Aktien, Euro, Öl Dax schließt über 8200 Punkte

Am Freitag setzte der Aktienmarkt seine Gewinnserie fort. Zuvor hatte die New Yorker Börse auf Rekordstand geschlossen. Den Euro drücken aber neue Sorgen um Portugal.
Deutsche Börse: Die optimistischen Bullen sind auf dem Vormarsch

Deutsche Börse: Die optimistischen Bullen sind auf dem Vormarsch

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Frankfurt am Main - Mit einem weiteren Kursanstieg konnte der Dax (Kurswerte anzeigen) am Freitag den fünften Gewinntag in Folge einfahren. Der deutsche Leitindex ging um weitere 0,7 Prozent auf 8212 Punkte nach oben. Die Wochenbilanz liegt damit bei 5,5 Prozent Plus. Der MDax (Kurswerte anzeigen) gewann 0,1 Prozent auf 14.014 Punkte, während der TecDax (Kurswerte anzeigen) 0,5 Prozent auf 991 Punkte zulegte. Der Euro-Zonen-Leitindex EuroStoxx 50 (Kurswerte anzeigen) fiel um 0,4 Prozent auf 2689 Punkte.

Dow Jones und S&P 500 erreichen Rekordschlusskurse

Die US-Märkte hatten am Donnerstag nach dem Handelsschluss in Europa die Kursgewinne ausgebaut. Die Marktteilnehmer hatten weltweit die Äusserungen von US-Notenbankchef Ben Bernanke, dass die US-Notenbank noch nicht so bald aus der Politik des billigen Geldes aussteigt, mit Erleichterung aufgenommen. Bernanke hatte erklärt, eine ultralockere Geldpolitik sei auch auf absehbare Zeit erforderlich.

Der US-Leitindex Dow Jones (Kurswerte anzeigen) beendete den Handel nur knapp unter seinem kurz zuvor erreichten Tageshoch bei 15.460,92 Punkten. Das war ein Plus von 1,1 Prozent. Der breit gefasste S&P 500 (Kurswerte anzeigen) rückte um 1,4 Prozent auf 1675,02 Punkte vor und war - ebenso wie der Dow - noch nie zuvor auf so hohem Niveau aus dem Tag gegangen.

Daimler überrascht mit vorläufigen Gewinnzahlen

Am Nachmittag setzten sich Daimler-Aktien (Kurswerte anzeigen) mit einem Plus von fast 6 Prozent an die Spitze des Dax. Sie waren mit mehr als 52 Euro so teuer wie zuletzt im Juli 2011. Der Konzern hatte ad hoc gemeldet, der operative Gewinn im zweiten Quartal habe die Markterwartungen übertroffen - nicht nur wegen des Sondererlöses aus dem Verkauf von Aktien des Luftfahrtkonzerns EADS , der allerdings den größten Teil des Gewinns von 5,2 Milliarden Euro ausmachte.

RWE kann auf weiteren Bieter für Öl- und Gasgeschäft hoffen

Zu den Favoriten im Dax gehörten RWE-Aktien (Kurswerte anzeigen), die sich um 1,3 Prozent verteuerten. Dem "Wall Street Journal" zufolge kann der Energiekonzern beim angepeilten Verkauf seiner Öl- und Gasfördertochter Dea neue Hoffnung schöpfen. Ein Staatsfonds aus Katar habe erste Gespräche über eine Übernahme geführt, berichtete die Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Ansonsten gilt BASF  mit der Tochter Wintershall als ernsthafter Interessent.

Rheinmetall-Anleger fürchten um Panzergeschäft

Im MDax gab die Aktie der Optikerkette Fielmann (Kurswerte anzeigen) am Tag nach der Ausschüttung einer Dividende um 2 Prozent nach. Die Anteilsscheine des Rüstungskonzerns Rheinmetall (Kurswerte anzeigen) verloren 1 Prozent an Wert. Das "Handelsblatt" berichtete, ein geplantes Panzergeschäft von Krauss-Maffei-Wegmann mit Saudi-Arabien sei "so gut wie geplatzt". Rheinmetall ist Zulieferer für die Leopard-Panzer.

Im TecDax stiegen die Aktien des Computerhändlers Cancom (Kurswerte anzeigen) um 8 Prozent. Die Transformation von einer wenig spannenden IT-Firma zu einem Anbieter von Cloud-Lösungen sei auf einem guten Weg, schrieb Tim Wunderlich, Analyst bei Hauck & Aufhäuser, in einem Kommentar.

Schneider Electric erwägt Milliardenübernahme

Schwächster Wert im EuroStoxx 50 war die Aktie des Elektrokonzerns Schneider Electric (Kurswerte anzeigen) mit minus 3,5 Prozent. Die Franzosen erwägen ein vier Milliarden Euro teures Übernahmeangebot für den britischen Automatisierungsspezialisten Invensys .

Portugal lädt die Troika aus

Der Euro (Kurswerte anzeigen) hat am Freitag leichte Verluste verbucht. Im Krisenland Portugal tun sich neue Probleme auf - die Regierung hat wegen der schwierigen politischen Lage um eine Verschiebung der nächsten Kontrolle der Geldgeber-Troika gebeten. Die Gemeinschaftswährung stand am Nachmittag etwas schwächer als am Vorabend bei 1,3028 US-Dollar.

Deutsche Staatsanleihen waren wieder mehr als sicherer Hafen gefragt. Der für die deutschen Staatspapiere richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg am Nachmittag um 0,3 Prozent auf 143,42 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel im Gegenzug auf 1,6 Prozent.

Die Ölpreise verzeichneten leichte Verluste. Der Höhenflug der vergangenen Tage scheint vorerst beendet. Ein Fass (159 Liter) der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im August verbilligte sich am Morgen auf 104,85 US-Dollar. Das waren sechs Cent weniger als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent  fiel um vier Cent auf 107,69 Dollar.

ak/dpa-afx/rtr

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