Börse T-Aktie macht Boden gut

Ohne neue Impulse von der Wall Street und wegen des Brückentags präsentiert sich der Dax zum Wochenschluss ohne klare Richtung. Die T-Aktie profitiert von einer Kaufempfehlung. Positive Nachrichten treiben die Titel der Lufthansa an. Stahlwerte stehen auf den Verkaufslisten.
Ruhiges Geschäft in Frankfurt: Der Dax notiert am Freitagnachmittag kaum verändert

Ruhiges Geschäft in Frankfurt: Der Dax notiert am Freitagnachmittag kaum verändert

Foto: DPA

Frankfurt am Main - Angesichts der Unsicherheit um den Etatstreit in den USA hat sich der deutsche Aktienmarkt am Freitag ohne klare Richtung gezeigt. Die wichtigsten Börsenbarometer entwickelten sich uneinheitlich. Der Dax (Kurswerte anzeigen) pendelte unentschlossen um den Vortagesschluss und lag zuletzt 0,06 Prozent höher bei 8.603 Punkten.

Der MDax  sank um 0,18 Prozent auf 15.084 Punkte. Der TecDax (Kurswerte anzeigen) verlor 0,25 Prozent auf 1090 Punkte. In der Eurozone ging es hingegen aufwärts - der Leitindex EuroStoxx 50 (Kurswerte anzeigen) gewann 0,58 Prozent.

Der Haushaltsstreit in den USA bleibt das bestimmende Thema. US-Präsident Barack Obama sah sich gezwungen, seine geplante Asienreise abzusagen. An den Märkten spielt die Sorge um die anstehenden Verhandlungen zur Schuldenobergrenze die weit größere Rolle. Bei einem Scheitern nämlich rechnen Ökonomen mit ernsteren Konsequenzen als bislang - unter anderem droht ein teilweiser Zahlungsausfall des Staates in der weltgrößten Volkswirtschaft, wenn bis Mitte Oktober keine Einigung steht.

Für etwas Optimismus sorgte ein Medienbericht, wonach der republikanische Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, John Boehner, Verhandlungsbereitschaft signalisiert habe. Klare Signale fehlten an den Börsen jedoch unter anderem wegen des Ausfalls des wichtigen US-Arbeitsmarktberichts, kommentierte Marktanalyst Jens Klatt vom Analysehaus DailyFX. Die Schwankungen an den Märkten hielten sich demzufolge in Grenzen.

T-Aktie nach Kaufempfehlung gefragt

Gegen höhere Verluste im Dax half eine Kaufempfehlung der UBS zur Deutschen Telekom (Kurswerte anzeigen). Sie schob die T-Aktie mit plus 2,83 auf 11,10 Euro Prozent in die Spitzengruppe des Leitindex. Analyst Polo Tang empfahl die T-Aktie zum Kauf und setzte sie zudem auf eine Auswahlliste. Er rechnet 2014 mit einer Rückkehr auf den Wachstumspfad. Die Neubewertung der Papiere dürfte anhalten, zumal das Dividendenpotenzial unterschätzt werde.

Schwer tat sich indes der Stahlsektor, den Michael Flitton von der Citigroup nun pessimistischer einschätzt. Für die Papiere von Salzgitter (Kurswerte anzeigen) sprach der Experte angesichts gesunkener Gewinnerwartungen und einer ambitionierten Bewertung gar eine Verkaufsempfehlung aus. Salzgitter-Anteile verbilligten sich am Freitagnachmittag in der MDax-Schlussgruppe um 2,12 Prozent.

ThyssenKrupp (Kurswerte anzeigen) lagen mit minus 0,50 Prozent im roten Bereich. Der Stahlhändler Klöckner & Co.  (KlöCo) legte hingegen 0,13 Prozent zu. Im Zuge europaweit schwacher Rohstoffwerte sackten Aurubis 1,56 Prozent ab.

Aktien der Lufthansa (Kurswerte anzeigen) stiegen um 2,44 Prozent. Die Verlagerung der Europaflüge auf die Billigtochter Germanwings werde das Ergebnis bereits im laufenden Jahr um 90 Millionen Euro verbessern, sagte Passage-Chef Carsten Spohr auf einer Analystenkonferent in London. Im Jahr 2015 werde Germanwings schwarze Zahlen schreiben.

Aktien der Software AG (Kurswerte anzeigen) verloren 4,30 Prozent. Laut Händlern kursierten am Markt Spekulationen, dass der zweitgrößte deutsche Softwarehersteller derzeit Analysten anrufe, um auf eine schwächere Geschäftsentwicklung hinzuweisen. Den Gerüchten zufolge sei das vor allem dem US-Geschäft geschuldet. Das Unternehmen wollte diese Gerüchte nicht bestätigen.

Aktien der Commerzbank (Kurswerte anzeigen) legten nach ihrem Verlust in Höhe von gut 2 Prozent am Vortag an der Dax-Spitze um rund 3,6 Prozent zu. Fresenius (Kurswerte anzeigen) verloren 1,62 Prozent. Analyst Michael Jüngling von Morgan Stanley bescheinigte der Tochter Kabi US für 2014 ein Wachstumsproblem, falls es keinen deutlichen Anstieg von Neuzulassungen gebe. Der Experte blieb für den Medizinkonzern bei seinem Votum "Equal Weight".

Der Referenzkurs des Euro (Kurswerte anzeigen) ist am Freitag gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,3593 (Donnerstag: 1,3594) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7357 (0,7356) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84690 (0,83940) britische Pfund , 132,03 (132,81) japanische Yen und 1,2271 (1,2276) Schweizer Franken fest./yyzz/DP/jsl

rei/dpa
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