Börse Dax stürzt erneut - nur Adidas-Aktie springt

Rezessionsangst geht um: Der Dax verliert kräftig und schließt nur knapp über der Marke von 8700 Zählern. Gegen den Trend legen Adidas-Aktien zu: Gerüchte um einen Reebok-Verkauf stützen.
Sportbekleidungshersteller: Investoren bieten Milliarden für die Adidas-Tochter Reebok

Sportbekleidungshersteller: Investoren bieten Milliarden für die Adidas-Tochter Reebok

Foto: Daniel Karmann/ picture alliance / dpa

Frankfurt am Main - Am deutschen Aktienmarkt kehren die Konjunktursorgen zurück. Der Dax  setzte am Montag wieder zur Talfahrt an und schloss mit einem Abschlag von 1,50 Prozent auf 8717,76 Punkten. Damit knüpfte der Leitindex an die schlechte erste Hälfte der Vorwoche an, als er auf den tiefsten Stand seit September 2013 gefallen war.

Die anderen deutschen Indizes hielten sich am Montag etwas besser: Der MDax  sank um 0,74 Prozent auf 15 065,19 Punkte und der TecDax  um 0,39 Prozent auf 1159,96 Punkte. Grundsätzlich habe sich seit der vergangenen Woche nicht viel geändert, sagte Händler Markus Huber vom Broker Peregrine & Black. Die größte Sorge am Markt bleibe das Wirtschaftswachstum, insbesondere in der Eurozone.

Bundesbank warnt vor Abkühlung der Konjunktur

In Deutschland waren die Erzeugerpreise im September im Vergleich zum Vorjahr erwartungsgemäß um ein Prozent zurückgegangen. Zudem warnte die Bundesbank vor einer enttäuschenden heimischen Konjunkturentwicklung im laufenden zweiten Halbjahr. Nach Einschätzung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), der Dachorganisation der Notenbanken, könnte außerdem die seit Jahren andauernde Geldflut zu einer neuen weltweiten Finanzkrise führen.

Anleger hoffen auf die Fed - wieder einmal

Dennoch - so Analyst Jens Klatt von DailyFX - hoffen die Investoren wohl wieder einmal auf die Notenbanken, vor allem auf die Fed. "Sollten sich in den kommenden Tagen die Anzeichen wieder verdichten, dass die US-Notenbank dem Markt keine neuen Geldgeschenke macht, ist es sehr wahrscheinlich, dass auch der Dax noch einmal sein Jahrestief testet", warnte er. Zur nächsten Sitzung kommen die Fed-Mitglieder an diesem Mittwoch zusammen

Grundsätzlich habe sich seit der vergangenen Woche nicht viel geändert, sagte Händler Markus Huber vom Broker Peregrine & Black. Die größte Sorge am Markt bleibe das Wirtschaftswachstum, insbesondere in der Euro-Zone. Am Freitag hatten Spekulationen auf eine anhaltend lockere Geldpolitik der großen Notenbanken den deutschen Leitindex noch 3,1 Prozent in die Höhe getrieben.

Adidas springen im Dax - Gerüchte um Gebot für Reebok

Größter Gewinner im Dax waren Adidas (Kurswerte anzeigen) mit in der Spitze mehr als 7 Prozent. Laut "Wall Street Journal" will eine Investorengruppe dem Sportartikelhersteller die US-Tochter Reebok für 2,2 Milliarden Dollar abkaufen.

Bei SAP (Kurswerte anzeigen) dämpfte die Umstellung auf Cloud-Software zulasten des klassischen Lizenzgeschäfts die Gewinnerwartung. Die Aktien verloren zeitweise bis zu 4,5 Prozent.

Lufthansa im Sturzflug - dank der Piloten

Der erneute Streik der Piloten drückte Lufthansa-Papiere  ins Minus. Die Aktien verloren in der Spitze 2,5 Prozent und gehörten damit zu den schwächsten Dax -Werten. "Es hört einfach nicht auf", sagte ein Händler. Die Piloten sind in diesem Jahr bereits acht Mal in den Ausstand getreten. DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp geht davon aus, dass der Gesamtschaden aller Streiks seit April auf EBIT-Ebene mittlerweile rund 80 bis 90 Millionen Euro betragen sollte.

Die Aktien der Lufthansa haben seit Jahresbeginn rund 24 Prozent an Wert eingebüßt. Der Dax kommt im selben Zeitraum auf ein Minus von 7,3 Prozent.

Im MDax gewannen Metro  nach einem Umsatzplus 3 Prozent. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/14 und im vierten Quartal hat der Handelskonzern den flächenbereinigten Umsatz steigern können.

Ölpreise steigen leicht

Die Ölpreise stiegen leicht. Nach der rasanten Talfahrt in den vergangenen Wochen sei die Lage am Markt aber nach wie vor angespannt, hieß es aus dem Handel. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur Lieferung im Dezember kostete am Morgen 86,23 Dollar. Das waren sieben Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI zur Lieferung im November stieg um 40 Cent auf 83,15 Dollar.

ts/rtr/dpa-afx