Nach US-Etateinigung Gewinnmitnahmen drücken Börsen

Nach der Einigung im US-Haushaltsstreit hat der Dax am Donnerstag leicht nachgegeben. Vor dem Hintergrund der zuletzt starken Kursanstiege nehmen einige Investoren Geld vom Tisch.
Geld vom Tisch: An der Börse in Frankfurt wurde die Nachricht aus Washington nüchtern aufgenommen

Geld vom Tisch: An der Börse in Frankfurt wurde die Nachricht aus Washington nüchtern aufgenommen

Foto: STRINGER/GERMANY/ REUTERS

Frankfurt am Main - Die Einigung im US-Haushaltsstreit hat dem Dax (Kurswerte anzeigen) am Donnerstag keine Gewinne mehr gebracht. Der Leitindex beendete den Xetra-Handel mit einem Minus von 0,3 Prozent und schloss knapp über 8800 Zählern.

Börsianer zeigten sich von den Gewinnmitnahmen nicht überrascht: Die Anleger hatten bereits am Mittwoch auf eine Einigung gesetzt und den Leitindex auf ein Rekordhoch getrieben.

Die wichtigsten Börsenindizes in Europa hatten am Morgen zunächst ihre Verluste ausgeweitet, nachdem die chinesische Ratingagentur Dagong die Kreditwürdigkeit der USA gesenkt hatte. Am Nachmittag sorgten dann enttäuschende Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten für zusätzlichen Abwärtsdruck. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren in der vergangenen Woche weniger als erwartet gesunken.

Folge: Auch an den US-Börsen verpuffte die Freude über die Einigung im US-Haushaltsstreit. Gewinnmitnahmen führten im frühen Handel ebenfalls zu Verlusten. "Ein Großteil der guten Nachrichten war bereits in die schwungvolle Rally vom Vortag eingeflossen", erklärte Andrew Wilkinson von Miller Tabak & Co. Zudem äußerten viele Börsianer Frustration darüber, dass bereits Anfang 2014 die Fortsetzung des Schulden-Dramas droht.

USA kaufen sich Zeit - Probleme nur vertagt

Die Investoren hätten nie wirklich geglaubt, dass die USA zahlungsunfähig werden, erklärte Marktanalyst Craig Erlam vom britischen Broker Alpari. Gleichzeitig betonte der Experte, dass die nun gefundene Einigung im Grunde keine wirkliche Lösung sei, die Politiker hätten das Problem lediglich auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Der US-Kongress hatte sich nach wochenlangem Streit darauf geeinigt, das Schuldenlimit der USA vorübergehend bis zum 7. Februar anzuheben. Die Regierung, die seit mehr als zwei Wochen ohne verabschiedeten Haushalt arbeitet, erhält für das Budget lediglich eine bis zum 15. Januar finanzierte Übergangslösung.

Am Dax-Ende sanken Eon-Aktien  nach einer Studie der Schweizer Großbank UBS um 3,37 Prozent auf 13,76 Euro. Die jüngste Kurserholung werde nicht von den Fundamentaldaten unterstützt, schrieb Analyst Patrick Hummel.

Die Deutsche Telekom (Kurswerte anzeigen) büßte rund zwei Prozent ein. Nach einer Phase überdurchschnittlicher Kursentwicklung seien die Titel ausreichend hoch bewertet, meinte der Experte Emmet Kelly von der US-Investmentbank Merrill Lynch. Die Titel des Handelskonzerns Metro legten angesichts erfreulicher Umsatzzahlen des französischen Branchenkollegen Carrefour eine Berg- und Talfahrt hin und stiegen zuletzt um 1,14 Prozent.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,56 Prozent am Vortag auf 1,55 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,04 Prozent auf 133,01 Punkte. Der Bund-Future kletterte um 0,09 Prozent auf 139,47 Punkte. Der Kurs des Euro (Kurswerte anzeigen) stieg. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3662 (Mittwoch: 1,3561) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7320 (0,7374) Euro.

cr/rtr/dpa/dpa-afx

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