdessen 1,3 Prozent. Der breiter gefasste S&P 500 Börsen-Chart zeigen stieg 0,9 Prozent auf 1638 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Börsen-Chart zeigen legte 0,8 Prozent auf 3452 Punkte zu.

In den USA ist die Arbeitslosenquote im Mai überraschend gestiegen. Sie legte im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent zu, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Ökonomen hatten erwartet, dass die Quote auf 7,5 Prozent verharrt. Die US-Notenbank will ihre Nullzinspolitik und Anleihenkäufe so lange fortsetzen, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent abgeschmolzen ist.

Stellenzuwachs für einen "fast exit" der Fed noch zu schwach

Börsianer spekulieren seit Wochen darüber, ob und wann die Notenbank Fed ihre Geldschwemme drosselt. Unter anderem kauft sie zur Ankurbelung der Konjunktur derzeit Bonds und Immobilienpapiere im Volumen von 85 Milliarden Dollar auf - pro Monat.

"Der Stellenzuwachs ist für einen deutlichen Abbau der Arbeitslosenquote zu schwach. Für eine vorschnelle Drosselung der monatlichen Wertpapieraufkäufe der Fed bietet das keine Grundlage", sagte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Die US-Notenbank dürfte vorerst bei ihrem eingeschlagenem Kurs bleiben.

Goldpreis rauscht nach unten

Die Lust auf Aktien und damit auf mehr Risiko setzte zugleich die vermeintlich sicheren Anlageklassen unter Druck. So legte der Bund-Future eine Achterbahnfahrt hin, der zunächst um bis zu 70 Ticks zulegte, dann aber mit 14 Ticks auf 143,30 Punkte ins Minus rutschte.

Der Goldpreis zog zunächst ebenfalls an, rauschte dann aber um 2,4 Prozent auf 1378 Dollar pro Feinunze ins Minus. Obwohl die lockere Geldpolitik einer Notenbank gewöhnlich die jeweilige Landeswährung unter Druck setzt, konnte der Dollar zulegen. Devisenanleger interpretierten den US-Jobbericht vornehmlich als Zeichen für eine Konjunkturerholung in Amerika. Der Euro fiel deshalb auf 1,3209 Dollar von 1,3245 Dollar am Vorabend in New York.

Ölpreis legt zu

Auftrieb durch die Daten erhielt der Ölpreis: Brent verteuerte sich um 1,2 Prozent auf 104,80 Dollar pro Barrel. Derzeit kauft die Fed zur Ankurbelung der Konjunktur Bonds und Immobilienpapiere im Volumen von 85 Milliarden Dollar monatlich auf.

Rückgang der Flut stützt Versicherungskonzerne im Dax

Bei den Einzelwerten legten die zuletzt arg gebeutelten Aktien der Versicherer im Dax Börsen-Chart zeigen besonders stark zu. Die Titel der Munich RE Börsen-Chart zeigen standen mit einem Plus von vier Prozent an der Spitze des deutschen Leitindex. Die Allianz Börsen-Chart zeigen legte um 3,3 Prozent zu. Im MDax Börsen-Chart zeigen gewannen die Papiere der Hannover Rück Börsen-Chart zeigen 3 Prozent. Womöglich profitierten die Aktien der Branche von der leichten Entspannung in einigen Hochwassergebieten in Süddeutschland, sagte ein Händler. Der Chef der Gothaer Allgemeinen, Thomas Leicht, geht von einer ähnlichen Schadenhöhe wie 2002 aus.

Die Titel der Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigen gewannen nach einer Kaufempfehlung von Jefferies 1,9 Prozent. Abwärts ging es hingegen bei Lanxess, die 1,5 Prozent abgaben. Ein negativer Kommentar von JP Morgan zum europäischen Chemiesektor drückte einem Händler zufolge auf die Stimmung.

Eine Hochstufung von JP Morgan katapultierte hingegen Gagfah Börsen-Chart zeigen im MDax Börsen-Chart zeigen nach oben. Die Aktien gewannen 4,7 Prozent, nachdem die Analysten die Bewertung auf "Neutral" von "Underweight" änderten.

ak/rtr/dpa-afx

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